Mit Cum-Cum-Geschäfte (illegale Aktiendeals) wurde der Staat um Milliarden geprellt. Doch die Aufarbeitung schleppt sich.
Kölner Cum-Cum-Ermittlungen30 Milliarden Euro Schaden – keine einzige Anklage

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In Köln ermittelt eine Cum-Cum-Spezialeinheit.
In den Cum-Cum-Ermittlungen der Kölner Justiz ist 2025 keine einzige Anklage erhoben worden. Das geht aus einer Antwort von NRW-Justizminister Benjamin Limbach auf eine Anfrage der FDP-Landtagsfraktion hervor, die dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ vorliegt.
In Köln laufen derzeit 130 Cum-Cum-Verfahren. Für 2026 könne er „keine belastbare Prognose“ abgeben - unter anderem wegen des Umfangs der erforderlichen Prüfungen. Die Aufdeckung der Geschäfte habe aber „weiterhin höchste Priorität“, erklärte Limbach.
Mega-Ding: Kölner Spezialabteilung ermittelt gegen rund 1700 Beschuldigte
Cum-Cum-Geschäfte gelten als größere Schwester der Cum-Ex-Masche. Finanzexperten schätzen den Gesamtschaden für den Fiskus auf knapp 30 Milliarden Euro. Vor allem Banken sollen mit Aktiendeals unrechtmäßig Kapitalertragsteuer erstattet bekommen haben.
Bei Cum-Cum-Operationen wurden Aktien rund um den Dividendenstichtag so verschoben, dass ausländische Aktionäre - die grundsätzlich keine Erstattung erhalten - dennoch Steuervorteile nutzen konnten.
In Köln ermittelt eine mit bis zu 30 Staatsanwälten und Staatsanwältinnen besetzte Spezialabteilung gegen rund 1700 Beschuldigte aus der Finanzwirtschaft in Cum-Ex- und Cum-Cum-Komplexen. Parallel arbeitet das vor zwei Jahren gegründete Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität mit einer Cum-Cum-Kommission. (dpa)

