Bürgergarde „blau-gold“Präsident Wallpott feiert gleich zwei Meilensteine seiner Karnevals-Zeit

Markus Wallpott mit Alexander Wehrle.

Markus Wallpott (l.) genoss den Rosenmontagszug zusammen mit dem früheren FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle. Der Präsident der Bürgergarde „blau-gold“ fährt am Dienstag (13. Februar 2024) in Ehrenfeld seinen 90. Zug.

Markus Wallpott ist inzwischen seit 20 Jahren Präsident der Bürgergarde „blau-gold“. In dieser Zeit hat das junge Traditionskorps einige Neuheiten an den Start gebracht. 

Der Ehrenfelder Dienstagszug (13. Februar 2024) markiert für Markus Wallpott eine ganz besondere Zahl. „Jedes Jahr aufs Neue gehören die Züge zu meinen schönsten Erlebnissen. Dass dies schon meine 90. Fahrt durch Köln ist, kann ich selbst kaum glauben. Nur die Ausfälle durch Krieg und Pandemie konnten mich stoppen“, sagt er.

Die Bürgergarde „blau-gold“ ist aus dem kölschen Fastelovend und aus dem Spektrum der neun Traditionskorps nicht mehr wegzudenken. Dabei ist ihr Erfolgsrezept ganz einfach: Kameradschaft steht an erster Stelle. Jeder hilft jedem, und jeder ist gleich. Zu den Gründern der Bürgergarde gehörte Hans Wallpott, der auch langjähriger Präsident war. Ihm folgte sein Sohn Markus Wallpott, der in dieser Session sein 20-jähriges Jubiläum als Präsident der Bürgergarde feiert.

Markus Wallpott seit 20 Jahren Präsident der Bürgergarde „blau-gold“

Bereits als kleiner Panz war Markus Wallpott an der Seite seines Vaters als Gardist dabei. „Das hat mich natürlich total geprägt und hilft mir bis heute, mein Amt als Präsident auszuführen“, betont Wallpott im EXPRESS.de-Gespräch.

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Bereits seit 1996 ist er im Vorstand tätig und wurde im gleichen Jahr als Sitzungsleiter ins kalte Wasser geschmissen: „Ich hatte Lampenfieber bis unter beide Arme. Ich hatte mir zwar jahrelang als Elferratsmitglied vieles von meinem Vater Hans abschauen können, aber wenn man plötzlich in der Mitte steht, ist das schon eine ganz große Herausforderung.“

Während der Sitzung traten dann auch noch einige Programmlöcher auf. „Kurzerhand schnappte ich mir das Mikro und stimmte immer wieder zusammen mit dem Publikum kölsche Lieder an. Ich bin bis heute froh, dass die Jecken mich an diesem Abend so liebevoll unterstützt haben“, gesteht der Präsident, der in jeder Session fast zehn Veranstaltungen der Bürgergarde leitet.

Nach jahrelanger Tätigkeit als Korps-Spieß wurde Markus Wallpott 1996 mit nur 29 Jahren zum Vizepräsidenten und Kommandanten der Bürgergarde gewählt. „Durch weitere personelle Veränderungen hatten wir den jüngsten Vorstand im Kölner Karneval. Andere Gesellschaften klagten damals über Nachwuchsschwierigkeiten, während bei uns viele junge Gardisten Mitglieder wurden. Junge Leute gehen halt dahin, wo ihre Altersgenossen sind.“

Durch die konsequente Nachwuchsförderung ist die Bürgergarde bis heute ein junges Korps. „Für meinen Vorstand und mich ist das das oberste Ziel“, unterstreicht Wallpott und ergänzt: „Ebenso viel Wert legen wir darauf, dass es bei uns familiär zugeht. Die Bürgergarde soll für alle quasi eine zweite Heimat sein.“

Während seiner 20-jährigen Präsidentschaft hat Markus Wallpott bereits jede Menge Ideen umgesetzt: „Ob Sitzungen, Bälle oder Partys, mein Vorstand und das Korps standen immer hinter meinen Ideen. Das hat nicht nur unheimlich Spaß gemacht, sondern wir waren für viele neue Formate, welche heute im Kölner Karneval völlig normal sind, Vorbilder.“ Dazu gehört unter anderem die erste Jugendparty „Weibertanz“, den die jungen Gardisten 1994 verwirklichten.

Nach acht Jahren als Vize-Präsident wurde Markus Wallpott 2004 zum Präsidenten gewählt: „Die Freundschaft, Geselligkeit und Harmonie sind absolut wichtig und müssen gepflegt und hochgehalten werden. Das hat für mich oberste Priorität.“ Am liebsten sitzt Wallpott zusammen mit den Gardisten im Bus und fährt in der Session von Auftritt zu Auftritt. „Da wird gelacht, sich gegenseitig geneckt, aber auch viele familiäre Gespräche geführt. Da wird man schnell mal zum Papa-Ersatz.“

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Für den Präsidenten ist Karneval so etwas wie sein zweiter Beruf, und zwar weit über Aschermittwoch hinaus. „Das geht immer so weiter – Jahr für Jahr und das ist auch gut so. Man merkt überhaupt nicht, wie schnell die Zeit vergeht. Mein 20-jähriges Jubiläum als Präsident ist schon was Feines, zeigt aber auch, dass ich schon lange kein Junggardist mehr bin.“

Auf die Frage, wie lange er noch Präsident sein möchte, ist sich Wallpott nicht sicher: „Keine Ahnung, dies entscheiden unsere Mitglieder, aber auch meine Gesundheit. Eins kann ich aber sagen: Mit 70 oder 80 Jahren stehe ich nicht mehr auf der Bühne. Dann schaue ich mir hoffentlich alles vom Saal aus an und erfreue mich an der Bürgergarde und unserem wunderbaren kölschen Fasteleer.“