„Hier versagt der DFB“ Ärger um TV-Spot: Kölner Professor stutzt Hummels und Müller zurecht

Screenshot aus einer Knoppers-Werbung mit Thomas Müller und Mats Hummels. Sie tragen Weihnachts-Pullover.

Für den Auftritt in diesem TV-Spot werden Thomas Müller und Mats Hummels nun kritisiert.

Mats Hummels und Thomas Müller bekommen für ihren TV-Spot Gegenwind aus Köln.

Sie sind alte Freunde aus FC-Bayern-Zeiten, treffen sich regelmäßig privat oder drehen Folgen ihrer „ThoMats“-Challenge für YouTube – jetzt sind Thomas Müller (33) und Mats Hummels (33) während der WM im Werbespot für einen bekannten Milch-Haselnuss-Riegel zu sehen.

Der Clou: Wer viel kauft, kann ein sogenanntes Wendeshirt abstauben, das auf der einen Seite ein deutsches Fan-Trikot, auf der anderen Seite ein Weihnachts-Outfit ist. Der Clip ist, meistens in der 20-Sekunden-Version, auf TV-Kanälen und im Netz zu sehen.

TV-Spot: Mats Hummels und Thomas Müller für Werbung in der Kritik

Doch jetzt kommt Gegenwind aus Köln. Prof. Dr. Ingo Froböse, Bewegungs-Experte von der Deutschen Sporthochschule in Köln schmeckt der Clip gar nicht. In einem Statement auf Facebook hat sich der 65-Jährige ordentlich Luft gemacht.

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„Unsere WM-Fußballer (Hummels wurde etwas überraschend nicht nominiert, d. Red.) machen seit Jahren völlig ungeschminkt Werbung für den Konsum von Süßwaren. Und das auf Kosten der Gesundheit unserer Kinder“, meint Froböse.

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Die Idee der Marke, für die Hummels und Müller werben, sei im Grunde eine „schöne Idee“. Aber: „Will ein Kind das Trikot haben, müsste es dafür zunächst 33 Packungen kaufen und somit um die 83 Riegel essen. Umgerechnet sind das 17.000 Kalorien.“

Hinzu kämen mehr als ein Kilogramm Zucker und fast ein Kilogramm Fett. Unfassbar für Froböse, der sich schon seit Jahren öffentlich für mehr Bewegung und bessere Ernährung, schon im Kindesalter, stark macht.

Prof. Dr. Ingo Froböse: „Für mich ist das ein Skandal“

Unterstützung erhält der Kölner Professor von einem Bündnis, zu dem u.a. das Deutsche Kinderhilfswerk, die Krankenkassen AOK und Techniker und die Deutsche Adipositas-Gesellschaft gehören. Sie fordern öffentlich von der Ampel-Koalition ein Werbeverbot für Süßigkeiten, Snacks und Fast Food in Fernsehen, Radio und bei Streamingdiensten zwischen 6 und 23 Uhr. Auch im direkten Umkreis von Schulen und Kitas soll diese Art der Werbung verboten werden.

Ingo Froböse lehnt sich im Stadion der Sporthochschule Köln über eine Barriere und schaut in die Kamera.

Ingo Froböse, hier am 23. November an der Sporthochschule in Köln, übt Kritik an der Werbung für Süßigkeiten.

Das Ernährungsministerium arbeitet an einem Gesetzentwurf in diese Richtung, allerdings wird darin nur Werbung während Kindersendungen im TV geregelt. Für das Bündnis viel zu wenig.

Derweil ruft Froböse andere Akteure in die Verantwortung: neben den Spielern selbst auch den DFB. „Der DFB hat in seinen Statuten klar festgelegt, dass er sich für eine gesunde Ernährung einsetzt. Wie kann es sein, dass die Realität dann so aussieht? Für mich ein Skandal! Hier versagen DFB und Politik gänzlich.“

Besonders pikant: Gerade Hummels und Müller gelten als smart, vertrauenswürdig, ehrlich. Für viele junge Fußball-Fans sind sie echte Vorbilder.

Für Froböse ist das nur ein schöner Schein: „Leider geht es wie immer nur um Geld. Und da scheinen unsere Fußballer und der DFB offensichtlich grenzen- und hemmungslos zu sein. Leider auf Kosten unserer Kinder.“

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