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Prozess in Köln Patient erwürgt? Freispruch für Krankenpfleger

Ein Pfleger hilft einer im Bett liegenden Frau.

Der angeklagte Pfleger arbeitete im Krankenhaus Wermelskirchen. Das Symbolfoto zeigt einen Pfleger am Bett einer älteren Frau 2011 in Frankfurt/Oder. 

Die Vorwürfe gegen ihn waren schrecklich und ihm drohte Knast. Doch jetzt fiel einem Krankenpfleger vermutlich ein großer Stein vom Herzen.  

Köln/Wermelskirchen. Die Vorwürfe gegen einen Krankenpfleger (47) waren schlimm. Er sollte aus Überforderung einen schwer dementen Patienten getötet haben. Doch am Donnerstag, 15. Juli, endete der Prozess gegen den 47-Jährigen mit einem Freispruch. 

Der Pfleger stand seit dem 22. Juni vor Gericht. Die Anklage gegen ihn lautete auf Totschlag. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm vorgeworfen, im April 2019 den 79-jährigen Patienten wegen Überforderung im Nachtdienst im Krankenhaus Wermelskirchen „vorsätzlich und ohne rechtfertigenden Grund“ erwürgt zu haben.

Kölner Richterin bei Urteil: Keine belastenden Sachbeweise

„Es gibt keine Sachbeweise, die den Angeklagten belasten“, sagte die Vorsitzende Richterin in der Urteilsbegründung. Zwar war die Kölner Rechtsmedizin nach der Obduktion des Leichnams zu dem Ergebnis gekommen, dass der 79-Jährige erwürgt worden sei. Ein Gegengutachten eines von der Verteidigung beauftragten Rechtsmediziners aus Hamburg hatte hingegen ergeben, dass der Mann wahrscheinlich an Herzversagen starb. Der Sachverständige hatte von einem durch diverse Vorerkrankungen sowie Alkohol- und Nikotinmissbrauch gezeichneten Herzen des 79-Jährigen gesprochen.

Für die Kammer blieb die Todesursache laut Urteilsbegründung deshalb ungeklärt. Doch selbst bei einem „hypothetisch unterstellten gewaltsamen Tod“ des 79-Jährigen habe es keine Beweise dafür gegeben, dass der Angeklagte der Täter sei, sagte die Richterin.

Auch Kölner Staatsanwaltschaft plädierte auf Freispruch

Der Angeschuldigte arbeitete als Krankenpfleger im Krankenhaus Wermelskirchen. In der Nacht auf den 17. April 2019 hatte er als einziger Pfleger Nachtdienst auf der Station 5 der Inneren Medizin. Er war für rund 30 Patienten zuständig, darunter auch das spätere Opfer. (mit dpa)