Fred Fussbroich (†81) „Dat es doch Driss“: Die besten Sprüche der Kölner Kultfigur 

Fred Fussbroich sitzt auf eine Sessel im Wohnzimmer

Fred  Fussbroich in den 1990er Jahren in seinem Wohnzimmer in Köln-Buchheim.

Bei Familie und Fans herrscht große Trauer nach dem Tod von Fred Fussbroich (†81). EXPRESS.de erinnert noch einmal an die schönsten Momente.

Eine Kölner Kultfigur hat in der Nacht zum Dienstag (18. Oktober) in einem Kölner Krankenhaus seine Augen für immer geschlossen: Ach, Fred Fussbroich! So vielen Menschen zauberte die WDR-Doku vor allen Dingen in den 90er-Jahren ein Lächeln ins Gesicht. Unvergessene Familienmomente, bei denen Millionen vor dem Fernseher saßen und die Fussbroichs durch ihr Leben begleiteten.

Vor allen Dingen Fred wurde schnell zum Kult: Er sprach aus, was andere sich nicht trauten. Mit ihm konnte sich das Publikum identifizieren. Immer ein Thema: sein Gewicht! In Sachen Diät sagte er einmal: „Tee trinken ist der gleiche Driss wie Slim Fast: Da hab‘ ich sechs, sieben Kilo Flüssigkeit abgenommen. Dann hab‘ ich was gegessen und es war wieder drauf.“

Köln: Fred Fussbroich und seine besten Sprüche 

Wunderbar neckig waren auch immer Momente, wo er über seine Ehe mit Annemie sprach. „Warum hast du die Annemie nie verlassen?“, wollte ein Reporter mal wissen. „Ich hab' ja keine andere gefunden. Man jewöhnt sich daran, da haste keine Zeit mehr, für eine andere zu gucken.“

Ehrlich und direkt auch der Auftritt bei Alfred Biolek 1998, wo die Fussbroichs erklärten, wie denn die Doku entstehen würde. „Wir besprechen die Folgen schon mal im Bett. Aber da ist zum Glück keiner dabei.“

In einem Zeitalter, wo es noch keine Freisprechanlagen und Handys gab, sei die Kamera manchmal störend gewesen. „Wenn ich im Auto fahre, denken die Leute immer: Der ist verrückt, ‚der spricht mit der Leitplanke‘. Muss ich aber ja, wenn eine Kamera dabei ist.“

Zum Kult wurde auch die Angewohnheit der Fussbroichs, immer zwei Fernseher im Wohnzimmer zu haben. „Der kleine Fernsehen ist mein Sommerfernsehen. Der ist für den Balkon“, erklärte Fred.

Die Kult-Figur aus Buchheim war auch immer ein Vorreiter in Sachen Toleranz. 1996 standen Annmie und Fred wie selbstverständlich am Rande der CSD-Parade. „Dat es für mich wie eine kostenlose Travestie-Show. Ich find dat klasse. Besser, als wenn se et versteckt maache. Dat finde ich doof, lass se doch“, setzte sich Fred für die Rechte der Lesben und Schwulen ein.

Gelebter Alltag bei den Fussbroichs war auch immer das Philosophieren über Krankheiten. Angesprochen auf seine Diabetes-Erkrankung und seinen Insulin-Spiegel sagte Fred: „Ich bruch dat nit zo messen, ich merke dat selber.“

Unvergessen auch die vielen Reisen mit ganz unterschiedlichen Eindrücken für die Familie. Einmal ging es für die Fussbroichs nach Paris. Im Bus dorthin philosophierte Fred über Frankreich und die Menschen dort. „Da kann man jot essen und trinken. Wie die so veranlagt sind, weiß ich jetzt nit.“ Annemie hatte auch einen digitalen Übersetzer dabei. Fred: „Gib schon mal ein, was wir essen. Jägerschnitzel mit Kartoffeln.“

Köln: Legendärer Paris-Trip der Familie Fussbroich 

Bei der Durchfahrt durch ein ärmeres Viertel in Paris: „Luur Dir dat an, wie dat he aussieht. Nächste Ausfahrt auf die Autobahn und direkt wieder nach Köln.“ Aber er ließ sich dann doch begeistern. Als es ins Rotlichtviertel ging, ordnete Fred dem Busfahrer an: „Fahr mal langsamer.“

Verbunden mit den vielen Reisen ging es natürlich auch öfter ins Reisebüro. Da stand für Fred unumstößlich fest: „Ne, ich will Strand haben. Wenn da kein Strand bei ist, kann ich auch nach Riehl im Schwimmbad Urlaub maache.“

Legendär auch, als Fred und Annemie Rhodos besuchten. Beim Aussuchen der Ansichtskarten hatte Fred eine ganz klare Meinung über Postkarten. „Die lesen das zu Hause und werfen sie ja doch wieder weg“.

Und er versuchte, Annemie beim Schlendern durch die Altstadt von einer Touri-Busfahrt zu überzeugen. „Sonst siehst du doch hier immer nur dat selbe: Drei Frittebuden und vier Häuser – dat wor et.“

Man könnte noch viele Geschichten über Fred Fussbroich erzählen. Denn mit seinem Tod geht ein Mensch, den die Leute kannten und mit dem sich vor allen Dingen die Kölnerinnen und Kölner identifizierten. Seine Sprüche überdauern die Ewigkeit und erwärmen das kölsche Hätz.

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