Auf den Tag genau einen Monat nach dem Absturz eines Bundeswehrhubschraubers im sächsischen Grimma ist auf dem Kölner Melatenfriedhof eines der drei Todesopfer zu Grabe getragen worden.
Luftwaffen-UnglückAbschied von Kölner Heli-Pilotin auf Melaten

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Ein Hubschrauber des Geschwaders 64 der deutschen Luftwaffe steht zum Abflug bereit.
Aktualisiert29.08.2025, 14:15
Familie und Angehörige nahmen am Freitag (29. August) im geschlossenen Kreis Abschied von Verena R. (43). Die Kölnerin war Mitglied des Hubschraubergeschwaders 64 aus Holzdorf auf der Grenze zwischen Sachsen-Anhalt und Brandenburg – dem einzigen Hubschraubergeschwader der Luftwaffe.
Der Inspekteur der Luftwaffe, Holger Neumann, hatte von einem schwarzen Tag für die Luftwaffe gesprochen. Die erfahrene Besatzung war am 29. Juli um neun Uhr zu einem Trainingsflug gestartet, um 11.30 Uhr war der Hubschrauber von den Schirmen der Flugüberwachung verschwunden und als vermisst gemeldet worden. Gegen Mittag entdeckten Paddler auf dem Fluss Mulde Wrackteile.
Tiefflüge gehören zum Trainingsprogramm
Es handelte sich um die Überreste des Airbus Helikopters Typ EC-135, an dessen Bord sich neben Verena R. zwei männliche Besatzungskollegen befanden.
Ein Luftwaffensprecher hatte später erklärt, dass die Crew in einem Tiefflug unterwegs gewesen sei. Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums stellte klar, dass Tiefflüge in einer Höhe unter 500 Fuß - das sind etwa 150 Meter - zum Trainingsprogramm für Hubschrauberbesatzungen gehörten. Dies könne auch das Unterfliegen von Leitungen oder Brücken umfassen, weil das im Einsatz ebenfalls nötig sein könnte. Das sei ein zugelassenes Verfahren.
Nach Angaben des Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie waren unweit der Absturzstelle drei Stahlseile über den Fluss gespannt. Sie bilden eine Seilkrananlage, die mehrmals im Jahr Geräte zum Messen des Flusspegels im oder auf dem Wasser bewegen. Die Seile hängen etwa in einer Höhe von acht bis neun Metern. Ob das mit dem Absturz zu tun haben könnte, beantwortete eine Sprecherin der Luftwaffe seinerzeit nicht.
Auf EXPRESS-Anfrage teilte eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums mit: „In Holzdorf laufen die Untersuchungen des Generals Flugsicherheit im Luftfahrtamt der Bundeswehr, Brigadegeneral Armin Havenith, und seines Teams.“ Die Ursachen und Umstände des Unglücks werden demnach weiter untersucht, aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt könnten keine weiteren Aussagen zum Hergang getroffen werden.
Im Umfeld der Verstorbenen, die unter anderem zahlreiche Einsätze im Such- und Rettungsdienst der Bundeswehr (SAR) flog, herrscht seit der Hiobsbotschaft große Bestürzung. Der Auftrag des Hubschraubergeschwaders SG 64 ist die Durchführung des Lufttransports von Personal und Material mit Hubschraubern und die Aus- und Weiterbildung von Hubschrauberführern der Luftwaffe.
Freunde und Kollegen sprechen von einer taffen Kameradin, einer erfahrenen Luftwaffenpilotin und auch einer tollen Mutter. Die Kölnerin hinterlässt ihren Ehemann und drei Kinder.