200 Jahre Karneval Eröffnungsgala in Köln: Zeitreise mit ruhigen Tönen begeistert

Mann in schwarzem Anzug und mit Hut moderiert eine Sendung. Er liest Text von einer Karte ab.

Michael Hehn moderierte gestenreich als Heinrich von Wittgenstein.

Die Eröffnungsgala zu 200 Jahren Kölner Karneval führte die Anwesenden mit speziellen Erinnerungen quer durch zwei Jahrhunderte.

Die Session 2023 zum 200-jährigen Jubiläum bedeutet für den organisierten Kölner Karneval Rückblick und Moderne zugleich. Am Freitagabend (25. November 2022) stand bei der Eröffnungsgala „Zeitreise durch 200 Jahre Kölner Karneval – ov krüzz oder quer“ vor allem die Geschichte im Mittelpunkt.

Etwa 450 Gäste waren der Einladung des Festkomitees und dessen Chef Christoph Kuckelkorn in die Kölner Flora gefolgt.

200 Jahre Kölner Karneval: Eröffnungsgala in der Kölner Flora

„Wir feiern heute nicht nur eine Geburtstagsfeier, sondern auch einen Abend des Dankes”, sagte Kuckelkorn. „Ihr alle habt zwei Jahre mit Energie und Kreativität und trotz aller Einschränkungen den Karneval zu den Menschen gebracht. Das war in der 200-jährigen Geschichte die wohl schwierigste Zeit – danke für Eure Unterstützung.“

Neben den Präsidentinnen und Präsidenten aller angeschlossenen Gesellschaften begrüßte Kuckelkorn unter anderem Kölns Polizeipräsidenten Falk Schnabel, Verleger Christian DuMont Schütte und die beiden Kölner Alt-OBs Norbert Schramma und Jürgen Roters.

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Auch die jetzige OB Henriette Reker war vor Ort und griff schon mal auf die jecken Tage vor. „Ich möchte an Weiberfastnacht mal kein Soldat sein (sie ist Mitglied der Roten Funken, d. Red.), sondern ein Mädchen. Daher werde ich erstmals die Tracht der hellige Mägde tragen.“

Mann in grauem Anzug steht entspannt mit einem Glas Wein vor einem Mikrofon und spricht mit dem Publikum.

JP Weber begeisterte die Anwesenden mit seinem Auftritt als Horst Muys.

Mit einer stimmungsvollen musikalischen Zeitreise ging es „krüzz und quer“ durch zwei Jahrhunderte Fastelovend. Die Moderation übernahm Michael Hehn als Heinrich Wittgenstein (Gründungsmitglied und erster Präsident des Festkomitees Kölner Karneval).

Im ersten Teil der Zeitreise (1823 bis 1873) präsentierten sich die Helligen Knäächte un Mägde mit zwei historischen Tänzen, ehe die Urmutter aller Traditionskorps, die Roten Funken, zeigten, was sie am besten können – wibbeln.

Während im zweiten Teil (1873 bis 1923) Thomas Cüpper mit Liedern wie „Däm Schmitz sing Frau es durchgebrannt“ die Zeit von Willi Ostermann widerspiegelte, ließ der ewige Prinz der Herzen Wicky Junggeburth, die Zeit von Karl Berbuer mit Songs wie „Heidewitzka“, oder „Et Campinglied“ wieder auferstehen.

Im dritten Teil (1923 bis 1973) begeisterte JP Weber als Horst Muys: „200 Jahre Karneval und ihr habt nichts gelernt. Aber was soll man schon erwarten, wenn der Kölner Karneval geführt wird von einem Beerdigungsunternehmen”, witzelte er in Richtung von Bestatter Christoph Kuckelkorn.

Drei Männer lachen gemeinsam in die Kamera, zwei von ihnen haben Geschenke in der Hand.

FK-Präsident Christoph Kuckelkorn (M.) mit Bömmel Lückerath (l.) und Erry Stoklosa. Die Fööss-Legenden erhielten zum Abschied speziell designte Dom-Figuren.

Zwei weitere Highlights des Abends: Der designierte Prinz von 2023, Boris Müller, mit seiner Interpretation von Hans Hachenberg als „Doof Nuss“. Und Ken Reise als Marie-Luise Nikuta, der unvergessliche Songs der Mottoqueen wie „Stroßebahn“ oder „E paar Grosche för Ies“ anstimmte.

Während sich die Fööss-Legenden Erry Stoklosa und Bömmel Lückerath von den Gesellschaften verabschiedeten, stand der Auftritt von Cat Ballou gegen Ende vor allem für den Blick in die Zukunft. Eine Gala, die auch mit ihren ruhigen Tönen zu gefallen wusste.

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