Hinter dem Theater-Megahit „Extrawurst“, der jetzt u. a. mit Hape Kerkeling und Christoph Maria Herbst auf der Kino-Leinwand zu sehen ist, stecken zwei Kölner.
„Extrawurst“ mit Kerkeling und Co.Kreative Kölner geben ihren Senf dazu

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Dietmar Jacobs (58) und Moritz Netenjakob (55) vor dem Filmplakat ihres neuen Hits „Extrawurst“.
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Was für eine Besetzungsliste! Im Film „Extrawurst“ spielen Hape Kerkeling, Christoph Maria Herbst, Fahri Yardim und Friedrich Mücke die Hauptrollen. Sogar Gaby Dohm (82, „Schwarzwaldklinik“, „Traumschiff“) konnte für das Leinwand-Lustspiel gewonnen werden. Das verwundert nicht sehr, denn „Extrawurst“ ist die erfolgreichste Theater-Komödie der letzten Jahre und kann auch als Film funktionieren. Dahinter stecken zwei Kölner: Die Erfolgsautoren Dietmar Jacobs (58) und Moritz Netenjakob (55).
„Extrawurst“ startet mit einer routinemäßigen Mitgliederversammlung eines Tennisvereins. Heribert Bräsemann (Hape Kerkeling) wird per Akklamation erneut zum Vereinspräsidenten gewählt.
Die Tagesordnung ist schon komplett abgearbeitet – bis auf den Beschluss, einen neuen Grill anzuschaffen. Auch da scheint alles glatt zu laufen, doch kurz vor der Abstimmung erhebt sich Melanie Pfaff (Anja Knauer): Sie fordert, für Erol Oturan (Fahri Yardim), mit dem sie das Spitzen-Duo des Vereins bildet, einen eigenen Halal-Grill anzuschaffen. Dem „Moslem“ sei es nicht zuzumuten, sein Grillgut auf den gleichen Rost zu legen wie das Schweinefleisch der anderen. Unterstützt wird Melanie von ihrem völlig unsportlichen, aber umso meinungsfreudigeren Ehemann Torsten (Christoph Maria Herbst). Der Eklat ist da!
„Extrawurst“: Eine Besetzung, „als hätte Gott zugesagt“
Mehr als 20 Deutsche Theater haben die Komödie auf die Bühne gebracht, und fast immer waren die Häuser voll. Die „Extrawurst“ wurde zum Publikumsrenner. Kein Wunder, dass Erfolgsregisseur Marcus H. Rosenmüller (52, „Wer früher stirbt, ist länger tot“) die Satire auf die Leinwand bringen wollte. Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob bekamen den Auftrag, aus dem Bühnenstück ein Drehbuch zu verfassen. Der Vorteil der beiden, wie Netenjakob dem EXPRESS erzählt: „Wir haben alle Inszenierungen auf den Bühnen gesehen und wussten sehr gut, welche Gags funktionieren.“
Beide Autoren hatten allerdings nicht damit gerechnet, dass so eine Top-Besetzung zustande kommen würde. Dietmar Jacobs: „Hape Kerkeling ist mein persönlicher Held. Ich halte ihn für einen der größten Komiker der letzten 100 Jahre. Als ich hörte, dass er dabei ist, da war das deshalb für mich, als hätte Gott zugesagt!“
Ähnlich begeistert ist Moritz Netenjakob davon, dass Fahri Yardim (45, „Dogs of Berlin“, „Tatort“) die Rolle des türkischen Tennisspielers übernommen hat: „Mit ihm steht und fällt der Film. Bei seiner Rolle als Erol Oturan besteht die Gefahr, dass man ihn als Opfer sieht und dass einem das Lachen im Hals stecken bleibt. Aber Fahri hat genau die richtige Mitte gefunden.“ Jacobs setzt beim Lob noch einen drauf: „Fahri ist für mich der Jean-Paul Belmondo aus Hamburg.“

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Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob feierten große Erfolge auf der Bühne wie mit dem Musical „Himmel & Kölle“.
Fast der ganze Film „Extrawurst“ wurde auf dem Gelände des RTHC Bayer Leverkusen gedreht. Denn bis auf wenige Außenaufnahmen spielt sich die Handlung im Innern des Clubs ab. Milan Peschel hat als etwas eigenwilliger Hausmeister dabei einige köstliche Auftritte. Moritz Netenjakob freut sich besonders über die Mitwirkung von Christoph Maria Herbst (59).
Beide kennen und schätzen sich seit vielen Jahren und haben mit „Das ernsthafte Bemühen um Albernheit“ ein erfolgreiches Bühnenprogamm. Netenjakob: „Christoph war immer mein Wunsch, weil ich weiß, wie er Pointen ins Ziel bringt. Das ist in Deutschland einzigartig.“ Der Film wird auch an der Kasse ein Erfolg, darüber sind sich die beiden Autoren einig, nachdem „Extrawurst“ bei der Premiere in Essen in Deutschlands größtem Kino, der Lichtburg, von 1200 Zuschauern frenetisch gefeiert wurde.
Star aus der „Schwarzwaldklinik“: Gagy Dohm konnte nicht nein sagen
Gaby Dohm („Schwarzwaldklinik“) hat sich in den letzten Jahren vor der Kamera rar gemacht. Ihren letzten Kinofilm, „Rosenstraße“, drehte sie 2003. Auch beim Angebot, in „Extrawurst“ mitzuspielen, zögerte der TV-Star zunächst. Moritz Netenjakob: „Sie hatte uns erzählt, sie wolle eigentlich keinen Film mehr machen. Aber dann habe sie das Drehbuch gelesen und konnte nicht nein sagen.“
Dietmar Jacobs war beeindruckt von der Schauspielerin: „Sie ist mit ihren 82 Jahren noch topfit.“ Im Film spielt sie die Rolle der ständig keifenden Mutter des Interims-Vereinspräsidenten Matthias Scholz (Friedrich Mücke).


