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Muezzin-Ruf von Köln„Unnötig“: Ex-OB Fritz Schramma kritisiert die Stadt

Fritz Schramma im Interview

Der ehemalige Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma, hier bei einem Interview 2020, äußert sich zum Muezzin-Ruf.

Kölns Alt-OB Fritz Schramma äußert sich gegenüber EXPRESS.de zum Muezzin-Ruf.

von Bastian Ebel (bas)

Freitag, 13.24 Uhr: Erstmals ertönte am 14. Oktober 2022 der Muezzin-Ruf über Köln an der Ehrenfelder Zentralmoschee. Einer, der sich maßgeblich für die Verständigung der Religionen in der Stadt eingesetzt hatte, war seinerzeit Kölns Alt-Oberbürgermeister Fritz Schramma (75). Er vermittelte damals unter anderem erfolgreich im Streit zwischen Architekten und der Ditib.

Allerdings: Mit den Jahren gab es auch immer wieder starke Differenzen mit dem Religionsverband Ditib und dem OB. Schramma warf dem Verband unter anderem vor, sich nicht an Absprachen gehalten zu haben und kritisierte die Eröffnung der Moschee durch den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdoğan im September 2018 scharf. Damals erhielt er zwei Tage vorher eine Einladung, erschien dann aber nicht zur Eröffnung.

Köln: Fritz Schramma kritisiert Stadt für Angebot des Muezzin-Rufs

EXPRESS.de erreichte Schramma am Samstag (15. Oktober). „Ich war selbst nicht vor Ort und hatte einen privaten Termin“, so Schramma auf die Frage, ob er den Muezzin-Ruf verfolgt habe. Er sagt: „Es ist in meinen Augen unnötig, als Stadt den Muezzin-Ruf anzubieten.“

Denn für den CDU-Politiker steht fest: „Köln braucht den Ruf als Zeichen der Weltoffenheit und Toleranz nicht. Köln war tolerant, ist tolerant und wird es auch immer sein.“

Man habe sich damals mit der Ditib auf ein friedliches Miteinander geeinigt und er hoffe, dass die Diskussion über den Muezzin-Ruf sehr bald abebbt. Man könne der Ditib deshalb auch keinen Vorwurf machen. „Es ist doch vollkommen klar, dass sie dieses Angebot dann auch annimmt.“

Schramma sagt aber auch: „Derzeit gibt es wichtigere Dinge, die die Menschen bewegen. Von daher ist die Diskussion hoffentlich bald vom Tisch. Ich habe etwas von zwei Jahren Probezeit gelesen. Dann sprechen wir uns noch einmal.“

Begleitet wurde der erste Muezzin-Ruf Kölns am Freitag von lautstarken Protesten: Unter anderem Frauenverbände demonstrierten am Rande der Veranstaltung. Kritik gab es auch vom Berliner Islamismus-Experten Ahmad Mansour: Er bezeichnete den Ruf als „Machtdemonstration des politischen Islam“.