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Kein ZahnarztterminKölner Mutter verzweifelt: „Aber wo sollen wir hin?“

Mutter und Tochter machen einen Kussmund.

Die behinderte Maria (34) hat seit Monaten Zahnschmerzen. Ihre Mutter Gaetana Rohr (54) sucht verzweifelt eine entsprechende Zahnklinik.

Wer Zahnschmerzen hat, geht zum Zahnarzt. Wenn es für die Kölnerin Gaetana Rohr und ihre Tochter doch nur so einfach wäre...

Maria weint. Sie hat Zahnschmerzen, und das schon seit Monaten. Die Schmerzen kommen und gehen. Wenn sie da sind, will sie nichts essen, verweigert das Zähneputzen. Ihre Mutter Gaetana Rohr (54) hat sich jetzt mit einem verzweifelten Hilferuf an EXPRESS.de gewandt. 

„Ich habe eine besondere Tochter. Maria ist 34 Jahre jung und seit Geburt schwerbehindert“, erzählt sie. Zu einem „normalen“ Zahnarzt könne sie mit ihrer Tochter nicht gehen. „Da macht sie den Mund nicht auf, geschweigedenn, dass sie sich behandeln lässt“, erklärt die Kölnerin.

Kölnerin: Behinderte Tochter (34) noch wie ein kleines Kind

Aufgrund der Problematik wurde Maria zuletzt vor acht Jahren behandelt. In der Zahnklinik der Kölner Uni – unter Vollnarkose! Anders ginge es nicht, so die Mutter. Maria sei zwar eine lebensfrohe junge Frau, die gerne feiern und shoppen gehe, aber aufgrund ihrer Behinderung noch wie ein kleines Kind.

„Sie versteht nicht, warum sie den Mund öffnen soll“, sagt Gaetana Rohr. Schon Zähneputzen sei extrem schwierig bei ihr.

„Jetzt hat sie seit Juni letzten Jahres Schmerzen“, erzählt die Mutter besorgt. Seitdem würde sie vergeblich eine Zahnklinik suchen, die ihre Tochter unter Vollnarkose versorgt. Auch im weiteren Umfeld von Köln. „Die Zahnärzte würden sie behandeln, die Anästhesisten leider nicht“, sagt sie enttäuscht. Daher bekäme Maria lediglich Antibiotika verschrieben.

Verzweifelt fragt die Kölnerin: „Aber wo sollen wir hin? Maria kann ja nicht ewig Schmerzmittel nehmen! Wer behandelt behinderte Menschen? Sind dies keine Menschen? Wir wissen nicht mehr weiter...“

Zahnärztekammer Nordrhein bietet sofort Hilfe an

Auf ihren Hilferuf kontaktierte EXPRESS.de die Zahnärztekammer Nordrhein. Laut deren Sprecher Daniel Schrader könnten grundsätzlich Menschen mit Behinderung unter Vollnarkose behandelt werden. „Zahnärztinnen und Zahnärzte haben inzwischen jedoch bei allen Patientinnen und Patienten aufgrund der massiven Zunahme komplexer, rechtlicher Vorgaben Probleme, Anästhesisten für Behandlungen zu finden“, erklärt er. 

Nach Rücksprache mit der Universitätsklinik Köln bietet er Gaetana Rohr an, sich bei einem Professor, einem Fachzahnarzt für orale Chirurgie und Implantologie an der Kölner Uniklinik, zu melden. Was für eine tolle Nachricht für die verzweifelte Mutter. Endlich hat sie die Hoffnung, dass ihre Tochter von den Schmerzen erlöst wird. 

„Alternativ bieten wir der Mutter gerne unsere Unterstützung zur Vermittlung einer Behandlungsmöglichkeit an“, so der Sprecher der Zahnärztekammer Nordrhein.

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