Radhosen-Test Von 55 bis 190 Euro – welche Modelle überzeugen wirklich im Sattel

Boedeker, Radhosentest

EXPRESS-Redakteur Uwe Bödeker gibt Tipps für die richtige Wahl bei der Radhose.

Köln – Radfahren ist meine Leidenschaft. Schon als kleines Kind bin ich manchmal heimlich auf Papas Rennrad gestiegen und habe mit dem viel zu großen Ding eine Runde um den Block gedreht.

Auf den Sattel habe ich da noch nicht gepasst. Mittlerweile schon. Und da sind wir schon bei einem der wichtigsten Themen für passionierte Radfahrer: Wie fahre ich intensiv Fahrrad, ohne Gesäßprobleme zu bekommen?

Im Jahr komme ich auf über 5000 Kilometer im Rennrad-Sattel. Ich bin zwar kein Rennfahrer, aber ich gebe zu: ich fühle mich gerne so.

Und natürlich habe ich schon schmerzhafte Erfahrungen mit meinem Popöchen gemacht, den ein oder anderen Sattel ausprobiert.

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EXPRESS-Reporter Uwe Bödeker ist gerne mit dem Rennrad unterwegs und testete dabei unterschiedliche Radhosen.

Neben dem richtigen Sattel ist es vor allem die richtige Radhose, die für den nötigen Komfort sorgt. Im Laufe der Jahre habe ich etliche Modelle getestet. Hier kommen nun ein paar Tipps, damit jeder die richtige Radhose findet.

Eins vorweg: In meinen Empfehlungen kommen keine Radhosen vom Discounter vor und keine trägerlosen Hosen. Bei Beidem kann ich aus subjektiven Erfahrungen nicht ernsthaft zum Kauf raten. Außerdem muss jeder Radfahrer wissen, dass sein Gesäß einzigartig ist. Im ausgewählten Fachhandel wird für Radsportler ein Abdrucktest angeboten, um den richtigen Sattel und die richtige Hose zu finden. Was noch zu beachten ist: Vor jeder Fahrt Gesäßcreme auftragen und die Hosen nach jeder Fahrt waschen.

Hier nun ein paar Hosen, mit denen man gerne auch über mehrere Stunden bequem auf dem Rennrad oder dem Trekkingrad über den Asphalt gleiten oder mit dem Mountainbike durch Gelände brettern kann:

Nalini Classic Bibshort

Nalini ist eine italienische Radsportmarke, die das komplette Segment für Jedermann-Fahrer bis zu den Profis abdeckt. Als Radhose eignet sich die Classic Bibshort perfekt zum Einstieg in den Radsport. Die Verarbeitung ist gut, das Sitzpolster passt. Wer allerdings längere Touren unternimmt, könnte in Sachen Bequemlichkeit ein besseres Polster vertragen.

Da die Hose ab ca. 55 Euro zu erwerben ist, kann man von einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis sprechen. Allerdings spürt man bei längerem Gebrauch, dass das Material nicht ganz so formstabil ist. Bei der Bewertung hilft vielleicht dieser Spruch: Wer günstig kauft, kauft zweimal…

Pearl Izumi Trägershorts Quest Bib

Die Marke wurde 1955 von dem Japaner Kinji Shimizu gegründet, der täglich 40 bis 50 Kilometer Rad fuhr, um seiner Arbeit nachzugehen. Er selber wollte für seinen Sohn Hiro, der Radsportler war, den perfekten Renndress entwickeln.

Heute hat die Firma ihren Sitz in den USA und entwickelt professionelle Radsport- und Triathlon-Bekleidung. Die Trägershort Quest Bib ist als Einsteigerhose durchaus zu empfehlen, guter Sitz, gute Verarbeitung, schnell trocknendes Material. Allerdings sind auch hier meine Erfahrungen bezüglich Langlebigkeit nicht optimal. Die Beinabschlüsse werden mit der Zeit etwas labbrig, die Träger auch, was den Sitz der Hose beeinflusst.

Alé Strada Radhose Graphics PRR

Hier kommen wir den Profis schon sehr nahe. Das italienische Unternehmen APG bietet mit seiner Marke Alé (Sitz in Verona) Bekleidung für passionierte Radsportler, die auch auf das Design achten.

Wirklich schicke Sachen gibt es von Alé. Das verwendete Material ist im Windkanal getestet und wirkt beim ersten Anziehen schon stark komprimierend. Das ist gewollt, um die Muskelaktivität zu unterstützen. Einen Effekt, zum Beispiel weniger Ermüdung, konnte ich dadurch jedoch nicht feststellen. Allerdings ist das Material bei den Beinabschlüssen ein Highlight. Die Hose sitzt wirklich, ohne irgendwo zu drücken.

Aufpassen muss man jedoch, denn die Hose ist sehr empfindlich. Ich blieb am Lenkerende hängen und hatte schon leichte Aufriffelungsspuren am Hosen-Oberschenkel. Der Hersteller verspricht beim Sitzpolster auch auf langen Fahrten Komfort – dieses konnte ich jedoch nicht bestätigen, da es für meinen Geschmack recht dünn ist. Dafür trocknet es äußerst schnell. Pluspunkte sammelt die Hose mit komplettem UV-Schutz und Sicherheitsreflektoren auf der Rückseite.

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