Wo sind Emily, Alicia und Maya? Drei Mädchen spurlos verschwunden – alle aus NRW, alle 14 Jahre alt

Kölner Detektiv packt aus An Karneval verschwand Ehefrau im Hotel – mit einem Cowboy

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Der Kölner Privatdetektiv Lothar Wenzel bekommt täglich Anfragen von Firmen, die ihre Mitarbeiter im Homeoffice überwachen wollen.

Köln – Metall-Jalousien vor den Fenstern, schwere englische Ledersessel, drei Telefone, ein Überwachungsmonitor - willkommen beim kölschen Sherlock Holmes alias Lothar Wenzel (68). Der Super-Detektiv feiert sein 40-jähriges Dienstjubiläum und ist mal wieder gerade an einem extrem spannenden Fall dran. Die Entführung eines Kindes nach Palästina.

1979 war es, als der Jura-Student Lothar Wenzel eigentlich nur ein Praktikum in der Detektei machen wollte. „Aber ich war schneller der Boss des Ladens, als ich es gedacht hatte“, grinst er. Während er genüsslich an einer dicken Zigarre in seinem abgedunkelten Büro zieht, schaut er an die Decke, wo ein Ventilator den Qualm zerteilt.

„Ich wollte damals als Schreibkraft ein paar Mark zu meinem Studium verdienen. Doch dann passierte es: Der Vize-Chef war bei einer Sabotage-Ermittlung in einem Kernkraftwerk in Adu Dhabi schwer verunglückt. Er wurde nach Köln geflogen und lag dort im Krankenhaus“, erinnert sich der Schnüffler.

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Wenzel untersucht eine Haustüre. War der Einbruch nur vorgetäuscht? Eine Versicherung hat ihn beauftragt und will das wissen.

Ein Tag später erwischte es dann seinen Boss – Herzinfarkt! Chef und Vize lagen im selben Krankenzimmer. „Am Krankenbett sagte mir der Chef, dass ich jetzt den Laden schmeißen müsse. Jeden Tag tippte ich Berichte der Detektive, die im Einsatz waren, machte die Abrechnung und brachte sie ihm in die Klinik“, so Wenzel weiter.

Kölner Privatdetektiv erinnert sich an seine besten Fälle

„Um es kurz zu machen: Ich wollte nichts mehr anderes machen. Ich blieb dabei und übernahm nach dem Tod des Chefs die Detektei.“ Das ist jetzt 40 Jahre her! Heute ist Wenzel mit seinen Mitarbeitern (Ex-Kommissare oder SEK-Beamte, Steuerermittler, BKA-Leute) international tätig. Und: Er hat sich persönlich auf die Aufklärung von Kunstdiebstählen spezialisiert.

Zuletzt löste er das Rätsel um ein verschwundenes Gemälde der weltbekannten japanischen Künstlerin Kazuko Miyamoto. Das Werk ist 2,24 mal 1,36 Meter groß und nennt sich „Chakline Drawing“. Es war während eines Transports abhandengekommen.

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Lothar Wenzel ist FC-Fan und sicherte sich ein Stück Rasen nach dem letzten Aufstieg. Beim FC trifft er viele Geschäftsleute, die seine Dienste oft benötigen.

„Doch der Alltag besteht meist aus Blaumachern oder Ehebetrügern, wie wir sie klassisch kennen. „Im letzten Jahr Karneval bat ein renommierter Rechtsanwalt aus Hamburg, dass ich seine Frau an Weiberfastnacht observiere. Er hatte schon lange den Verdacht, dass sie nur noch seine Kreditkarte braucht, ihn aber nicht“, erklärt die Spürnase. „Sie stieg schließlich im Hyatt ab. Mit einem Cowboy. Die Sache war eindeutig. Der Anwalt hat sich sofort getrennt.“

Kölns Detektiv Lothar Wenzel: Heikler Einsatz in Palästina

Der aktuelle Fall macht selbst einen hartgesottenen Detektiv wie Wenzel Sorge. „Ein 5-jähriges Mädchen wurde aus der Eifel vom Vater nach Palästina entführt, wo er ursprünglich herkommt. Die deutsche Mutter hat uns beauftragt, das Kind nach Deutschland zurückzubringen. Das ist extrem heikel und gefährlich. Unser Team im Nahen Osten versucht derzeit alles. Mehr darf ich aber nicht dazu sagen, sonst wäre die Aktion in Gefahr.“

800 bis 1000 Fälle löst Wenzel mit seinen Leuten im Jahr. Natürlich dank modernster Technik: Mini-Kameras, GPS-Sender, Handys, Abhörgeräte. Sein Fuhrpark: Schwere BMW, Audis und sogar ein Observationsmobil mit Chemie-Klo, Standheizung und modernster Technik. Alles eigentlich weit entfernt von der Arbeitsweise eines Sherlock Holmes.

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