Israel greift erneut Ziele im Iran an, darunter eine Kommandozentrale. Teheran feuert Raketen auf Israel – Waffenruhe-Gespräche geraten ins Wanken.
Eskalation im Nahen OstenIsrael schlägt wieder im Iran zu – Verhandlungen über Waffenruhe in Gefahr

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Israels Luftwaffe hat erneut Ziele im Iran angegriffen.
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Die Spannung im Nahen Osten kocht hoch! Trotz der von den USA verkündeten Verhandlungen mit dem Iran, hat die israelische Luftwaffe wieder zugeschlagen und Ziele in der iranischen Hauptstadt attackiert. Eine neue Angriffsserie auf Teheran sei abgeschlossen, informierte die Armee am Abend.
Angegriffen wurde dabei eine Kommandozentrale der iranischen Revolutionsgarden. Das ist besonders heikel: Die Zentrale soll sich laut den Meldungen, wie die BBC berichtet, mitten zwischen zivilen Einrichtungen befunden haben. Um unbeteiligte Menschen zu schützen, wurde laut Armeeangaben zielgenaue Munition verwendet. Bestätigen ließen sich diese Details von unabhängiger Seite vorerst nicht.
Hauptquartier der Revolutionsgarden im Visier
In dieser Zentrale sollen die Revolutionsgarden laut israelischem Militär unter anderem die Lage analysiert haben. Von diesem Ort aus seien auch die Basidsch-Einheiten kommandiert worden. Diese paramilitärische Gruppe ist berüchtigt für ihr gewaltsames Vorgehen gegen Proteste im eigenen Land.
Zudem gab die israelische Armee bekannt, dass schon in der Nacht davor bedeutende Objekte bombardiert wurden. Darunter eine Kommandozentrale der Revolutionsgarden für die Luftabwehr sowie Anlagen zur Waffenproduktion.
Gegenschlag: Iran schießt Raketen
Der Iran antwortete prompt und feuerte am Morgen Raketen auf israelisches Gebiet. In mehreren Regionen des Landes heulten daraufhin die Sirenen, viele Menschen suchten Schutz in Bunkern oder Schutzräumen. Berichten zufolge wurde ein Teil der Geschosse von der israelischen Luftabwehr abgefangen. Informationen über Verletzte durch den Beschuss aus dem Iran lagen zunächst nicht vor.
Während der militärische Konflikt weiter eskaliert, bleibt die diplomatische Lage widersprüchlich. Teheran bestreitet weiterhin, dass es direkte Verhandlungen mit Washington gegeben habe, während US-Vertreter von Fortschritten bei Gesprächen sprechen. Tatsächlich laufen Kontakte nach übereinstimmenden internationalen Medienberichten derzeit ausschließlich indirekt über Vermittlerstaaten – zuletzt über den Oman, der seit Jahren als wichtiger diplomatischer Kanal zwischen beiden Ländern gilt.
Beobachter gehen davon aus, dass die unterschiedlichen Darstellungen auch innenpolitische Gründe haben: Während die US-Regierung Gesprächsbereitschaft signalisiert, vermeidet es die iranische Führung, direkte Verhandlungen öffentlich einzugestehen. Konkrete Ergebnisse oder eine Annäherung sind bislang nicht bekannt, vielmehr droht die jüngste Eskalation die ohnehin fragilen diplomatischen Bemühungen weiter zu erschweren. (red)

