Paukenschlag vor Gericht Kölner Politiker verschickt Penis-Bilder und wird erpresst

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Der Kölner Politiker schickte Fotos von seinem Penis.

Köln – Mit einem pikanten Strafverfahren um die Erpressung eines Kölner Lokalpolitikers musste sich am Dienstag das Amtsgericht befassen. Zwei Männer (20, 21) und eine Frau (22) hatten dem Mann vor etwa zwei Jahren gedroht, ein von ihm versandtes Foto seines erigierten Penis öffentlich zu machen und Geld gefordert. 

Köln: Politiker verschickt Penis-Fotos und wird erpresst 

Der Politiker soll den Jugendlichen aus dem Umfeld eines Fußballvereins gekannt haben, ihm zuvor Geld geliehen haben – und dem Jungen in Aussicht gestellt haben, ihm die Schulden zu erlassen, sollte er intime Bilder von sichschicken. 

Das geschah auch, der Angeklagte versandte aber Fake-Bilder. Daraufhin soll der Politiker unvorsichtig geworden sein und  Bilder seines Penis versandt haben. Danach tat sich der Angeklagte mit seinen Freunden zusammen und startete die Erpressung. 

Schöffe war Landtagsabgeordneter und erklärt sich als befangen 

Der Prozess begann mit einem Paukenschlag, da zufällig ein ehemaliger Landtagsabgeordneter als Schöffe bestellt war, der den Kommunalpolitiker seit 25 Jahren kennt. 

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Erhielt die Penis-Bilder: Der heute 20-Jährige mit seinem Verteidiger Dr. Karl-Christoph Bode im Amtsgericht.

Der Schöffe erklärte sich als befangen und wurde ausgetauscht. Zum Schutz der Intimsphäre des Opfers schloss die Richterin dann auf Antrag der Nebenklage die Öffentlichkeit für weite Teile der Verhandlung aus. 

Köln: Erpresser legen umfassendes Geständnis ab 

Hinter verschlossenen Türen legten die Angeklagten dann umfassende Geständnisse ab und ersparten dem Opfer danmit einen Auftritt im Zeugenstand. Verteidiger Sebastian Schölzel regte an, das Verfahren gegen seine Mandantin einzustellen, da diese strafrechtlich nicht vorbelastet. Das lehnte der Staatsanwalt in dem Jugendstrafverfahren ab. Ihm käme zwar nicht auf hohe Strafen an, doch seien die Taten nicht jugendtypisch, es sei erhebliche kriminelle Energie aufgewendet worden.

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Die Richterin betonte am Ende des Prozesses, dass der Lokalpolitiker aufgrund der Drohungen der Jugendlichen in Angst und Schrecken versetzt worden sei, da eine Veröffentlichung der Bilder die soziale Existenz des Politikers hätte zerstören können. Die Vorsitzende rechnete es den Angeklagten aber an, den Spieß nicht umgedreht und sich aufgrund der Annäherungen seitens des Politikers in die Opferrolle begeben zu haben. 

Kölner Richterin spricht Verwarnungen aus und verhängt Sozialstunden 

Die Richterin gestand den Tätern aber zu, aufgrund des hohen Altersunterschiedes in Versuchung einer Erpressung geraten zu sein, nachdem man über die „kompromittierenden“ Bilder verfügt habe. Als Urteil sprach sie Verwarnungen aus, die Angeklagten müssen zwischen 40 und 120 Sozialstunden ableisten. 

Die erpressten 1000 Euro müssen sie zurückzahlen. Alle Prozessbeteiligten nahmen die Entscheidung an. Die Richterin: „Damit ist das Urteil rechtskräftig und die Geschichte endlich zu Ende.“

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