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Nachbarschafts-Streit eskaliert Bauschutt auf dem Teller? Krieg an Kölner Gasthaus

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Gastronom Norbert Schäfer ist mit seinen Nerven am Ende.

Köln – Sie gilt als Perle am Rhein. Die beliebte Freizeitinsel Groov in Porz-Zündorf ist ein schönes, schnuckeliges Fleckchen Erde.

Doch aktuell tobt hier ein fieser Nachbarschaftsstreit. Die Rede ist gar von „Krieg“!

Inhaber vom Landhaus Zündorf erhebt Vorwürfe

Norbert Schäfer (62) ist mit den Nerven ziemlich am Ende. Der Gastronom betreibt vor Ort seit 1990 das beliebte Landhaus Zündorf und fühlt sich von seinen beiden Nachbarn schikaniert. Es geht um Denunziantentum und geschäftsschädigendes Verhalten.

Denn die Nachbarn, so Schäfer, würden nicht akzeptieren, dass ihm durch die Lockerungen in der Corona-Krise eine Erweiterung der Außengastronomie – sprich das Aufstellen von mehr Tischen und Stühlen auf dem Platz - erlaubt sei.

„Ich werde von ihnen seit 30 Jahren malträtiert, es hagelt Anzeigen und es heißt zum Beispiel, wir würden das Virus verteilen, ich hatte sechs Betriebsprüfungen“, beginnt er, das Dilemma zu schildern. „Wir haben in der derzeitigen Lage eine besondere Situation und wollen überleben. Doch nun hat sich das Ganze hochgeschaukelt.“

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Streitfläche: Die Terrasse des Landhaus Zündorf.

Vor wenigen Tagen seien in der Mittagszeit Bohrungen am Nachbarhaus vorgenommen worden. Diese hätten die Gäste vertrieben. Schäfer dokumentierte mit Handyvideos den Arbeitseinsatz: „Es war so laut, 150 Dezibel, dass die Gäste das Essen zurückgaben. Schutzmaßnahmen gab es keine und so landete der Schutt quasi auf meinen Tischen und Tellern.

Wir sind alle erwachsen und dreimal sieben Jahre alt. Wenn ich bohren muss, dann doch morgens zwischen 8 und 10 Uhr, dann muss ich das nicht in der Mittagszeit machen. Das ist eine Kriegserklärung.“

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Der sozial engagierte Gastronom weiter: „Seit dem 4. Mai dürfen wir mehr Platz beanspruchen und nichts anderes tun wir. Die wollen nicht, dass unser Laden funktioniert, mit denen kann man nicht reden.“

Streit an der Groov: Das sagt der beschuldigte Nachbar

EXPRESS fragte beim Nachbarn nach. Ist an den Vorwürfen etwas dran?

Unsere Anfrage beim besagten Nachbarn wurde von dessen Anwalt beantwortet. „Bis einschließlich 2019 genehmigte unser Mandant dem Landhaus Zündorf unentgeltlich, vor dessen Grundstück Stühle und Tische aufzustellen. Nachdem das Haus am Markt 6 seit Ende 2018 nicht mehr bewohnt ist, denkt unser Mandant über eine Nutzungsänderung nach. Er kann sich insbesondere vorstellen, an dieser Stelle Zündorf mit einem weiteren Gastronomiebetrieb, inklusive Außengastronomie zu bereichern.

Aus diesem Grunde hat er die in den vergangenen Jahren erteilte Erlaubnis, vor seinem Grundstück Stühle und Tische aufzustellen, 2020 nicht mehr erteilt. Das Landhaus Zündorf fürchtet offenkundig Konkurrenz.“

150 Dezibel-Bohrungen um 12 Uhr mittags

So stelle sich die Lage aus ihrer Sicht ganz anders dar.

Der Jurist weiter: „Es ist falsch, dass unser Mandant seinen Nachbarn seit 30 Jahren malträtiert. Es ist falsch, dass mein Mandant Anzeigen erstattet habe. (…)

Bei dem Arbeitseinsatz im Haus unseres Mandanten handelt es sich um die Montage von zwei Videokameras. Die Durchführung von Bauarbeiten um 12:17 Uhr in der Mittagszeit sind an einem Wochentag keineswegs unüblich. Es wurden im Außenbereich lediglich 4 Löcher mit einem Durchmesser von 6 mm gebohrt. Die Arbeiten haben wenige Minuten gedauert.“

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Gastronom Norbert Schäfer ist mit seinen Nerven am Ende.

Dessen Fazit: „Die Motivation der Anschuldigungen des Landhauses Zündorf sehen wir einzig in dem Bestreben, eine missliebige Konkurrenzsituation in der Nachbarschaft zu vermeiden und damit die Erweiterung um ein attraktives Angebot für den Bürger zu verhindern.“

Streit an der Groov: Das sagt die IG Gastro

Außenstehende wie Schäfers Kollegen der IG Gastro sehen die Situation an der Groov mit Kopfschütteln und Besorgnis. „Es ist einfach schade und in unserer Branche wirklich selten, dass so ein Streit ausbricht“, sagt Vorstand Martin Schlüter stellvertretend.

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Tür an Tür gibt es auf der Marktstraße Probleme.

Von einer Befriedung der eskalierenden Lage ist derzeit kaum auszugehen.

Der Wirt vom Landhaus Zündorf konsterniert: „Langsam komme ich mir vor wie eine südost-asiatische Plantage. Ich bin kein streitlustiger Geselle. Man redet so viel von Solidarität dieser Tage. Aber mit diesen Schikanen kann und wird kein Betrieb überleben können in dieser Zeit. Wenn der Kollege ein Restaurant eröffnen möchte, kann und soll er das tun. Da hätte ich überhaupt kein Problem mit. Doch momentan ist ja kein Restaurant da und darum möchte ich einfach den Platz so nutzen, wie ich darf.“

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