Der Kölner Karl Heinz „Kalla“ Müller war ein FC-Fan durch und durch. Seine Trauerfeier war daher auch etwas ganz Besonderes.
Kalker Original gestorbenIm FC-Trikot im Sarg und Kölschkisten am Grab

Copyright: Kalle Gerigk
Als Karl Heinz „Kalla“ Müller am Dienstag (24. Februar 2026) auf dem Kalker Friedhof beerdigt wird, sind auch mehrere Kölsch-Kisten am Start.
Autor
Dienstagvormittag, auf dem Kalker Friedhof knubbelt es sich an einem frischen Grab. Wer daran vorbeikommt, stutzt über gleich mehrere gestapelte Kölsch-Kisten. An einem Stapel lehnt das Foto des Verstorbenen. Trauernde haben Bierflaschen in den Händen, stoßen damit an. Genau so sollte es sein...
So war es der Wunsch von Karl Heinz „Kalla“ Müller. Das Kalker Original ist mit 65 Jahren an Lungenkrebs verstorben. „Normalerweise trinke ich nicht um die Uhrzeit“, entschuldigte sich der bekannte Kölner Mietrebell und Aktivist Kalle Gerigk. Aber Kalla habe es so gewollt, erklärte er und fügte hinzu: „So eine Beerdigung habe ich noch nie erlebt.“
Kalker Original tot: Trauergäste in FC-Trikots und FC-Schals
Der Sarg des Kölners, der im FC-Trikot begraben wurde, war mit einer Fahne des 1. FC Köln bedeckt. Als er in die Erde herabgelassen worden war, warfen viele dann auch nicht wie üblich Blumen zum Abschied in die Grube, sondern Fan-Schals und kleine Stoff-Geißböcke.
„Er war ein FC-Fan durch und durch“, erzählte Kalle Gerigk. In der rappelvollen, rot-weiß geschmückten Trauerhalle sei natürlich auch die FC-Hymne gespielt worden. Von den rund 150 Trauergästen, auf Wunsch im FC-Trikot und mit FC-Schal, mussten einige draußen stehen.
Der Pfarrer brachte dann viele zum Schmunzeln, als er eine Anekdote zum Besten gab. Als der nun Verstorbene von der Palliativstation ins Hospiz verlegt wurde, hatte er gefragt, ob da schon mal einer lebend rausgekommen sei. „Nein? Dann bin ich der Erste.“
Kallas Humor – den werden alle vermissen. Auch vom SC Borussia Köln-Kalk erwiesen viele Karl Heinz Müller die letzte Ehre. „Er war ein geschätzter Teil unserer Gemeinschaft. Sein Engagement, seine Herzlichkeit und sein Sinn für Fairness haben sowohl das Vereinsleben als auch das Miteinander unter uns allen geprägt“, sagte Salvatore Saporito, der 1. Vorsitzende.

Copyright: Salvatore Saporito
Die Trauerhalle ist in den FC-Farben geschmückt, auf dem Sarg von Karl Heinz "Kalla" Müller liegt eine Fahne des 1. FC Köln.
Und weiter: „Wir erinnern uns an seine standhafte Loyalität, seinen Humor in mancher schwerer Stunde und an die gemeinsamen Momente, die uns als Borussia Kalk verbunden haben.“ Auf der Facebook-Seite des Vereins erinnert eine Fotomontage an Karl Heinz Müller als Engel – mit weißen Flügeln, über ihm zwei weitere Engel, die das Logo der Borussia gen Himmel tragen.
Der Verstorbene, Familienvater und mehrfacher Opa, hatte seit seiner Jugend selbst für den Verein (gemeinsam mit Kalle Gerigk) gekickt und später unter anderem die Bambinis trainiert. „Wenn Kalla als letzter Mann am Ball war, wussten wir Stürmer, dass jederzeit ein Pass von mehr als 50 Metern kommen konnte“, erinnerte sich Gerigk.
Dass Kalla jetzt gegangen ist, erfülle ihn mit großer Trauer. Kölns Mietrebell: „Als ich vor zwölf Jahren Probleme mit meiner Dachgeschosswohnung hatte, stand er eines Tages vor meiner Tür und fragte einfach: Wie kann ich dir helfen? Kalla war hilfsbereit und zutiefst menschlich.“ Der Borussia-Vorsitzende Saporito: „Karl Heinz Müller wird in unseren Herzen weiterleben, in den Geschichten, die wir erzählen, und in dem Vermächtnis, das er hinterlässt.“


