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Richtig fiese Masche Falscher Musik-Star will Schlager-Fan aus NRW abzocken

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Der wahre Semino Rossi mit seinem großen Fan aus Hürth, Manuela Hilgert. Ein falscher „Rossi“ versuchte hingegen auf Facebook, die 49-Jährige mit einer Masche abzuzocken.

Hürth/Köln – Was für eine miese Abzock-Masche!

Mit einer dreisten und gleichermaßen amateurhaften Facebook-Masche hat ein falscher Schlagerstar versucht, eine Frau in NRW um Geld zu erleichtern.

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So sieht der echte Semino Rossi aus: Ein Fake-Profil versucht in seinem Namen, einen Fan abzuzocken.

Manuela Hilgert (49) ist ein riesiger Fan von Semino Rossi, geht regelmäßig zu Autogrammstunden und liebt seine Musik (hat jetzt sein neues Album „Das ist das Leben“ rausgebracht). Die Frau aus Hürth traute aber ihren Augen nicht, als sie plötzlich eine Nachricht vermeintlich von ihrem großen Star bekam – via Facebook-Messenger. „Hello“, schrieb Rossi frech.

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Doch spätestens bei der nächsten Nachricht merkte Hilgert schnell: Da stimmt doch etwas nicht. „Hallo, ich habe eine ganze Handvoll Ihrer Kommentare zu meinem Beitrag gesehen und möchte mich bemühen, die Leute zu schätzen, deren Kommentare und gute Wünsche mich ermutigen, und ich hoffe, Ihnen so viel Unterhaltung zu bieten.“

Wie bitte?

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So begrüßt der falsche Semino Rossi Manuela Hilgert. Oben unter dem Profilnamen sind gleich zwei Indizien zu erkennen, dass es sich um ein Fake-Profil handelt: das Profil wurde nur im Messenger, nicht bei Facebook erstellt. Und das „vor Kurzem”.

Hilgert bemerkt sofort, dass hier ein falscher Rossi mit ihr schreibt, erklärt sie EXPRESS. Doch nach einer kurzen Bedenkzeit geht sie auf die Nachricht ein und führt ein – zugegeben sehr holpriges – Messenger-Gespräch mit ihm. „Ich wollte wissen, wo das hinführt.”

Mit seinen abgehackten Sätzen, offenbar mit Google übersetzt, versucht der Fake-Rossi zunächst, sein Gegenüber irgendwie von sich zu überzeugen: „Ich hätte gerne viel mit dir geplaudert, weil ich unser Gespräch genieße“, heißt es etwa.

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Eindringlich bittet der falsche Semino Hilgert darum, Karten zu besorgen.

„Ich musste mir manchmal fast in die Hose machen, weil die Sätze so lustig waren“, gibt Hilgert im Nachhinein zu. Doch das kriminelle Anliegen des Fake-Rossi ist so gar nicht lustig.

Immer wieder versuchen Kriminelle, ahnungslose Facebook-User im Namen von Stars oder Firmen abzuzocken: Im vergangen Jahr sorgte ein Fake-Gutschein von Kaufland für Wirbel (hier lesen).

Falscher Semino Rossi versucht es mit dem Geschenkkarten-Trick

Bald versucht es der Kriminelle nämlich mit einer dreisten und bekannten Masche: dem Geschenkkarten-Trick. „Baby, bitte geh rüber zu einem Walmart oder einer Drogerie“, schreibt der Fake-Rossi. „Bitte besorgen Sie sich eine Steam-Karte für mich. Ich brauche Sie wirklich, um mein Sicherheitsprofil zu aktualisieren.“ Es tue ihm leid, die Dame zu überfordern.

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Der falsche Semino fragt ganz unverhohlen danach, die Rückseite der Karten zu öffnen und den Code zu schicken. Die Polizei warnt eindringlich davor, dies zu tun.

Ein dreister Betrugsversuch, vor dem mehrere Unternehmen warnen, zum Beispiel Apple oder Amazon. Der Betrüger geht immer nach demselben Schema vor: Die betreffende Person bekommt einen Anruf oder eine Nachricht wie im Fall von Manuela Hilgert.

Täter geben sich als Stars aus, aber auch als Anwalt oder Notar

Mit äußerster Dringlichkeit, manchmal auch auf einschüchternde Weise, werden die Opfer gebeten, eine Zahlung zu tätigen und dazu App Store- oder iTunes-Geschenkkarten oder Steam-Karten in einem Supermarkt zu erwerben. Die Täter können sich als Star ausgeben, oder als Rechtsanwalt oder Notar.

Nach dem Kauf wird die Person dann gebeten, die Codes, die sich auf der Rückseite der Karten befinden, durchzugeben oder abzufotografieren. Sobald der Täter die Nummer hat, geben sie den Gegenwert der Karte aus – das Opfer hat nur noch ein Stück Plastik in der Hand.

Besonders dreist: Offenbar dachte der Betrüger, als Semino Rossi vor allen Dingen ältere Damen und Herren abzocken zu können, die gerne Schlager hören. Er bediente sich offenbar des echten Rossi-Profils auf Facebook, um in den Kommentarspalten nach passenden Opfern zu suchen. Dort kommentieren jeden Tag Hunderte unter den Posts des Schlagerstars. 

Opfer erkennt den Geschenkkarten-Trick sofort

Doch Manuela Hilger erkannte den Trick (zum Glück) schnell – auch weil das falsche Semino-Rossi-Profil gerade erst neu angelegt wurde. „Ich habe einen Freund, der gegenüber von einem Saturn wohnt, gebeten, mir schnell ein Foto von den Karten zu schicken. Natürlich ungekauft und ungeöffnet.“ Später habe sie Rossi dann einen alten, schon benutzten Code geschickt. Seitdem ist das Gespräch beendet.

Betrüger hat es auf ältere Facebook-Nutzer abgesehen

Das Problem: Derlei Geschenkkarten sind wie Bargeld – nur einfacher und bequemer für Betrüger, um an Geld zu kommen. Und der Fluss des Geldes lässt sich nicht zurückverfolgen, die Transaktion kann nicht rückgängig gemacht werden. Viele vor allen Dingen ältere Menschen wissen nicht, wie solche Karten funktionieren. Darauf bauen viele Betrüger.

Polizeiinspektionen in ganz Deutschland warnen seit Jahren vor der Masche. Derlei Karten sollten nur für sich selbst verwendet werden, Codes niemals durchgegeben werden. Im Zweifelsfall sollte immer sofort die Polizei kontaktiert werden. 

Echter Semino Rossi schockiert

Manuela Hilgert derweil hat dem „echten“ Semino Rossi mitgeteilt, dass ein „falscher“ Namensgenosse die Fans abzocken will. „Bei einem Autogramm-Termin in Langenfeld habe ich ihm Ausdrucke des Gesprächs gegeben. Er meinte erschrocken, dass er diese jetzt seinem Anwalt geben will.” 

Jetzt will die Frau aus Hürth mit ihrer Geschichte vor der miesen Masche warnen. Den „echten” Semino hört sie natürlich weiterhin ...

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