„Strapaziergang“ um den Dom Kaputte Wahrzeichen und Verschmutzung prägen die Kölner Innenstadt

Passanten und Passantinnen laufen über die Domtreppe, auf der ein Teil abgesperrt ist.

Während links die Domtreppe Dauerbaustelle ist, stehen auf der anderen Seite auch schon wieder Absperrbaken im Weg.

Ein Spaziergang rund um den Kölner Dom, das Wahrzeichen der Stadt, entwickelte sich für unseren Autor zu einem „Strapaziergang“.

Wenn prächtiges Sonnenlicht Köln in eine strahlende, anheimelnde Stadt verzaubert, sieht man gerne über viele Dinge hinweg, die eigentlich befremdlich wirken. Jeder Aspekt für sich genommen – kein großer Makel. Aber so geballt im berühmten Hätz vun Kölle? EXPRESS nimmt Sie mit auf einen kleinen „Strapaziergang“.

Und der fängt schon mit einem ärgerlichen Hindernis an dem neuen, aber schon reichlich verdreckten Teil der Domtreppe an. Am Fuß des für mehr als zwei Millionen Euro zu sanierenden Bauwerks wurde nun ein Teil mit Absperrbaken verrammelt.

Dauerbaustelle: Renovierte Kölner Domtreppe schon wieder kaputt

Wer hineinschaut, sieht: Mehrere Bodenplatten sind rausgerissen, darin sammelt sich jede Menge Müll. Obdachlose, die vorm Hauptbahnhof in immer größerer Anzahl um Geld betteln, hängen gerne mal ihre Tüten mit gesammelten Pfandflaschen an die Baken.

Beim Gang über den Roncalliplatz wundern sich Besucher, warum die Stadt ihre historischen Gebäude so gerne zubaut. Das Römisch-Germanische Museum, nur wenige Meter von der Kathedrale entfernt, verdeckt einen Teil der Südfassade.

Und die MiQua-Baustelle, nur ein paar Schritte weiter, das Historische Rathaus. Warum? Da kann man nur mit den Achseln zucken. Wer aber dann den Rathaus-Turm erblickt, traut seinen Augen nicht.

Der Turm des Historischen Rathauses in Köln.

Ticken im Kölner Rathaus die Uhren anders? Die Zeiger standen Montag auf 14.10 Uhr, als es 12.59 Uhr war.

Die wohl prominenteste Uhr der Stadt tickt wohl nicht richtig. Wie lange schon? Liegt's vielleicht an den Stromabschaltungen der öffentlichen Gebäude? Die Stadt will sich auf EXPRESS-Anfrage jetzt kümmern.

Achtung Rutschgefahr: Verschmutzter Boden neben Kölner Museum Ludwig

Ein paar Meter passiert man den Domherrenfriedhof, auf dem sich auch schon wieder Müll angesammelt hat. Dann, vorm Eingang zum Museum Ludwig, sollte man den Blick besser am Boden lassen: Es ist zwar sehenswert, wenn Straßenkünstler ihre Riesen-Seifenblasen in den Himmel zaubern. Die Seifenflecken am Boden werden auf den spiegelglatten Granitplatten aber zu gefährlichen Fallen. Da nutzt auch kein Eimer Wasser, um die Rutschpartie zu entfernen.

Ein Seifenfleck auf der Fläche vor dem Museum Ludwig.

Extrem rutschig und gefährlich: Quadratmetergroße Seifenreste auf den Granitplatten vorm Museum Ludwig.

Hingefallen, aber aus unerklärlichem Grund, war ein Mann auf dem Heinrich-Böll-Platz, auf der Decke der unterirdischen Philharmonie. Einer von mehreren Sicherheitsleuten in grellen Jacken, die Passanten davon abhalten, die für Tritt- und Rollgeräusche empfindliche Fläche zu überqueren.

Ein Sicherheitsmann liegt auf dem Heinrich-Böll-Platz auf dem Boden.

Ein Sicherheitsmann liegt benommen am Boden, Passanten kümmern sich.

Was verwunderte: Keiner seiner Kollegen kam ihm spontan zur Hilfe. Sie ließen ihn liegen. Passanten kümmerten sich um den Mann und riefen einen Krankenwagen. Wie es dem Mann inzwischen gesundheitlich geht, konnte gestern bei der Philharmonie nicht in Erfahrung gebracht werden.

Wer dann noch die Hohenzollernbrücke überquert, durch einen Dschungel aus kreuz und quer laufenden Passanten und vorbeidüsenden Rad- und Rollerfahrern, der sieht Grün: Das Reiterstandbild zu Ehren Kaiser Wilhelms I. (1797 - 1888) hat den Steinsockel fast rundum in grüne Schlieren getüncht. Der Blick vom Rheinboulevard auf das prächtige Altstadtpanorama entschädigt dann aber für jeden „Strapaziergang“ ...

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