„Erniedrigend“Kölnerin (73) darf im Geschäft nicht aufs Klo – ihr bleibt nur eine Wahl

Das Foto zeigt Aurelia S.. Die 73-Jährige wollte in der Megazoo-Filiale in Köln-Riehl auf die Personal-Toilette. Der Zugang wurde ihr verwehrt.

Aurelia S. (73) wollte in der Megazoo-Filiale in Köln-Riehl auf die Personal-Toilette. Der Zugang wurde ihr verwehrt.

Die Seniorin Aurelia S. (73) wollte in einem Zoofachgeschäft in Köln-Riehl auf die Toilette. Die Ladentoilette war defekt und auf das Klo der Mitarbeitenden durfte sie nicht. Ihr blieb nur eine Möglichkeit.

von Matthias Trzeciak (mt)

Die 73-jährige Aurelia S. (Name geändert) aus dem Kölner Stadtteil Mülheim gehört zur Stammkundschaft der Zoofachgeschäft-Filiale Megazoo in Riehl. „Da werde ich immer gut beraten“, erzählt die Hundeliebhaberin gegenüber EXPRESS.de. 

Doch was am Freitag (24. November 2023) passierte, sorgt bei Aurelia S. für Empörung. Für ihren „Toni“, einen Foxterrier-Mischling, wollte sie gegen 15 Uhr Futter einkaufen. Im Geschäft musste sie dann dringend auf die Toilette. Und damit begann das ganze Drama. 

Köln: Seniorin (73) möchte auf Ladentoilette, die ist aber defekt

Die 73-Jährige wandte sich sofort an das Verkaufspersonal und erklärte ihr Problem. Die Ladentoilette sei leider derzeit defekt, lautete die Antwort. S. hakte nach: Ob sie schnell das WC der Mitarbeitenden benutzen könne?

Doch der Zugang zu den Toilettenräumen wurde ihr verweigert! Und was nun?

Die gesundheitlich angeschlagene Seniorin versuchte in den benachbarten Geschäften ein Klo zu finden. Ohne Erfolg.

„Der Harndrang war inzwischen so groß, dass ich nur noch eine Möglichkeit gesehen habe. Ich hockte mich in die Büsche. Meine Hose war schon nass, ein widerliches Gefühl“, beschreibt sie die Notlage.

„Was noch erniedrigender war – Passanten, die vorbeikamen und mich gesehen haben, schüttelten nur den Kopf. Die dachten wahrscheinlich, da pinkelt eine Obdachlose ins Gebüsch.“

Kundin macht ihre Notdurft im Gebüsch und wird von Passanten beobachtet

Anschließend ging sie zurück in das Zoogeschäft, um ihre Besorgungen zu bezahlen. „Was sollte ich machen, ich musste ja das Futter für den ‚Toni‘ haben“, sagt die 73-Jährige. „Ich bin da Stammkundin und hab am Freitag für 70 Euro eingekauft, aber die Toilette durfte ich nicht benutzen“, fügt sie frustriert hinzu. 

Damit nicht genug, es kam noch der Heimweg nach Mülheim. „Mit dem schweren Hundefutter im Einkaufstrolley und mit Pipi in der Hose wollte ich nicht mit der KVB fahren und ein Taxi wollte ich da auch nicht nehmen. Also bin ich die ganze Strecke gelaufen. Gut eine Stunde war ich unterwegs und geregnet hat es dann auch noch“, schildert die Seniorin den Horror-Trip.

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Gegenüber EXPRESS.de bestätigte am Montag (27. November) ein Unternehmenssprecher den Vorfall in der Kölner Filiale. Weiter heißt es:

„In der Tat ist es so, dass unsere Kundentoilette durch einen Kunden am vergangenen Donnerstag (23. November) beschädigt wurde und die Kundentoilette aus diesem Grund nicht benutzbar war. Die Instandsetzung erfolgt voraussichtlich am 30. November.“

73-jährige Kölnerin soll sehr energisch aufgetreten sein

Der Vorfall sei sehr bedauerlich, aber grundsätzlich bestehe zu den Mitarbeiterinnen- und Mitarbeiter-Räumen kein Zugang für Kunden oder Kundinnen.

Zudem soll die Kundin sehr energisch aufgetreten sein. „Uns wurde versichert, dass die Dame sehr druckvoll und lautstark versucht hat, sich Gehör zu verschaffen und hierbei unsere Mitarbeiterin beschimpft hat“, teilt der Megazoo mit.

Der harsche Umgangston habe beim Personal für Unverständnis gesorgt. „Ganz sicher hätten unsere Mitarbeitenden einer freundlichen Bitte entsprochen“, versichert der Sprecher.

Sie habe schließlich dringend auf die Toilette gemusst. Aber beschimpft habe sie niemanden, widerspricht die Seniorin. Für Aurelia S. steht fest: „Einkaufen werde ich dort in Zukunft nicht mehr.“

Recht auf Benutzung der Personal-Toilette?

Wie ist eigentlich die Rechtslage: Habe ich als Kunde oder Kundin ein Recht auf die Benutzung der Personal-Toilette?

Nein. So können beispielsweise Supermärkte oder andere Geschäfte im Einzelhandel den Zugang zur Personal-Toilette durchaus verweigern. Hygiene und Hausrecht stehen hier im Vordergrund. Vielmehr geht es um eine freiwillige Service-Leistung.