Ukraine-Eklat Düsseldorfer Ex-OB Geisel sorgt mit nächstem Beitrag für Zündstoff – „Es reicht“

Thomas Geisel (hier 2021 in Düsseldorf) hat im Ukraine-Eklat noch einmal nachgelegt.

Thomas Geisel (hier 2021 in Düsseldorf) hat im Ukraine-Eklat noch einmal nachgelegt.

Thomas Geisel hat seinen umstrittenen Ukraine-Beitrag gelöscht. Einsicht sieht jedoch anders aus, denn zeitgleich poltert Düsseldorfs Ex-Oberbürgermeister weiter in der Angelegenheit.

Mit seinen Äußerungen zum Ukraine-Krieg hat Düsseldorfs ehemaliger Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) einen heftigen Shitstorm ausgelöst. Über Nacht verschwanden die umstrittenen Aussagen von der Internetseite, auf Bitte von NRW-Chef Thomas Kutschaty. In einem weiteren Beitrag legt der Ex-OB Geisel in der Sache allerdings nochmal nach.

Einsicht sieht anders aus. Seinen umstrittenen Ukraine-Beitrag hat der Düsseldorfer Ex-OB Thomas Geisel inzwischen zwar gelöscht, doch in einem zeitgleich neu veröffentlichten Blog-Eintrag rechtfertigt Geisel seine Aussagen und erhebt seinerseits Vorwürfe.

Thomas Geisel löscht umstrittenen Ukraine-Beitrag – allerdings nicht aus eigenem Antrieb

„Es reicht – auch mit den Shitstorms“, betitelt Thomas Geisel seinen neuen Beitrag, den er in der Nacht zum Montag (25. April 2022) auf seiner Internetseite veröffentlichte, und zeigt damit schon an, dass er die Angelegenheit nicht so einfach auf sich beruhen lassen will.

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Seinen ursprünglichen Beitrag „Es reicht, Herr Melnyk“ hatte der ehemalige Düsseldorfer Oberbürgermeister kurz zuvor gelöscht. Aus eigenem Antrieb oder plötzlicher Einsicht ist dies aber wohl nicht zurückzuführen. Geisel macht deutlich, die Löschung sei auf Bitte von SPD-Chef Thomas Kutschaty geschehen.

Zu seinem Standpunkt, den er in seinem ursprünglichen Beitrag vertreten hatte, steht Thomas Geisel aber allem Anschein nach weiter – wenn auch mit einigen Einschränkungen. „Der Überfall auf die Ukraine ist ein Verbrechen, und Gräueltaten bleiben Gräueltaten; Vergleiche mit noch monströseren Verbrechen und Opferzahlen sind da wohl in der Tat nicht angebracht“, gesteht der Ex-OB in seinem neuen Blog-Eintrag.

Düsseldorfs Ex-OB Thomas Geisel erhebt weitere schwere Vorwürfe

Gleichzeitig erhebt Geisel aber auch neue Vorwürfe im Zusammenhang mit seinem selbst hervorgerufenen Ukraine-Eklat. Mit den vielen Kommentaren gegen ihn, die „wenig schmeichelhaft, manche regelrecht beleidigend“ ausfallen, könne er leben, so Geisel. Aus seiner Sicht sei allerdings eine sachliche Diskussion zum Ukraine-Krieg kaum mehr möglich.

„Wer der Genozid-Rhetorik von Herrn Melnyk nicht folgen möchte, ist eben ein ‚Putin-Versteher‘ und Teil der russischen Propaganda“, poltert Thomas Geisel in dem in der Nacht veröffentlichten Beitrag los.

Sein eigener Beitrag werde in der öffentlichen Debatte einfach „umgedreht“, behauptet Geisel: „Und das Argument, mit Melnyks Genozid-Rhetorik würden Kriegsverbrechen und Völkermorde dramatischen Ausmaßes der Vergangenheit relativiert, wird einfach umgedreht: Wer so etwas behauptet, relativiere in Wahrheit die Gräueltaten der russischen Armee in der Ukraine und verharmlose Putins völkerrechtswidrigen Angriffskrieg.“

Der Düsseldorfer Ex-OB stellt sich unterdessen an die Seite von Bundeskanzler Olaf Scholz, der fälschlicherweise als „entscheidungsschwacher Zauderer“ diffamiert werde. Die Lieferung immer weiterer und schwererer Waffen werde als alternativlos dargestellt. Thomas Geisel hält einen Sieg der Ukraine unterdessen für unrealistisch.

Eine dauerhafte Lösung werde sich laut Geisel nur am Verhandlungstisch mit Russland finden lassen, unter Umständen auch mit Wladimir Putin. Als Grundlage für einen solchen Konsens sieht der Ex-OB die Prinzipien des Minsker Abkommens.

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