Abgabewelle rollt Kölner Tierheim teilt Petition von bekanntem TV-Moderator

Katze "Fräulein Firlefanz" hat ein Bein verbunden, neben ihr sitzt ein Hund, dem ein Auge fehlt.

Katze Fräulein Firlefanz, hier nach einer ersten schweren Operation, geht es erneut schlecht, wie das Tierheim Bergheim am Dienstag (22. November 2022) meldet. Auf dem Foto ist das Sorgenkind mit einem weiteren Patienten des Tierärzteteams Neuss-Süd. 

Die Kosten explodieren. Und darunter leiden auch die Tierheime. Sie sind rappelvoll. 

„Energiekosten-Explosion: Im Winter droht der Tierheim-Kollaps! Wir brauchen die Hundesteuer, jetzt!“ Es ist eine aufwühlende Forderung von „Hund Katze Maus“-Moderator Frank Weber, die auch das Tierheim Köln-Dellbrück auf seiner Facebookseite teilt. 

„Das ist eine super Idee, deren Umsetzung uns extrem helfen würde“, erklärt Tierheimsprecherin Sylvia Hemmerling am Montag (21. November 2022) gegenüber EXPRESS.de. Erst gerade seien von jeweils unterschiedlichen Personen insgesamt drei Hunde und drei Katzen abgegeben worden – innerhalb von nur einer Stunde!

„Hund Katze Maus“-Moderator sieht Abgabewelle von Haustieren kommen

Frank Weber, selbst Tierheimleiter in Hamburg, fordert in seiner Petition, dass das Geld aus der Hundesteuer an Tierheime und Tierschutzorganisationen fließen muss.

Alles zum Thema Haustier

„Heizkosten, Tierarztkosten – wir sehen eine Abgabewelle von Haustieren auf die Tierheime zu schwappen“, warnt Weber. Einer der ersten Unterzeichner seiner Petition war Modedesigner und „Shopping Queen“-Moderator Guido Maria Kretschmer. 

Stadt Köln plant Extra-Hilfe für die Tierheime Dellbrück und Zollstock

„Steuern, wie auch die Hundesteuer, sind nicht zweckgebunden, sondern fließen in den allgemeinen Haushalt“, erklärt Robert Baumanns vom Presseamt der Stadt Köln. Der Rat entscheide dann, was damit passiert. 

So erhalten die Tierheime Zollstock und Dellbrück eine Unterstützung. „Die Verwaltung plant dafür im aktuellen Haushalt insgesamt rund eine Million Euro ein“, so Baumanns.  Das Geld erhalten die Tierheime nicht per se, sondern sie müssen ihre Kosten gegenüber der Stadt belegen.

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Wie die Stadt Köln am Freitag (18. November) bekannt gab, sollen beide Kölner Tierheime wegen der derzeit angespannten Lage nun zusätzlich eine einmalige Unterstützung von je 25.000 Euro erhalten. 

So mache auch die steigende Inflation vielen Haustierbesitzerinnen und -besitzern zu schaffen. „Einige können sich die Versorgung ihrer Tiere nicht mehr leisten und geben daher ihre Hunde und Katzen ins Tierheim. Die beiden Tierheime sind an den Grenzen der Aufnahmekapazität angekommen“, heißt es seitens der Stadt Köln.

Tierheim: Zwei Katzen, zwei Schicksale, zwei horrende Arztkosten

Doch wie viel Geld gerade kranke Tiere verschlingen, zeigen zwei Beispiele. So hat laut Sylvia Hemmerling, Sprecherin der Tierheime Köln-Dellbrück und Bergheim, die Behandlung des zuckersüßen Fräulein Firlefanz bereits rund 4000 Euro gekostet. Die kleine Katze ist das Ergebnis einer dilettantischen Zucht, musste mehrfach operiert werden. Und auch jetzt müssen für Fräulein Firlefanz wieder alle Daumen gedrückt werden, weil es ihr erneut nicht gut geht.

Auch Katze Maja musste operiert werden und benötigt jetzt noch eine Hauttransplantation. Sie hatte sich vermutlich nach einem schweren Autounfall auf ihren kaputten Beinen nach Hause geschleppt. Doch ihre Besitzer konnten die Tierarztkosten nicht tragen. Diese belaufen sich für das Tierheim bereits auf rund 6000 Euro.

„In beiden Fällen sind es schon Spezial-Preise für uns“, erklärt Tierheimsprecherin Sylvia Hemmerling, die froh ist über jede Spende. Denn auch viele andere, wie Neuzugang Lori, benötigen neben Liebe und Pflege ärztliche Hilfe. Terrier-Hündin Lori (13) wurde am Freitag krank und in erschreckendem Zustand im Tierheim Köln-Dellbrück abgegeben. (iri)

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