Über den Wolken Baby im Flieger geboren – was steht dann eigentlich im Pass?

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Aufregung an Bord: Eine Frau hat im Flugzeug einer Jetblue-Maschine ein Baby zur Welt gebracht. (Symbolbild)

Washington, D.C. – Was für eine Aufregung: Auf einem Flug der US-Airline Jetblue hat eine Passagierin ein Baby zur Welt gebracht. Am 15. Februar auf dem Jetblue-Flug 1954 von San Juan, Puerto Rico nach Fort Lauderdale im US-Bundesstaat Florida wurde das Kind geboren, wie der Sender NBC 6 berichtet. Mithilfe der Crew und medizinischen Fachkräften, die an Bord der Maschine waren, konnte die Frau während des nur rund zweieinhalbstündigen Flugs entbinden. Am Flughafen in Florida angekommen, seien Mutter und Kind von Medizinern empfangen worden, erklärte eine Sprecherin der Fluggesellschaft dem US-Sender.

Junge wird an Bord des Flugzeugs „Born to be blue“ geboren

Der Name des Flugzeugs, in dem die Frau entband, sei „Born to be blue“ („geboren, um blau zu sein“), so die Sprecherin. Wie es der Zufall will, gebar die Passagierin einen Jungen. Die Airline twitterte, sie wolle die Maschine nun umbenennen und ihr mit der Erlaubnis der Mutter den Namen des „jüngsten Kunden aller Zeiten“ geben. Außerdem werde es weitere Geschenke für Mutter und Baby geben. In einigen früheren Fällen durften Kinder, die an Bord eines Fliegers zur Welt kamen, ihr Leben lang umsonst fliegen, wie CNN berichtet. Das handhabt jedoch jede Airline unterschiedlich.

Wie lange dürfen Schwangere überhaupt fliegen?

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Immer wieder liest man von Geburten an Bord eines Flugzeugs. Flugbegleiter sind in der Regel für den Ernstfall geschult und können auch ohne ärztliche Hilfe an Bord als Geburtshelfer agieren. Airlines versuchen diese Ausnahme-Situation aber zu vermeiden. Bei der Lufthansa dürfen Schwangere mit unkompliziertem Verlauf bis zur 36. Woche – also bis vier Wochen vor Geburtstermin – mitfliegen. Condor nimmt Frauen bis zur 28. Schwangerschaftswoche mit. Zwischen der 29. und der 36. Woche brauchen sie ein Attest. Auch Ryanair fordert ab der 28. Woche eine Bestätigung zur Flugtauglichkeit, ausgestellt von einer Hebamme oder einem Arzt. Nach Ende der 36. Woche ist Schwangeren das Fliegen bei der irischen Airline untersagt.

Welche Staatsangehörigkeit bekommen Babys bei einer Geburt im Flugzeug?

Kommt es trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen zu einer Geburt an Bord, sind die Flugbegleiter als Geburtshelfer gefragt und ein Teil des Fliegers verwandelt sich in einen Kreißsaal. Ist das Baby einmal auf der Welt, stellt sich jedoch die Frage nach der Staatsangehörigkeit des Kindes. In Deutschland gilt das sogenannte Abstammungsprinzip, das in Paragraph 4 des Staatsangehörigkeitsgesetzes festgeschrieben ist: „Durch die Geburt erwirbt ein Kind die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt.“

In anderen Ländern – etwa den USA – gilt allerdings das Geburtsortprinzip. Wer in den Vereinigten Staaten geboren wird, erhält automatische die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Doch was geschieht, wenn ein Kind im Flugzeug geboren wird? Dann greift das sogenannte Chicagoer Abkommen, wonach jedes Land die alleinige Lufthoheit über seinem Staatsgebiet hat. Würde ein Kind im Luftraum über den USA geboren, hätte es also auch Anspruch auf die US-amerikanische Staatsbürgerschaft.

Wenn das Kind allerdings in internationalem Luftraum, etwa über dem Ozean, geboren wird, soll es laut einer UN-Konvention zur „Reduzierung von Staatenlosigkeit“ von 1961 die Staatsangehörigkeit des Landes bekommen, in dem das Flugzeug registriert ist.

(rer)

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