Angriff auf Fanbus von Union Berlin Kölner Hooligan schildert vor Gericht neue Version

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Der Angeklagte am Donnerstag in Köln.

Köln – Die Attacke von Anhängern des 1. FC Köln auf einen Fanbus von Union Berlin im August vergangenen Jahres (hier mehr lesen) hat nun erste juristische Konsequenzen. Am Donnerstag musste sich ein mutmaßlicher Hooligan (20), der der FC-Ultra-Gruppierung „Wilde Horde“ zugerechnet wird, unter anderem wegen Landfriedensbruch vor dem Kölner Amtsgericht verantworten.

Köln: Fans des 1. FC Köln lauerten Bus von Union Berlin auf

Bis zu 150 Fans der Geißböcke hätten sich nach der Zweitligapartie des 1. FC Köln gegen Union Berlin (Endstand 1:1), so die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft, auf einem Parkplatz im Bereich der Autobahnauffahrt zur A1 in Bocklemünd aufgehalten, um dort die Busse der Berliner Fans abzupassen. Aus der Gruppe heraus wurden Steine auf die Fahrzeuge geworfen.

Während zwei Busse unbeschädigt blieben, zersplitterte die Frontscheibe des letzten Busses, sodass dieser anhalten musste. Die Polizei musste daraufhin die Fan-Lager trennen und eine drohende Massenschlägerei verhindern. 28 Personen wurden festgenommen, Schlagstöcke und Handys beschlagnahmt. Auch habe es Angriffe auf Beamte gegeben, so die Polizei damals.

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Köln: Attacke auf Fanbus angeblich nicht geplant, Prügel schon

Der nun angeklagte Gebäudereiniger gab über seinen Verteidiger Bernhard Scholz zwar zu, bei der Attacke anwesend gewesen zu sein. Er sei davon aber überrascht worden. „Sie wollten den Bussen eigentlich hinterherfahren und sich dann auf irgendeiner Raststätte prügeln“, sagte Scholz. Sein Mandant habe keine Steine auf Busse geworfen und das auch nie geplant.

Köln: FC-Hooligan werden weitere Taten vorgeworfen

Da der 20-Jährige dabei war, könnte der Straftatbestand des Landfriedensbruchs allerdings dennoch erfüllt sein. Weiter wird der FC-Fan beschuldigt, bei der Bundesligapartie des FC gegen die TSG Hoffenheim im März 2018 (Endstand 0:6) den Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp mit Fangesängen unflätig beleidigt zu haben. Auch soll er an einem Tumult in Wolfsburg beteiligt gewesen sein.

Die vielen Vorfälle seien auffällig, bemerkte die Staatsanwältin. „Schlechter Umgang“, sagte Verteidiger Scholz da. Amtsrichter Gerd Willi Krämer vertagte den Prozess nach der Einlassung des Angeklagten, der die meisten Vorwürfe bestritten hatte. Zu einem nächsten Termin sollen diverse Zeugen geladen werden. Wann genau es weiter geht, steht aber noch nicht fest.

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