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Hat sich Chef abgesetzt? Kölner Firma: Mitarbeiter warten auf 160.000 Euro

ladendetektiv_symbolfoto

Ein Ladendetektiv beobachtet über Monitore einen Supermarkt. Das Symbolfoto wurde 2018 in Wiesbaden aufgeommen.

Köln – Bei diesem Kölner Fall gibt es nur Verlierer. Mehrere Mitarbeiter der Firma „General Sicherheit“ haben seit Monaten kein Gehalt erhalten. Sie kennen aber eigenen Angaben zufolge den Grund dafür nicht. Das Unternehmen selber hat aber ganz andere Probleme. Es ist ein Rattenschwanz, bei dem die Angestellten am Ende in den sauren Apfel beißen müssen. Nicht ganz unschuldig dabei: die Corona-Pandemie.

  • Kölner Firma zahlt seit Monaten kein Gehalt aus
  • Mitarbeiter klagen über Ungewissheit
  • Corona-Pandemie trifft gut wirtschaftende Firma hart

Für Michael K. (39, Name geändert) aus Köln waren die vergangenen Monate sehr schwer. Er war Mitarbeiter des Kölner Sicherheitsunternehmens, das kürzlich seinen Standort nach Troisdorf verlagert hat. „Ich habe meinen Lohn für die Monate Januar und Februar nicht bekommen. Etwa 20 Kollegen warten teilweise sogar auf das Geld für Dezember“, erklärt er gegenüber EXPRESS.

Dabei habe die Firma, so der Mitarbeiter, gute Kunden wie Bezirksrathäuser oder bekannte Einzelhandel- und Modegeschäfte gehabt. Die Mitarbeiter kamen dabei als Ladendetektive zum Einsatz oder regelten den Eingang zu den Geschäften.

Köln: Sicherheitsfirma zahlt Ladendetektiven seit Monaten keinen Lohn

Laut Michael K. ist der Kontakt zu dem Inhaber der Firma im Dezember aber abgebrochen. „Er hat auf meine Nachrichten nicht mehr geantwortet. Ich habe keine Ahnung, warum wir unser Geld nicht bekommen haben. Wir vermuten, dass der Chef sich mit unserem Geld ins Ausland abgesetzt hat.“

Laut des Mitarbeiters stehen offene Gehaltszahlungen in Höhe von knapp 160.000 Euro aus. Er hat jetzt Hartz IV beantragt und sucht einen neuen Job, musste die letzten Monate mit seinem Ersparten auskommen. Bald will er vor einem Arbeitsgericht auf die Auszahlung seines Gehalts klagen.

Köln: Sicherheitsdienst will angeschlagene Firma noch retten

Währenddessen sind Internetseite und Telefonanschluss des Sicherheitsdienstes nicht mehr erreichbar. Auf EXPRESS-Anfrage erklärt ein Rechtsanwaltsbüro, das die Firma vertritt, was los ist: „Unsere Mandantin teilt mit, dass sie sich derzeit tatsächlich in erheblichen Zahlungsschwierigkeiten befindet, wobei geprüft wird, ob Zahlungsunfähigkeit vorliegt, sodass Insolvenzantrag gestellt werden musste. Unsere Mandantin hofft allerdings, dass das Unternehmen noch zu retten ist.“

Die Zahlungsschwierigkeiten seien nicht gezahlten Rechnungen von Kunden des Sicherheitsdienstes geschuldet, heißt es weiter. „Zudem hat die Insolvenz der Adler Mode-Märkte, welche eine Kundin unserer Mandantin ist, darüber hinaus erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten verursacht, da erbrachte Dienstleistungen nicht mehr vergütet wurden. Hinzu treten wegen der mit der derzeitigen Corona-Pandemie verbundenen Einschränkungen einhergehende zahlreiche Schließungen und Auftragsstornierungen. So sind alle Doorman- und Ladendetektivtätigkeiten für Modehäuser etc. storniert worden“, erklärt der Anwalt weiter.

Köln: Sicherheitsfima droht Insolvenz aufgrund der Corona-Pandemie

Sollte es der Firma nicht gelingen, offene Forderungen rechtzeitig geltend zu machen, befürchte man die endgültige Zahlungsunfähigkeit und „damit die Notwendigkeit eines Insolvenzantrages“.

Der Anwalt weist aber noch daraufhin, dass der Inhaber aus Köln „alles zum Erhalt des Unternehmens“ verlassen will. Den Vorwurf, er habe sich mit einbehaltenen Löhnen ins Ausland abgesetzt, weist er als unzutreffend zurück.

Köln: Sicherheitsdienst-Mitarbeiter warten auf Gehälter von knapp 160.000 Euro

Die Mitarbeiter wie Michael K. hoffen jetzt, dass die Firma wieder Fuß fasst und sie ihre Löhne noch bekommen. Er ist aber sauer und sagt: „Das, was wir in der letzten Zeit durchmachen mussten, war nicht fair. Wir wurden nicht informiert und mussten mit dieser Ungewissheit zurechtkommen. Das haben wir nicht verdient.“