„Sexflix“ statt Netflix? Kölnerin (34) startet mit ungewöhnlicher Porno-Idee durch

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Die Kölnerin Denise Kratzenberg (34) hat eine Porno-Plattform gegründet.

Köln – Die Kölnerin Denise Kratzenberg (34) will die Porno-Branche komplett umkrempeln. Die studierte Betriebswissenschaftlerin weiß, was sie tut und hat sich mit einem befreundeten Informatiker zusammengeschlossen, um die Erotik-Plattform „Cheex“ zu gründen. Ihr Ziel: Pornos aus der Schmuddelecke holen und „Fair-Trade Pornos“ an den Mann und vor allem an die Frauen bringen.

  • Kölnerin (34) gründet Porno-Plattform
  • „Cheex“ ist Plattform für Fair-Trade Pornos
  • Gründerin will Porno-Branche revolutionieren

Kölnerin ist genervt von Porno-Branche und gründet eigene Plattform

Denise Kratzenberg ist in Köln-Lindenthal aufgewachsen und hat im Vringsveedel am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium ihr Abitur abgelegt.

„Ich liebe Köln und vor allem den Karneval. Die Menschen sind so offen, das ist deutschlandweit einmalig“, sagt Denise Kratzenberg gegenüber EXPRESS. Mittlerweile lebt die 34-jährige Mutter einer kleinen Tochter mit ihrem Partner in Berlin.

Ihren Werdegang als Betriebswissenschaftlerin bezeichnet sie selbst als „nicht so sexy.“ Trotzdem bringt er sie bei ihrer Arbeit an der Porno-Front täglich weiter. Doch wie kommt jemand aus einem konservativ geprägten Berufsfeld auf eine Porno-Geschäftsidee?

„Meine Freundinnen und ich haben uns oft gefragt, warum Pornos so schmuddelig sein müssen und warum es so wenige Pornos gibt, die für Frauen und weibliche Bedürfnisse gemacht sind“, antwortet Kratzenberg darauf.

Kölnerin über „Fair Trade-Pornos“: „Frauen wollen Pornos ohne Reue konsumieren“

„Wir Frauen wollen Pornos ohne Reue konsumieren. Wie wollen auch wissen, wo der Content herkommt. Und, ob der Sex im Video überhaupt einvernehmlich ist. Also dachten wir uns: Was es braucht, ist eine Plattform für fair produzierte Filme“, erklärt Kratzenberg.

„Wir garantieren auf unserer Plattform, dass die Sex-Videos einvernehmlich aufgenommen wurden und die Darsteller fair entlohnt wurden. Uns ist außerdem wichtig, dass die Filme auf 'Cheex' authentischen Sex zeigen und ästhetisch produziert wurden“, erklärt Kratzenberg.

Dazu führt ihr Team Gespräche mit Porno-Darstellern und prüft die Arbeitsbedingungen anhand eines Werte-Katalogs. „Im Zweifel gegen den Angeklagten, dann laden wir den Film nicht hoch“, bekräftigt Kratzenberg.

„Frauen wollen nicht nur Blümchensex“

Mit ihrer Idee wollte Denise Kratzenberg auch mit Vorurteilen gegenüber Pornos aufräumen. Gerade die Darstellung von Frauen in Pornos sei oft wenig divers und im Vergleich zu echtem Sex absolut realitätsfern.

„Frauen wollen nicht nur Blümchensex. Diese Frauen gibt es auch, aber es gibt auch Frauen, die ganz andere Bedürfnisse haben. Wir wollen die volle Bandbreite zeigen“, sagt die Kölnerin.

Kölnerin in Porno-Branche: „Meine Eltern haben komisch geguckt“

Mit Vorurteilen musste auch Denise Kratzenberg leben, als sie Freunde und Familie mit ihrem neuen Job konfrontierte.

„Mein Partner fand es gut. Meine Eltern haben erstmal komisch geguckt und wussten nicht so recht, was sie davon halten sollten. Manche Freunde haben mich auch gefragt, wie ich die Porno-Branche, die Illegalität fördert und intransparent ist, ernsthaft unterstützen kann“, so Kratzenberg über die unterschiedlichen Reaktionen.

Bei näherem Hinsehen hätten ihre Kritiker oft umgedacht. Die Fair-Trade-Pornos der Kölnerin kommen bisher bei mehr als 30.000 Abonnenten an. Monatlich zahlen sie für die Nutzung der Streaming-Plattform 8,90 Euro. Das Ziel von Kratzenberg: „100.000 Abonnenten bis zum Jahresende“ – klingt ambitioniert, aber nicht unmöglich.

„Pornos sind das letzte große Tabu in der Gesellschaft. Das muss sich ändern. Denn: Sex geht uns alle etwas an“, findet die Gründerin.

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