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„Dachte, das wäre ein Witz“ Nach 30 Jahren: Commerzbank kündigt Kölner Hotel-Chefin

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Die Kölner Hotel-Chefin Marlies Greber war 30 Jahre lang Kundin bei der Commerzbank. 

Köln – Die Corona-Krise macht es Gastronomen und Hoteliers in Köln ziemlich schwer. Umso wichtiger war es Hotel-Chefin Marlies Greber bisher, dass sie mit ihrem Astor & Aparthotel am Friesenwall in den schwarzen Zahlen stand. Trotzdem bekam sie plötzlich Post von der Commerzbank.

„Ich habe zuerst gedacht, das wäre ein Witz“, erzählt Greber über das Schreiben gegenüber EXPRESS. Seit 30 Jahren ist sie Kundin bei der Commerzbank. Trotzdem hat ihr die Bank jetzt alle Konten gekündigt.

Köln: Hotel-Chefin versteht nach Konten-Kündigung die Welt nicht mehr

„Ich bin dort seit 30 Jahren Kundin und seit 20 Jahren Geschäftskundin, ich stehe dort mit allen Konten in den schwarzen Zahlen. Für mich kommt das aus dem Nichts“, so die Hotel-Chefin.

In dem Schreiben bezieht sich die Bank auf Paragraf 19 Absatz 1 ihrer Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Laut dieses Absatzes haben Banken wie die Commerzbank jederzeit die Möglichkeit, ihren Kunden unter Einhaltung einer „angemessenen Kündigungsfrist“ zu kündigen.

Kölner Hotel-Chefin: Zusätzlicher bürokratischer Aufwand 

In der Regel sind das mindestens zwei Monate. Irritiert ist die Kauffrau auch, dass man ihr bei der Commerzbank sogar ihre privaten Konten aufgekündigt hat. Marlies Greber hat nun bis zum 15. November 2020 Zeit, sich in Sachen Bank umzuorientieren. Nicht gerade wenig Aufwand.

„Ein Großteil der Fixkosten, wie zum Beispiel der Strom werden von diesen Geschäftskonten eingezogen. Jetzt muss ich jede einzelne Firma kontaktieren“, so die Apart Hotel-Chefin. Den Grund für die Konten-Kündigungen bleibt ihr die Commerzbank schuldig.

Kundenservice erteilt Hotel-Chefin keine Auskunft 

„Ich habe mich beim Kundenservice gemeldet und gefragt, warum man mir gekündigt hat“, so Greber. Daraufhin habe man ihr lediglich geantwortet: „Wir können Ihren Unmut verstehen, sind aber nicht verpflichtet, Ihnen einen Grund zu nennen.“ Auch auf EXPRESS-Nachfrage will die Bank ihre Kriterien für Konto-Kündigungen nicht offenlegen.

Commerzbank: „Kündigung nur in begründeten Ausnahmefällen“

„Die Commerzbank steht fest an der Seite ihrer Unternehmerkunden. Das Kündigen eines Kontos erfolgt nur in begründeten Ausnahmefällen. Wir bitten um Verständnis, dass wir uns zu einzelnen Gründen nicht äußern können“, erklärt ein Commerzbank-Sprecher. Was ein solcher Ausnahmefall in den Augen der Commerzbank ist, bleibt dabei offen.

Andere Banken weniger überrascht über Konto-Kündigungen

Laut EXPRESS-Informationen ist diese Vorgehensweise Bank-Insidern bekannt. Vielerorts sorge man gerade dafür, sich weniger lukrativen Bank-Kunden, wie Gastronomen und Hoteliers zu entledigen.

Marlies Greber steht zu ihrem Fall auch mit der DEHOGA Nordrhein in Kontakt.

DEHOGA bestätigt schwierige Situation vieler Kölner Gastronomen

Die DEHOGA bestätigt gegenüber EXPRESS, wie schwer es Kölner Gastronomen in der Corona-Krise haben, gerade wenn sie in Zahlungsschwierigkeiten geraten.

Doch weitere Fälle von Konto-Kündigungen bei zahlungsfähigen Gastronomen und Hoteliers liegen dem Verband aktuell so nicht vor.

Für Marlies Greber und die gesamte Hotel-Branche bleibt die Gesamtsituation schwierig. Weihnachtsmarkt-Absagen und Messe-Termine, die in der Schwebe hängen, setzen den darauf angewiesenen Betrieben stark zu.

Hotel-Chefin: Auf staatliche Hilfen angewiesen, wie Commerzbank nach Finanzkrise

„Manchmal frage ich mich, was da gerade passiert“, erklärt die Hotel-Chefin hilflos. Was Hoteliers jetzt sicher nicht gebrauchen könnten, sei noch mehr Unsicherheit.

Ihre Branche sei aktuell nun einmal auf staatliche Finanzhilfen angewiesen, genauso wie die Commerzbank nach der Finanzkrise von 2008.

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