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Kommentar Plaketten-Zoff in der Südstadt zeigt, wo es in Köln wirklich hapert

Ordnungsamtswagen im Einsatz in der Kölner Südstadt am Chlodwigplatz

Symbolbild: Das Ordnungsamt Köln vor der Severinstorburg.

Die Ablehnung einer Plakette an der Severinstorburg hat Künstler Cornel Wachter enttäuscht. Dieses Beispiel zeigt, woran es in Köln hapert, meint unser Autor. Ein Kommentar.

Eines ist klar: Künstler Cornel Wachter ist auch ein streitbarer Mann, der seine Meinung offen kundtut. Insbesondere, wenn es um den guten Zweck geht, ist er sich nicht zu schade, auch mal kräftig ins Fettnäpfchen zu treten. Er geht gerade durchs Leben – ein Wesenszug, den man nicht immer findet.

Und er hat den Nerv getroffen: Er wollte eine kleine DIN-A4-Tafel an der Severinstorburg aufhängen aufgrund eines Ereignisses, das in Köln in die Geschichte eingegangen ist: „Arsch huh“ 1992 – 100.000 Menschen für Frieden und gegen Ausgrenzung. Daran zu erinnern – schon längst überfällig.

Köln: Gedenktafel für „Arsch huh“ 1992 wurde abgelehnt 

Das Beispiel der Ablehnung einer Papierblatt großen Erinnerungstafel zeigt, woran es in Köln hapert. Das Liegenschaftsamt lehnt einfach ab und schlägt eine Stele vor. Gut gemeint – vom Amtsschreibtisch aus. Hat aber mit der Realität nichts zu tun. Denn an der Severinstorburg hängt bereits eine andere Gedenktafel von Jan von Werth – und eben nicht in der geforderten Drei-Kronen-Form. Und eine Stele auf dem Chlodwigplatz vorzuschlagen ist ebenfalls grenzwertig: Denn dort findet immer donnerstags ein Markt statt.

Somit bleibt beim Bürger oder der Bürgerin ein Gefühl hängen: Frust und Ungleichbehandlung! Die Büros in der Verwaltung mögen bequem sein, aber manchmal ist eine kleine Runde vor Ort sinnvoll, um das Gefühl und das Gespür der Menschen zumindest zu erahnen.

Restriktionen für die Südstadt-Geschäfte, Theater an der Aachener Straße, keine Plakette für „Arsch huh“: All diese Dinge zeigen, dass Politik und Verwaltung oftmals gegen die Menschen agieren und nicht für sie. Die Empathie, das Verständnis für alte Traditionen in dieser Stadt fehlt augenscheinlich immer öfter.

Warum es nicht einfach laufen lassen, wenn es klappt? Mit Restriktionen und Ablehnung erreicht man diese Wut sehr schnell. Es wird Zeit, dass man den Kölnerinnen und Kölnern die Hand reicht. Sie finanzieren übrigens den Laden, der immer öfter gegen sie handelt. Miteinander tut gut – auch Köln kann das mit Sicherheit packen.

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