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Mitten in Kölner City Mütter sehen skurrile Fetisch-Fans und haben sofort einen Wunsch

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Die Latex City Tour durch Köln führte auch am Rheinufer entlang. Viele unter den Teilnehmern sind wichtige Chefs von Unternehmen, berichtet Contessa Kali (vorne).

Köln – Hammer-Wetter, gute Laune – und in Köln ist alles im Lack! Am Sonntag sorgte eine Domina zusammen mit Fetisch-Fans aus Köln und ganz Deutschland für große Augen und viel Aufregung. 

Ist das noch jugendfrei und erlaubt? Oder zeigt das, wie beliebt unsere kunterbunte Stadt in ganz Deutschland ist? EXPRESS hat mit der Domina vorab gesprochen.

Wenn Contessa Kali (30) zusammen mit acht weiteren Fetisch-Fans mit ihren skurrilen Lack-und-Leder-Outfits durch die Stadt spaziert, zücken die Menschen verwundert ihre Handys, um Fotos zu machen. Am Rheinufer, an den Kranhäusern bilden sich Menschentrauben, Dutzende wollen die ominöse Truppe sehen. Klar: Denn es ist weder Karneval noch CSD.

„Die Kinder lieben uns“, erklärt die Domina. Und nicht nur sie. „Manchmal laufen sogar mehrere Hundert Zuschauer mit.“

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Von den Kranhäusern ging es für die glänzendste Wandergruppe Kölns dann an den Dom.

Nur einige wenige schütteln erschrocken den Kopf, murmeln „pervers“. Enge Latex-Anzüge, hohe Leder-High-Heels, einige tragen Leder-Tiermasken und laufen als „Latex-Hunde“ an Ketten mit. Diese Optik provoziert. Aber was soll das alles?

Latex-City-Tour, so nennt sich die Wandergruppe, die durch die Stadt spaziert. Gegründet hat sie Contessa Kali, die Domina aus einem kleinen Ort in der Oberpfalz.

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Viele lieben die Lust am Latex.

Die Tour gibt es seit vergangenem Jahr, war schon in Augsburg, München, Hamburg unterwegs – und diesmal zum ersten Mal am Rhein. Ihre Route in Köln: Los ging es am Heumarkt, später ging es zum Chlodwigplatz, zur Schokladenfabrik, zum Medienhafen, zur Deutzer Brücke – und als letztes Highlight: zum Dom.

Domina: „Immer mehr wollen Fetisch offen ausleben”

Dutzende haben sich am Sonntag der Latex-Bewegung angeschlossen, auch Kölner Fetisch-Fans waren darunter. Sie alle lieben Lack, Leder, Latex – und wollen ihren Fetisch öffentlich ausleben. „Und es werden immer mehr”, weiß Kali.

Manch einer ist in der BDSM-Szene verwurzelt, manch einer liebt das „Petplay“, ein erotisches Rollenspiel, bei dem jemand die Rolle eines Tieres (in Latex-Outfit) spielt.

Fetisch-Fans in immer mehr Städten unterwegs

„Es fing an mit einem Latex-Fotoshooting im vergangenen Frühling an“, erklärt Kali, die die Touren zusammen mit ihrem Mann Daniel (42) organisiert, der ebenfalls Latex liebt.

„Nachdem wir die Fotos dann veröffentlicht haben, kamen unzählige Latex-Fans an und wollten mitmachen. Das war dann ein Selbstläufer. Und irgendwann haben wir die Idee gehabt, durch die Städte zu laufen.“ Am Ende kamen immer mehr Fetisch-Fans, um mitzumachen. „Den Mut, so etwas allein zu machen, haben viele eben nicht.”

Domina Kali: „Kommentare sind zu 99 Prozent positiv”

Offenbar hat das Pärchen eine „Marktlücke“ entdeckt. „Wir sind ganz verwundert, dass vorher noch niemand auf diese Idee gekommen ist.“ 

Das Hobby ist teuer: 1000 Euro kostet so ein hochwertiger Latex-Fummel, nach oben ist die Grenze offen. „Deshalb laufen vor allem Besserverdiener bei uns mit, viele sind Vorstands-Bosse und Chefs von größeren Unternehmen”, erklärt die Domina. Die tragen dann edle und teure Outfits – und sind natürlich maskiert.

Wissen die Ehefrauen von den Hobbys ihrer Männer? „Die meisten nicht”, schmunzelt Kali. 

Doch wie reagieren die Menschen in den Fußgänger-Zonen darauf, dass Fetisch-Fans ihre Lust am Latex zu öffentlich zeigen? „Zu 99 Prozent positiv“, erklärt Kali. „Die sind interessiert daran, was wir eigentlich für eine Gruppe sind, woher die Outfits kommen.“

Wenn Mütter mit ihren Kindern kommen, dann haben die meisten nur einen Wunsch: Sie fragen, ob die Kids die „Latex-Hunde“ streicheln dürfen. „Sie wollen dann ein Foto für’s Familienalbum“, so Kali.

Viele Kölner freuen sich über Domina und Fetisch-Fans

Andere aber würden motzen. „Da kann man nichts machen“, so Kali. „Die fragen dann, was wir bitte für ein Vorbild für die Kinder sind.“

Klar ist aber auch: Köln ist eine tolerante, offene und kunterbunte Stadt. Der perfekte Ort also für die Fetisch-Fans, um auch außerhalb von CSD und Karneval für ein breites Grinsen bei den Kölnern zu sorgen. 

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