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Kölnerinnen erfinden BH Männer begeistert, doch das Jahr 2020 endet traurig

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„Pocketsy“ Start-up: Die Kölnerinnen Dilara (links) und Paula haben den ersten BH mit Taschen erfunden. 

Köln – Tausendmal vermisst, dann selbst erfunden. Paula und Dilara hatten die Nase voll von der ewigen Frage nach dem: wohin damit? Handy, Schlüssel, Kreditkarte – wer die Hände wirklich freihaben will, brauchte lange eine separate Tasche.

Dieses Ärgernis brachte die beiden Frauen auf eine Idee. Die Erfindung eines Taschen-BH! Und die haben sich die Kölnerinnen sogar patentieren lassen.

Köln: Erster BH mit Stauraum – viele Kunden sind Männer

Es klingt erst einmal überraschend: Zu einem Großteil der bisherigen Kunden gehören Männer. Paula (25) und Dilara (26), die ihren neuen Laden im Mai 2020 auf der Hohe Pforte 1 eröffnet haben, kennen den Grund für das männliche Interesse.

„Wenn die Freundin nicht weiß, wo sie ihre Sachen hin packen soll, müssen Männer oft alles festhalten“, so Paula und lacht. Ein rundum nerviges Problem, für das die beiden Kölnerinnen unabhängig voneinander die zündende Idee und damit die BH-Lösung entwickelt haben.

Kölnerin bestohlen: „Habe mich gefragt, wo Diebe nicht so einfach hinkommen“

Ein bestimmtes Erlebnis hat Dilara auf die Idee für das Start-up gebracht. „Bei einem London-Aufenthalt wurde mir mein Handy aus dem Rucksack gestohlen. Ich habe mich gefragt, wo Diebe nicht so einfach hinkommen“, so die Kölnerin.

Als BWL-Studentin habe sie sich damals bereits geärgert, dass es lediglich funktionale Sport-BHs gab, in denen Handy-Stauraum sei. Doch ein schöner Alltags-BH, der auch funktional ist, das fehlte.

Kollegin Paula erging es zur selben Zeit ähnlich.

BH: Sicherheitstasche mit Reißverschluss für Wertgegenstände

Die Kölnerin vermisste beim Feiern eine praktische Tasche, die beim Tanzen in den Clubs nicht so schnell verloren geht und möglichst nah am Körper sitzt. In einem Start-up-Seminar lernten sich die Kölnerinnen kennen, tauschten ihre Ideen über die Marktlücke aus und starteten die Produktentwicklung.

„Im BH sitzt eine Sicherheitstasche mit Reißverschluss. Die kleine Tasche ist praktisch für alle Dinge, die man immer wieder braucht“, so Dilara.

„Männer sitzen oben in den Führungsetagen und verstehen das nicht“

Was Dilara und Paula anfangs selbst nicht richtig glauben konnten, war, dass es einen BH mit integrierten Taschen bis dato überhaupt noch nicht gab.

„Produkte für Frauen, die auch nützlich sind, werden erst sehr spät entwickelt, das sieht man an der Menstruationsunterwäsche, die es auch erst seit Kurzem gibt“, erklärt Paula.

Die Kölnerin weiß genau, woran das liegt. „Die Männer sitzen oben in den Führungsetagen und verstehen das nicht“, so Paula schlicht.

„Pocketsy“- BH wird in Bulgarien produziert

Die Kölnerin studiert sowohl Schauspiel als auch internationale Beziehungen und machte sich mit Dilara auf den Weg nach Bulgarien, wo Textil-Experten, die sich auskennen, ihre BHs professionell produzieren.

„Wir haben uns vor Ort selbst ein Bild von den Arbeitsbedingungen gemacht“, sagt Paula.

Der „Pocketsy“-BH wird aus recyceltem PET hergestellt und komplett in der EU produziert. 15 Monate hat die Entwicklung des Taschen-BH gedauert. Den BH gibt es nun aus besonderem Grund für 29,95 Euro.

Kölnerinnen müssen „Pocketsy“ Start-up schließen 

Denn die jungen Kölnerinnen müssen ihr Start-up zum Ende des Jahres 2020 leider schließen. „Das Produkt war zum Feiern und Reisen...also in 2020 genau zur falschen Zeit“, resümieren die Gründerinnen.

„Wir hätten es nicht mehr geschafft die Corona-Zeit zu überbrücken“, so Gründerin Dilara weiter. Trotzdem mache sie ihre BH-Erfindung weiterhin stolz. Man wolle nun sehen, was die Zukunft bringt.

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