Langeweile bei Schmuddelwetter? Tolle Spiele-Ideen für trübe Tage

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Köln – Der Markt der Brett- und Kartenspiele wächst in Deutschland seit Jahren. Trotz Smartphone-Daddelei und Co. Die Verlage befriedigen die Nachfrage nach immer neuen Ideen. Die Phantasie der Spieleautoren scheint unerschöpflich. Jahr für Jahr erscheinen um die 1400 neue Brett- und Kartenspiele.

Einige sind zwar nur Abwandlungen oder Erweiterungen bekannter Spiele. Bei der überwiegenden Zahl jedoch handelt es sich um originelle, neue Ideen. Und es lohnt sich tatsächlich, anstelle der altbekannten Klassiker einmal ganz neue Titel auszuprobieren. Wir stellen Ihnen eine breitgefächerte Auswahl origineller Spiele vor. Die Spanne reicht von einfachen, schnellen Zockerspielen bis hin zu spannenden Familien-Games.

Ein paar herausfordernde Titel für Kenner sind auch dabei.

Baumeister sein in „City of Rome“

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Darum geht’s: Als Stadtplaner im
antiken Rom wollen wir den Ausbau optimal planen. In jeder Runde werden Gebäude angeboten. Wer als Erster auswählt, zahlt die Kosten aus eigener Kasse. Je später man an der Reihe ist, umso mehr zahlt der Staat. Es gibt Wohngebäude, Produktionsstätten, Tempel und Öffentliche
Einrichtungen. Über Produktionen erhält man Geld, Siegpunkte oder Zuschüsse. Nach 14 Runden wird abgerechnet. Es siegt, wessen Stadt eine optimale Zusammenstellung an Gebäuden aufweist.

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Besonderheit: Gefragt ist eine klare Strategie. Da man aber nicht weiß, in welcher Runde die Bauwerke im Angebot sind, muss man flexibel sein. So bleibt jede Partie spannend bis zum letzten Zug.

Fazit: „City of Rome“ sieht auf den ersten Blick kompliziert aus. Das Spiel hat jedoch eine ganz einfache Struktur und bietet dennoch eine beachtliche Spieltiefe.

Infos: „City of Rome“ von M. Dunstan, B. Gilbert, für 2–4 Personen ab 10 Jahren, ca. 60+ Minuten, Abacus Spiele, ca. 25 Euro

Das Schaffen einer intakten Welt mit „Skylands“

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Darum geht’s: Die Welt „Skylands“ ist zerbrochen, besteht aus dahintreibenden fliegenden Inseln. Unsere Aufgabe ist es, die Bruchstücke zusammenzufügen, eine intakte, bevölkerte Welt wiederherzustellen. Jeder baut einen Teil dieser Welt auf seinem Tableau. Plättchen mit Inselteilen werden gezogen und passend angelegt. Diese Teile besiedelt man mit neuen Bewohnern. Ihre Technologien bieten neue Möglichkeiten.

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Besonderheit: Der aktive Spieler wählt eine Aktion. Inselteile werden aufgedeckt und eingebaut, fertige Inseln besiedelt oder neue geschaffen. Alle Spieler dürfen nun dieselbe Aktion ausführen, müssen also nicht warten, bis sie wieder an der Reihe sind. Ist das Spielertableau voll, wird abgerechnet. Es zählen die fertiggestellten Inseln und deren Bewohner.

Fazit: Wenige, eingängige Regeln für ein spannendes Geschehen. Glück und Taktik sind gelungen ausgeglichen. Spezialinseln, die nur von Fall zu Fall ins Spiel kommen, lassen jede Partie anders ablaufen. Schöne Grafik!
Infos: „Skylands“ von Shun und Aya Taguchi, für 2 – 4 Personen ab 8 Jahren, ca. 45–60 Minuten, Queen Games, ca. 32 Euro

Geschick und Glück testen im „Meeple Circus“

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Darum geht’s: Gesucht wird die beste Zirkusvorstellung. Kleine Figuren stellen Akrobaten, Tiere und Requisiten dar. Unter Zeitdruck stapeln wir die Figürchen zu einem atemberaubenden Gebilde. Neben Phantasie und Geschick ist Glück gefragt, damit der Aufbau nicht zusammenbricht.

