Nach Klopapier-Klau im Gotteshaus Bergischer Pfarrer schreibt dreistem Dieb

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Er fand mit einem Augenzwinkern deutliche Worte in seiner Andacht für ein schwarzes Schäfchen und die deutsche Angst vor dem Ausgehen des Klopapiers in Zeiten der Corona-Krise: der evangelische Pfarrer Thomas Rusch aus Hoffnungsthal

Hoffnungsthal  – Dass die Toilettenpapier-Regale in den deutschen Supermärkten seit Wochen wie leer gefegt sind – allseits bekannt.

Dass bei dem spärlichen Nachschub nur ein Paket pro Person herausgeben wird – allseits akzeptiert.

Dass die ersten Kunden sich drum prügeln – total beschmiert.

Dass Pakete mittlerweile geklaut werden – keine Überraschung. 

Hoffnungsthal: Dieb kam während des Gottesdienstes

Dass aber sämtliche Vorräte aus einem evangelischen Gemeindehaus während eines Gottesdienstes geklaut werden – unfassbar. Und selbst in allerhöchster Not: mehr als unchristlich.

Aber passiert. Und zwar im beschaulichen Hoffnungsthal 20 Kilometer vor den Toren Kölns, als die Gläubigen sich vor Ausbruch der Corona-Pandemie zum letzten Mal gemeinsam versammeln durften.

Pfarrer Rusch: Online-Andacht auf der Homepage

Pfarrer Thomas Rusch hat den Diebstahl vom 15. März jetzt öffentlich gemacht. Aber nicht etwa der Polizei in Untereschbach gemeldet. Sondern beim lieben Gott. Und zwar von seiner digitalen Kanzel im heimischen Büro per schriftlicher Andacht auf die Homepage seiner Gemeinde gesendet, die seine Schäfchen in Zeiten der geschlossenen Kirche jetzt in erhöhter Frequenz besuchen. Einem schwarzen Schäfchen könnte er jetzt dabei ein schlechtes Gewissen gemacht haben.

Pfarrer Rusch: Deftige Bitte an den lieben Gott 

„Lieber Dieb“, schreibt Rusch mit einem Augenzwinkern, „wenn du dies liest: ich wünsche Dir einen segensreichen Gebrauch und erteile Dir hiermit die pastorale Absolution. Eine Bitte hätte ich: bitte teile mit Deinem Nachbarn!“

Rusch schlägt in seiner Andacht die Brücke zu einer Klopapier-Alternative („Zeitungspapier, aber vorher ordentlich knüddeln“), findet in der Bibel eine Stelle zum „täglichen Bedürfnis“ und kommt zu einem Schlusswort, das die Überschrift der Andacht („Deftige Worte“) schlussendlich trägt: „Beten wir dafür, dass Gott seine Verheißungen wahr macht und uns aus der Schei… rausholt. Und dass wir den Blick für unseren Nachbarn haben, der kein Toilettenpapier hat.“  

Die deutsche Toilettenpapier-Posse und der weltweite Ruf in den Himmel: Herrlicher konnte es der Pfarrer nicht auf den Punkt zu bringen!

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