Große Trauer um Szene-Urgestein Kölner Kult-Grufti Michael Kämpfer gestorben

Michael Kämpfer lehnt sich an einen Balken mit Totenköpfen.

Michael Kämpfer, hier ein undatiertes Foto aus früheren Tagen, war als DJ, Veranstalter und Händler ein Urgestein der Kölner Szene. 

Seine Lieblingsfarbe war: Schwarz. Schwarz wie sein Humor, der viele Leute zum Lachen brachte. Jetzt trauert die Kölner Gothic-Szene um einen der beliebtesten „Gruftis“ Kölns – den „Kämpfer“.

So, nach seinem Nachnamen benannten Fans und Freunde den in Bonn geborenen, in Köln aufgewachsenen Michael Kämpfer. Mit nur 52 Jahren erlag er am 6. Dezember 2022 den Folgen eines Hirnaneurysma.

Seine Frau Jana fand ihn leblos auf dem Boden liegend. Das Paar aus dem „Kwartier Latäng“ hatte erst im Sommer 2020 geheiratet.

Köln: Gothic-Szene trauert um Urgestein Michael Kämpfer

Die Szene reagierte schockiert auf den plötzlichen Tod und drückte der Familie in einem Nachruf und vielen Kommentaren ihr Beileid aus. Kämpfer hatte einen legendären Ruf als Comic-Zeichner, DJ (oft im Szeneladen „Lalic“), Veranstalter und Betreiber des Gothic-Ladens „Art of Dark“ am Rathenauplatz.

Er galt als ein Urgestein der Gothic-Szene, die Anfang der 1980er Jahre aus dem Punk- und New-Wave-Umfeld erwuchs und fasziniert war von Themen wie Vergänglichkeit und Tod.

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Den nahm der „Kämpfer“ ernst, nahm ihn aber auch mit ganz eigenem Charme auf die Schippe. 1994 veröffentlichte er seinen ersten Comic „Immer wenn es dunkel wird – So schwarz ist Köln“, der den Gothic-Elementen in der Stadt nachging, aber auch ein Statement gegen Rassismus war.

Eine Seite eines Kalenders mit einer Illustration.

Schwarzer Humor: Auch als Zeichner machte sich Kämpfer über Köln hinaus einen Namen.

Bis zuletzt erzählte er „Zwischenfälle und andere Anektötchen“ in Comicform, brachte erst im November einen aus zwölf Cartoons bestehenden „Grufti-Kalender“ heraus.

Kölner Michael Kämpfer ist tot – große Anteilnahme

Sätze des Abschieds aus dem Netz: „So traurig! So viele nette Menschen und so viel Musik hätte ich ohne dich wahrscheinlich nie kennengelernt! Deine Partys sind unvergessen. So wie Du.“ Oder: „Mors certa, hora incerta/Der Tod ist gewiss, die Stunde ist ungewiss - aber der Tod ist nicht das Ende ...“ Und: „Ich kann es gar nicht glauben. Möge er in Frieden ruhen. Mach's gut, Kämpfer.“

Der Leichnam wird am Freitag (16. Dezember 2022) zunächst eingeäschert – die Familie wünscht sich später eine Bestattung auf dem Friedhof Melaten, der für die Kölner Gothic-Szene einen großen Stellenwert hat.

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