Schicksal schlägt zu Max (28) und Luisa (24): Kölns unglaublichste Geschwister-Story

Die Geschwister Max und Luisa aus Köln posieren vor einem Weinberg.

Max und Luisa machen gerne gemeinsam Urlaub. Ihr Erlebnis als Lebensretterin und -retter schweißt sie noch enger zusammen.

Max und Luisa sind Bruder und Schwester – und durch einen fast unglaublichen Zufall jetzt umso mehr miteinander verbunden.

Das Schicksal zu Gast in Köln – so einfach könnte man die Story der Geschwister Max (28) und Luisa Zimmermann (24) aus Köln bezeichnen. Durch einen Zufall wurden beide fast zeitgleich als Stammzellen-Spenderin und -Spender bei der DKMS ausgesucht – und schenkten anderen Menschen die Chance auf ein neues Leben.

Der fast unglaubliche Zufall nahm im Jahr 2019 seinen Lauf. Die DKMS (Sitz in Köln) fragte sie zeitgleich als Spenderin und Spender an – für zwei verschiedene Erkrankte. „Innerhalb von zwei Wochen haben wir dann unsere Stammzellen gespendet“, erinnert sich Luisa im Gespräch mit EXPRESS.de.

Max und Luisa aus Köln: Geschwister werden zeitgleich als DKMS-Spenderin und -Spender angefragt

Statistisch gesehen liegt die „Chance“, für eine Spende ausgewählt zu werden, für DKMS-Registrierte bei etwa ein Prozent. Dass dann Geschwister ausgewählt werden, sogar gleichzeitig? Fast unmöglich. Rein statistisch grenzt der Zufall des Geschwister-Paars aus Köln also an ein Wunder.

Das Thema DKMS hat bei Familie Zimmermann schon quasi Tradition. Mutter Mona arbeitet bei der DKMS, organisiert Registrierungs-Aktionen an Schulen oder Universitäten. Als Max und Luisa volljährig wurden, war eine Registrierung quasi Familienauftrag.

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Doch als die Zeit für eine Spende gekommen war, kreisten bei der Mutter die Gedanken. „Mir ging die Frage nicht aus dem Kopf, ob sie sich wirklich frei für oder gegen eine Stammzellspende entscheiden konnten, oder ob das bei meinem Einfluss vielleicht gar nicht möglich war.“

Doch die Antwort für Max und Luisa war klar: Wir helfen! In einer Kölner Klinik machte Max den Anfang als Spender, Luisa war live dabei. Gemeinsam rätselten sie, wo ihre Spenden wohl ankommen. „Man denkt schon darüber nach, wer der Patient ist, und hofft, dass alles gut wird und er eine neue Chance erhält“, sagt Max, der in Sülz wohnt.

Leider ist die Antwort auf diese Frage mittlerweile, drei Jahre später, in negativer Hinsicht beantwortet. Der Mann, dem Max seine Spende „schenkte“, ist tot. Er war selbst Deutscher. „Das war für mich ein Schock“, sagt Max. „Auch wenn ich weiß, dass ich ihm noch etwas Lebenszeit schenken konnte.“

Max und Luisa können ihre Patientin und ihren Patienten nicht treffen

Auch Luisa wird die Möglichkeit verwehrt bleiben, ihre Patientin kennenzulernen. Die Spende ging an ein Mädchen aus Italien, dort ist die spätere Kontaktaufnahme per Gesetz verboten. Bei den anonymen Briefen, die Luisa geschrieben und erhalten hat, muss es bleiben.

Die Geschwister Max und Luisa aus Köln bei der Abgabe der Stammzellen im Krankenhaus.

Bei der Stammzellenspende von Max in einer Kölner Klinik war Luisa selbst mit dabei. Nur wenige Wochen später war sie selbst dran.

Dennoch nimmt das Geschwister-Paar aus dem Erlebten viel mit. „Ich habe mich schon vorher sehr glücklich über mein Leben geschätzt“, sagt Luisa zu EXPRESS.de. „Aber jetzt noch mehr. Es ist nicht selbstverständlich, dass ich gesund bin.“

Haben Bruder und Schwester jetzt ein noch innigeres Verhältnis? Nicht unbedingt. „Das liegt aber daran, dass wir schon immer eine sehr enge Bindung hatten. Aber diese Erfahrung gemeinsam zu machen, war etwas Besonderes. Mein Bruder war eine große Stütze für mich.“

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