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Besonderheit: Die Meinungen zum Spiel sind extrem. Die einen bemängeln Regel-Lücken, Ungerechtigkeiten bei den Siegpunkten und das Sich-lächerlich-Machen mit Singen, Klatschen oder Schauspielern. Die anderen finden es klasse. Wir hatten Spaß, so gewinnen alle.

Fazit: Die Bastelei mit dem Material ist witzig. Einfach nur ein Spiel, kein Stress. Bei den Regeln kann man sich einigen. Versteht man den „Meeple Circus“ als originelles Spiel-Zeug, mit dem man frei spielt, kann es ein herrlicher Spaß sein.

Infos: „Meeple Circus“ von Cédric Millet, für 2–5 Personen ab 8 Jahren, 30–60 Minuten, Pegasus Verlag, ca. 38 Euro

Durch die Steinzeit mit „Honga“

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Darum geht’s: Das Spiel versetzt uns in die Steinzeit. Wir müssen uns bewähren, um Chef des Säbelzahntiger-Clans zu werden und Nahrung beschaffen wie Pilze, Beeren oder Fische. Mit überschüssiger Nahrung locken wir Mammuts an, die uns im Wettstreit Vorteile bringen. Nahrung und Mammuts können wir gegen Siegpunkte eintauschen. Und wer den Heiligen Berg besteigt, punktet ebenfalls. Honga, der Säbelzahntiger des Clans, will auch beachtet werden. Wird er vernachlässigt, frisst er wertvolle Nahrung.

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Besonderheiten: Die Auswahl der Aktionen ist originell gelöst und lässt die Spieler ständig den besten Zug abwägen.

Fazit: Das hübsche Material ist edel in Holz gestaltet. „Honga“ ist ein gutes Familienspiel. Man kann es schnell erlernen und es spielt sich recht einfach. Beschäftigt man sich näher damit, wird’s zum spannenden Optimierungsspiel.

Infos: „Honga“ von Günter Burkhardt, für 2–5 Personen ab 8 Jahren, ca. 45 Minuten, Haba Spiele, ca. 30 Euro

Komplexe Kartenlegerei bei „3x8“

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Darum geht’s: Es warten 110 Karten mit Werten 0 bis 109. Vier Karten kommen auf die Hand. Man legt sie ab und zieht dafür neue vom Stapel. Oder man nimmt sich eine Karte und erhöht so die Anzahl seiner Handkarten. Wer zuerst drei Reihen mit mindestens acht Karten ausgelegt hat, gewinnt. Aber: In jeder Reihe müssen die Werte aufsteigend sein. Neue Karten darf man nur am Ende anlegen.

Besonderheit: Raffiniert ist, dass Teile einer Reihe zu einer anderen Reihe verschoben werden können. Erscheint eine Reihe durch hohe Werte unbespielbar, teilt man sie. Dann befindet sich am Ende wieder ein niedriger Wert. So gibt es oft einen überraschenden Sieger, der durch geschicktes Verschieben seine dritte Reihe vollendet. Gemein sind „Blocker-Karten“. Sie legen eine gegnerische Reihe lahm.

Fazit: Wenige Regeln ergeben ein erstaunlich spannendes und vielseitiges Spiel. Nach wenigen Partien erkennt man die Möglichkeiten im einfachen Spielsystem.

Infos: „3x8“ von C. Fiore und K. Happel, für 2–4 Personen ab 8 Jahren, ca. 25 Minuten, Amigo Spiele, ca. 8 Euro

Mit diesen Spielideen wird garantiert jeder Abend mit Freunden oder Familie amüsant.

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