„Ne kölsche Schutzmann” Das Herz! Alle Hintergründe zu Jupp Menths Rücktritt

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Jupp Menth, wie wir ihn kennen: Als „ne kölsche Schutzmann“.

Köln – Es ist ein Paukenschlag: Aufgrund von gesundheitlichen Problemen wird „Ne kölsche Schutzmann“ Jupp Menth (70) mit sofortiger Wirkung seine aktive Karnevalskarriere beenden.

Sämtliche Auftritte sind bereits abgesagt – Grund dafür sind auch die Entwicklungen der letzten Wochen, sagt Menth.

Es war am frühen Samstagmorgen, als eine Ära des kölschen Fastelovend völlig überraschend zu Ende ging. „Ich hatte Herzrasen, musste mich in ärztliche Behandlung begeben“, sagt ein zutiefst berührter Jupp Menth. Das Ergebnis der Untersuchung stand schnell fest. „Auf Anraten meines Arztes muss ich meine aktive Karriere mit sofortiger Wirkung beenden“, so Menth.

Der Schutzmann und das Herz: Menth, der bereits zwei Bypass-Operationen überstanden hat (die erste war bereits 1993), klagte am Freitagabend bei seinem letzten Auftritt in Zülpich über Herzrhythmusstörungen. Seine Auftritte zog er noch durch – doch in der Nacht suchte er in der Not den Arzt auf.

Der Rücktritt von Menth – er hat auch etwas mit der Entwicklung der letzten Tage zu tun. Die Ausladung bei der IG Metall, das Einschreiten von Kölns SPD-Chef Jochen Ott (hier nachlesen), viele Diskussionen auf und hinter der Bühne prasselten auf den 70-Jährigen ein.

„Thema hat mich berührt”

All das war dem Schutzmann wohl zu viel. „Ich habe mehr und mehr gemerkt, wie sehr mich das Thema berührt hat“, gibt er im EXPRESS-Gespräch offen zu. „Es hat mich aufgewühlt und nicht mehr gut schlafen lassen. Das fördert natürlich nicht unbedingt meine ohnehin schon angeschlagene Gesundheit.“

Mit dem Wissen um sein angeschlagenes Herz legte sich der Redner seine knapp 120 Termine so, dass er vergleichsweise stressfrei durch die Session kommt. Er sagt: „Wenn dann aber Dinge passieren, die du nicht mehr beeinflussen kannst, bist du einfach machtlos.“

Der Rücktritt einer kölschen Ikone! Mit Menth geht ein Typenredner der Extraklasse von Bord. Einer, der für seine deftige Ansprache und die Urform der kölschen Rede stand. Seit Jahren setzte er sich für den Erhalt der „kölschen Sproch“ ein.

Enkel soll noch lange was von ihm haben

„Die Gesundheit geht aber vor“, erklärt Menth. „Ich habe ein wunderbares Enkelchen – und der soll auch noch möglichst lange etwas von mir haben.“

Der kölsche Schutzmann blickt nicht im Zorn zurück, im Gegenteil: „Der Karneval hat mir so viel gegeben. Ich möchte mich bei allen bedanken, die mich insbesondere in den letzten Wochen, aber auch all die Jahre, unterstützt haben.“ Es sind Momente, in denen Menth schlucken muss. „Der Karneval war genau mein Ding.“

Jetzt gelte für ihn aber „Ruhe, Ruhe und noch einmal Ruhe. Von dem Stress muss ich mich erholen“. Macht er sich Gedanken um die Zukunft? „Es ist alles noch sehr frisch. Vielleicht kann ich jungen Talenten helfen – das ist aber Zukunftsmusik.“

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