Kölner Wohnungsnot Kurioser Vorschlag könnte Situation ändern – was McDonald's damit zu tun hat

Das Foto zeigt eine McDonald's-Filiale in Köln-Gremberghoven.

Das Foto vom 15. April 2021 zeigt eine McDonald's-Filiale in Köln-Gremberghoven. Auf dem Dach könnte Wohnraum entstehen.

In Köln ist Wohnraum knapp. Ein ungewöhnlicher Vorschlag der Partei die Linke könnte jetzt für eine leichte Entspannung auf dem Immobilienmarkt sorgen.

Wohnraum in Köln – ein Dauerthema! Die Suche nach der passenden Bleibe ist in der Domstadt schon seit langer Zeit zu einem Glücksspiel geworden. Entweder zu teuer – oder: Es gibt einfach keine.

Jetzt gibt es eine Idee, die auch in Köln Schule machen könnte. Der Vorschlag stammt von der Berliner Linke. Es geht darum, Wohnungen auf Fast-Food-Restaurants zu bauen.

Bald Wohnungen über Supermarkt- oder Fast-Food-Filialen in Köln?

Mit speziellen Aufbauten auf einstöckige Fast-Food-Restaurants könne so an zahlreichen Standorten neuer Wohnraum geschaffen werden, lautet der Plan der Partei. Vorteil: Neue Flächen müssten dann nicht mehr notwendigerweise erschlossen werden.

In Köln befürworte man den Vorschlag aus Berlin. Als Beispiel: In Köln gibt es aktuell 24 McDonald's- und 13 Burger-King-Filialen. Davon sind aber nicht alle freistehend – und nur die wären für ein Bebauungsprojekt interessant. 

Deshalb, erklärt Sergen Canoglu (Sprecher der Linken in Köln) gegenüber EXPRESS.de, seien auch die Dächer von Supermärkten interessant.

„Es steht für uns fest, dass in Köln bezahlbarer Wohnraum fehlt und deshalb auch gebaut werden muss. Allerdings möchten wir nicht neue Flächen versiegeln, sondern überlegen, wo in der Stadt das Potenzial genutzt werden kann, um Wohnungen zu bauen.“

Sergen Canoglu ergänzt: „Hierfür kann der Bau von Wohnungen auf einigen Supermarktgebäuden erwägt werden.“

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„Wir möchten aber auch betonen, dass die Discounter diesen Anlass nicht nutzen sollten, um ihre Verkaufsflächen zu vergrößern. Dies lehnen wir ab, da wir dem örtlichen Kleinhandel nicht zusätzliche Konkurrenz verschaffen möchten“, warnt Canoglu.

Franchiseverband äußert sich kritisch zu den Bauplänen

Zu dem Fast-Food-Vorstoß in Köln hat sich auch der Deutsche Franchiseverband geäußert – mit kritischen Worten.

„Franchisesysteme basieren auf einem kooperierenden Geschäftsmodell, das aus eigenständigen Unternehmerinnen und Unternehmern besteht. Die Franchisepartnerinnen und Franchisepartner führen ihren Standort in einer Immobilie, die in der Regel angemietet wird. Eigentümer ist nicht zwingend der Franchisegebende“, erklärt Geschäftsführer Jan Schmelzle auf EXPRESS.de-Nachfrage.

Zudem weist er darauf hin: „Der Mietvertrag bzw. Pachtvertrag gibt den Franchisenehmenden ebenso wie der Franchisevertrag im Rahmen der Vertragslaufzeit Planungssicherheit für den entsprechenden Standort. Beide ermöglichen es dem Unternehmer bzw. der Unternehmerin vor Ort, das Geschäft verlässlich zu führen und weiter entwickeln zu können. Eine Umnutzung der Immobilie würde einen Eingriff in den Geschäftsbetrieb darstellen und würde der Unternehmerin und dem Unternehmer gerade diese Verlässlichkeit und Planungssicherheit nehmen.“

„Eine Überbauung halten wir individuell für eine gute Möglichkeit, Wohnraum zu schaffen. Sie ist aber sicherlich keine universale Lösung für den Mangel an bezahlbarem Wohnraum in Ballungszentren.“

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