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Goodbye, Deutschland Kölner Bratwurstverkäufer (60): Meine irre Corona-Flucht durch Afrika

In Mauretanien traf der Weltenbummler Hacky Kamele auf der Fahrbahn.

In Mauretanien traf der Weltenbummler Hacky Kamele auf der Fahrbahn.

Mitten in der Corona-Pandemie ist Andreas „Hacky“ Hagemeyer zu einer Weltreise aufgebrochen. Was er erlebt, schildert der Kölner EXPRESS.de

Der Kölner Andreas Hagemeyer hatte keine Lust mehr auf den Corona-Wahnsinn und setzte sich in sein Wohnmobil. EXPRESS.de erzählt er von seinem Abenteuer –bei einem Zwischenstopp in Mauretanien.

Seit dem 1. Juni ist er gen Süden unterwegs in seinem umgebauten Schulbus. Als EXPRESS.de den Weltenbummler aus dem Veedel in seinem Wohnmobil erreicht, steht er nach eigenen Angaben gerade in der Wüste.

„Ich bin kein klassischer Tourist, ich guck mir keine
Sehenswürdigkeiten an. Ein Projekt hab ich auch nicht, geschweige denn eine Website“, sagt Andreas Hagemeyer (60),  „In Bertoluccis ,Himmel über der Wüste' heißt es: Ich bin kein Tourist, ich bin Reisender.“

Kölner Andreas Hagemeyer im Mobil auf Weltreise

Um Aufmerksamkeit gehe es dem früheren Hausbesetzer und Bratwurstverkäufer nicht, betont er: „Ich mache keinen Blog, fotografiere eigentlich auch gar nicht, noch will ich andere neidisch auf meine Weltreise machen.“

Wohnmobil von Andreas Hagemeyer auf Weltreise

In seinem Wohnmobil hat Hacky alles, was er braucht.

Ein Abenteuer, ähnlich dem Stil der Serie „Goodbye Deutschland“ mitten in der Corona-Pandemie! Der lebenslustige Weltenbummler beschreibt seine Intention wie folgt: „Ich hatte die Wahl, als Sechzigjähriger in einem Reihenendhaus in Köln-Höhenhaus mein Leben auszuhauchen oder alles zu verkaufen, die Foodtruckfirma "Pompier de Paris“ und das Eigenheim. Und jeden Morgen neu zu entscheiden, was ich nun tun werde: bleiben oder weiterfahren. In Dakhla habe ich eine hinreißende Senegalesin kennengelernt, also bin ich erstmal wochenlang geblieben.“

Seit 175 Tagen ist Hagemeyer nun unterwegs. Der Aussteiger hat schon einiges erlebt und Anekdoten zu berichten: „Wie in Media, wo ich der einzige Gast auf einem riesigen Campingplatz mit Pool war. Erstmal zwei Wochen abgehangen. Gechillt, sozusagen. In der Westsahara wollten wir Gold schürfen, dann hat der Regen alles zerstört. Es gibt immer einen Plan B.“

Das Gefühl von Einsamkeit kenne er nicht, er habe auch als „Aushilfe“ Zigaretten an der Strecke verkauft: „Ich reise eigentlich alleine, lerne aber immer Leute kennen, mit denen ich dann ein Stück der Reise gemeinsam bestreite.“

Der Kölner Bratwurstverkäufer Andreas Hagemeyer auf Weltreise

Andreas Hagemeyer vor seinem Wohnmobil

Mutig ist der Mann auf jeden Fall. Im Jahr 2017 sorgte der Kölner Gastronom für Schlagzeilen, als er seine Teilnahme an einem Markt in Plauen absagte und Streetfood-Händler zum Boykott gegen das Bundesland Sachsen aufrief. Seine Mitarbeiter seien dort wegen der Fremdenfeindlichkeit nicht sicher.

Nun ist Hagemeyer selbst ein Fremder auf der Suche. „Ich suche den schönsten Ort der Welt und ich bin weit davon entfernt, ihn gefunden zu haben“, schildert er mit einem Schmunzeln. „Als Kölner sollte man wohl, wenn man schon in Westafrika ist, den Karneval in Guinea-Bissau erlebt haben. Vielleicht klappt das ja.“

Auf seiner Weltreise verkaufte Andreas Hagemeyer in Dakar Zigaretten

Hacky beim Zigaretten verkaufen im Senegal

Wie lange er noch unterwegs sein will, und wohin ihn der Diesel-Motor noch führt, weiß er Stand heute nicht. Das Gesparte reiche ihm.

Hacky, wie ihn seine Freunde nennen, sagt: „Es gibt auch kein Ziel oder gar eine Zeitbegrenzung. Ich bin finanziell unabhängig, hab weder Frau noch Kinder. Irgendwann möchte ich mal auf der Seidenstrasse landen, um dann, Richtung Osten nach Kambodscha zu fahren. Dort werde ich bleiben, in dunklen Gassen mit blankem Oberkörper sitzen und mit den anderen Alten Karten spielen, Mekong Whiskey trinken und frittierte Hühnerfüße knabbern. So ist der Plan.“

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