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„Noch sehr viel zu lernen“Auszeichnung für Kölner Festkomitee – Kuckelkorn mit großer Aufgabe

Marita Kölner und Ludwig Sebus (r.) und Christoph Kuckelkorn lachen in die Kamera.

Marita Kölner und Ludwig Sebus (r.) gratulieren dem FK-Präsidenten Christoph Kuckelkorn (Mitte) zur besonderen Auszeichnung des LVR in der Kategorie Kultur. Das Foto wurde am Montag (21. August 2023) aufgenommen.

Der LVR zeichnet das Festkomitee Kölner Karneval mit dem Rheinlandtaler in der Kategorie Kultur aus.

von Daniela Decker (dd)

Großer Bahnhof für das Festkomitee Kölner Karneval. Am Montagabend (21. August 2023) nahm Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn stellvertretend für alle Karnevalistinnen und Karnevalisten den Rheinlandtaler in der Kategorie Kultur entgegen.

Mit dieser Auszeichnung würdigt der Landschaftsverband Rheinland (LVR) nicht nur das ehrenamtliche Engagement, sondern auch die Förderung von Brauchtum und Tradition, Integration und den Einsatz für ein multinationales und friedliches Zusammenleben verschiedener Völkergruppen.

LVR zeichnet das Festkomitee Kölner Karneval aus 

Jede Menge Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Kultur (darunter die LVR-Direktorin Ulrike Lubek, Bürgermeister Dr. Ralf Heinen, Marita Kölner und Ludwig Sebus) hatten sich am Montagabend im Rheinlandsaal des LVRs zur Verleihung des Rheinlandtalers versammelt.

In ihrer Laudatio lobte Anne Henk-Hollstein, Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, dass sich in der 200-jährigen Geschichte des Kölner Festkomitees sehr viel getan hat: „Unfassbar das damalige offizielle Statement: Ein betrunkener Mann ist nicht so unangenehm wie eine betrunkene Frau und so etwas sollten die Leute am Zugweg nicht zu sehen bekommen und schon gar nicht im Fernsehen. Frauen waren im Rosenmontagszug nicht erlaubt. Erst seit 1978 durften sie teilnehmen.“

Im Gegensatz zu damals regiert am Maarweg heute Toleranz und gesellschaftliche Vielfalt – auch in schwierigen Zeiten. Zum Beispiel während der Corona-Pandemie, als das Festkomitee den Rosenmontagszug als Puppenspiel mit dem Hänneschen-Theater inszenierte.

Ebenso lobte Henk-Hollstein die Solidarität mit der Ukraine, in die Russland am 24. Februar 2022 einfiel. „Statt den Rosenmontagszug, wie geplant, im Rhein-Energie-Stadion zu veranstalten, rief das Komitee zu einer Friedensdemonstration auf, die weltweit für Aufsehen sorgte.“

Berührend ist die Geschichte des kölschen Frank Hoßbach, einem großen Karnevalsfreund, der an einer degenerativen Erkrankung des zentralen Nervensystems (ALS) litt und im April 2014 starb: „Er hinterließ dem Festkomitee eine Spende in Höhe von 5000 Euro für die Errichtung einer rollstuhlgerechte Tribüne“, erinnerte Henk-Hollstein.

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Um den Traum von Hoßbach wahr werden zu lassen, schloss das Festkomitee und der LVR eine Kooperation mit dem Titel „Karneval für alle“.

Die Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland nutzte die Verleihung auch, um ein Anliegen an Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn zu richten: „Setzten Sie sich ein bisschen mehr für die Stärkung der Frauen im Karneval ein.“

Sichtlich gerührt bedankte sich Christoph Kuckelkorn für die Ehrung: „Ich bin super professionell im Ehren, aber ich bin total dilettantisch im geehrt werden“, gestand er. „Die Auszeichnung geht zwar ans Festkomitee, ich nehme sie aber nur stellvertretend für alle angeschlossen Gesellschaften an.“

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Um das zu verdeutlichen, erhält jede Gesellschaft ein Duplikat des Rheinlandtalers: „Diese haben wir extra anfertigen lassen“, betonte Kuckelkorn.

Für die kommende Session kündigte der Festkomitee-Präsident weitere Inklusions-Angebote an, wie zum Beispiel bei der Proklamation des Kinderdreigestirns: „Wir möchten Kindern die Tür öffnen, die bisher noch nicht die Gelegenheit hatten, dabei sein zu können.“

Kuckelkorn appelliert: „Karneval hat noch sehr viel zu lernen“

Auf das Anliegen von Anne Henk-Hollstein in Bezug auf Frauen, hatte Kuckelkorn nur eine Antwort: „Der Karneval hat noch sehr viel zu lernen und wir müssen Frauen einfach Mut machen, in die erste Reihe zu treten.“

In Sachen Veränderungen hat Kuckelkorn auch einen Traum: „Das Karnevalsmuseum mitten in der Stadt.“ Musikalisch gratulierte eine Abordnung des Jugendchor St. Stephan zusammen mit Kindern der LVR-Förderschule Belvedere unter der Leitung von Michael Kokott.