Kölner „Sugardaddy“? Banker verlässt Ehefrau für Escort-Girl, dann wird er erpresst

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Der ältere Herr verließ seine Ehefrau für die junge Escort-Lady.

Köln – Es klingt nach einem Klassiker bei Männern, die den zweiten Frühling erleben. Ein 57-jähriger Familienvater trifft 2012 im Internet auf eine damals 18-Jährige, verliebt sich in sie und zahlt Unsummen, um die junge Frau „zu retten, aus dem Milieu zu holen“. Im Prozess vorm Kölner Amtsgericht sehen sich die beiden nun wieder: der Ex-Banker hat die Escort-Lady wegen Erpressung angezeigt. 

„War das eine Beziehung auf Augenhöhe oder eher „Sugardaddy trifft auf Lolita?“, fragt der Richter den Familienvater, als dieser ohne zu beschönigen im Zeugenstand beschreibt, wie alles anfing zwischen dem ungleichen Paar. Der Banker lebte damals mit Ehefrau und zwei Kindern in Luxemburg, reiste einmal pro Woche geschäftlich nach Köln, wo er auf die 18-Jährige traf. 

Banker zahle für Busen-OPs 

„Es waren definitiv Gefühle mit im Spiel“, antwortet der 57-Jährige und spricht von einer „Beziehung“, es soll also weitaus mehr gewesen sein als nur der Sex, der beide zusammenhielt. Er habe sie „aus dem Milieu rausholen wollen“ und ihr deshalb ein Bankkonto eingerichtet. Jeden Monat überwies er 1500 Euro und zahlte auch für mehrere Schönheitsoperationen. 

Mal ließ sie sich den Busen vergrößern, dann folgten eine Fettabsaugung und die nächste OP, wo die Oberweite wieder reduziert wurde. Insgesamt 20.000 Euro blätterte der Banker dafür hin. Er habe das freiwillig getan: „Sie sollte sich wohlfühlen. Ich wollte ihr zeigen, dass ich für sie da bin“, sagt er. 

Zum „Jahrestag“ soll die Erpressung begonnen haben 

Ein Jahr später wollte das Paar zum „Jahrestag“ nach Berlin fahren. Doch die junge Frau sagte ab, verlangte per Whatsapp 15.000 Euro, andernfalls wolle sie die Ehefrau über die Affäre informieren.  Um seiner Familie in Luxemburg „die Schande zu ersparen, denn wir wohnten auf einem kleinen Dorf“, zahlte der Banker die Summe - und setzte die Beziehung fort, als sei nichts gewesen. 

„Ich kann es mir heute auch nicht mehr erklären. Aber ich wollte sie retten, ihr helfen, ein neues Leben anzufangen.“ Monate später kaufte er in Köln eine Eigentumswohnung, die er zur Hälfte auf ihren Namen überschrieb. 

Und er kaufte ein Haus, wo er seine junge Partnerin mit deren kleinen Sohn, den sie mit in die ungewöhnliche Beziehung gebracht hatte, und ihre Mutter wohnen ließ. Später zog er ebenfalls dort ein, nachdem er seine Frau in Luxemburg verlassen hatte. 

Nächste Erpressung: 50.000 Euro verlangt? 

Doch das junge Glück währte nicht lange. Die offensichtlich psychisch labile junge Frau litt unter Stimmungsschwankungen, blieb nächtelang weg, und wieder kam von ihr über Whatsapp eine Geldforderung: diesmal 50.000 Euro, andernfalls wolle sie ihn wegen Steuerhinterziehung und Unterschlagung ins Gefängnis bringen. 

Die Behauptung ist nicht aus der Luft gegriffen: Erst vor ein paar Tagen wurde der Banker wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung vom Kölner Landgericht zu knapp drei Jahren Gefängnis verurteilt. Den von ihm angerichteten Vermögensschaden bezifferten die Richter auf fast eine Million Euro. 

Kölner Richter: Schuld gering, 50 Sozialstunden 

Auf der erpresserischen Sprachnachricht hörte der Banker, wie im Hintergrund eine männliche Stimme laut lachte. Diesmal ging S. zur Polizei, zeigte die Freundin an: „Ich habe es nicht ernst genommen. Aber ich hatte Angst, dass sie irgendwelche Kreise aktiviert, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen.“ Er habe befürchtet, sie „komme unter die Räder“, habe sie mit der Anzeige „vor sich selbst schützen wollen“. Ein Interesse an einer Verurteilung habe er nicht, lässt er den Richter noch wissen, bevor er den Saal verlässt. 

„Ihre Schuld ist eher gering“, befindet der Richter und spricht von „einer Beziehung, die für einen eher konventionell denkenden Menschen nicht nachvollziehbar ist, aber auch nicht strafbar“. Er stellt das Verfahren ein, die junge Frau, inzwischen 25 Jahre alt, soll im Gegenzug 50 Sozialstunden leisten. Und auf Haftentschädigung verzichten, denn sie hatte drei Wochen in Untersuchungshaft gesessen.

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