Ihre Geschichte hat Millionen berührt. Nun folgt scheinbar eine erschütternde Wende.
Sorge um Natascha KampuschSchwester in großer Angst: „Wieder in einer Art Gefangenschaft“

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Natascha Kampusch in einer Talkshow. (Archivbild)
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Eine Meldung sorgt in Österreich für großes Aufsehen. Zwei Jahrzehnte nach ihrer Selbstbefreiung aus den Händen ihres Peinigers besteht erhebliche Besorgnis um Natascha Kampusch. Laut einer Mitteilung des ORF soll die mittlerweile 38-Jährige einen gravierenden gesundheitlichen Rückschlag erlitten haben.
Ihre Angehörigen stehen der Situation machtlos gegenüber, die Verfassung von Kampusch wird als „herzzerreißend“ geschildert. Die Befürchtung, ihr Zustand könnte international für Schlagzeilen sorgen, ist eine große Belastung für die Familie.
Natascha Kampusch: Schwester findet dramatische Worte
Vor allem die vom ORF wiedergegebenen Aussagen ihrer Schwester sind erschütternd: „Jeder weiß, wie Natascha früher vor der Kamera gesprochen hat. Das gibt es jetzt überhaupt nicht mehr. Sie ist meist in einer eigenen Welt. Sie ist wieder in einer Art Gefangenschaft.“
Die Hintergründe werden in einer Fernseh-Doku mit dem Namen „Natascha Kampusch – Gefangen in Freiheit“ thematisiert. Der Reporter Christoph Feurstein verfolgt darin ihren Lebensweg von der Entführung bis in die Gegenwart. Der ORF plant die Ausstrahlung für Montag, den 16. März 2026, um 20.15 Uhr.
1998 entführt – Natascha Kampusch überlebte 3096 Tage Gefangenschaft
Im Jahr 1998 wurde Kampusch im Alter von zehn Jahren auf dem Weg zur Schule gekidnappt. Wolfgang Priklopil, ihr Entführer, hielt sie für eine Dauer von 3.096 Tagen fest, bis ihr mit 18 Jahren die Flucht gelang. Noch am Tag ihrer Befreiung beging Priklopil Suizid. Das erste Gespräch in Freiheit führte sie 2006 ebenfalls mit dem ORF-Reporter Feurstein.
Nach ihrer Rückkehr in die Freiheit versuchte Kampusch, sich Schritt für Schritt ein eigenes Leben aufzubauen. Sie kehrte zunächst in die Öffentlichkeit zurück, gab Interviews und veröffentlichte 2010 ihre Autobiografie „3096 Tage“, in der sie ihre Gefangenschaft schilderte. Das Buch wurde international ein Bestseller und später auch verfilmt.
In den Jahren danach zog sich Kampusch zeitweise aus der Öffentlichkeit zurück, meldete sich jedoch immer wieder mit Interviews und Projekten zu Wort. Sie moderierte zeitweise eine eigene Talksendung im österreichischen Fernsehen und engagierte sich für Themen wie Opferhilfe und Selbstbestimmung. Gleichzeitig betonte sie wiederholt, dass sie nicht nur auf das Verbrechen reduziert werden möchte. (jag)

