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Tausende protestieren in DüsseldorfBjörn Höcke verspottet Demonstranten

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Ein bunter Protestzug, ein hochumstrittener Redner und ein Anti-AfD-Wagen von Jacques Tilly: Antifaschisten zeigen der AfD auch in Garath die Rote Karte.

Mit einem Motivwagen von Jacques Tilly, Chören und vielen Aktionsformen haben laut Polizei rund 7.000 Menschen gegen einen Auftritt des Thüringer AfD-Landesparteichefs Björn Höcke in Düsseldorf demonstriert.

Ein breites Bündnis aus Bürgerinitiativen, Gewerkschaften und zahlreichen weiteren Bereichen der Zivilgesellschaft beteiligte sich an dem bunten Widerstand gegen die AfD. Bereits am Montagnachmittag (23. Februar 2026), Stunden vor dem erwarteten Höcke-Auftritt, waren bereits mehrere Hundert Menschen im Stadtteil Garath vor Ort, wie eine dpa-Reporterin berichtete.

Björn Höcke spottet über Demonstranten

Von rund 300 Sympathisanten in einer voll besetzten Halle im Düsseldorfer Stadtteil Garath wurde Höcke hingegen gefeiert. Er bezeichnete die Demonstranten als Opfer. „Viele sind durch die Bildungsanstalten der Bundesrepublik Deutschland ideologisiert worden, sind fehlgeleitet worden“, sagte Höcke unter dem Applaus seiner Zuhörer. Es sei nötig, dass „normale Menschen“ Mut zeigten, „wenn da draußen die Therapiebedürftigen stehen, auch mal zu sagen, davon lasse ich mich nicht abhalten und mache mir mein eigenes Bild vom Teufel der Nation“.

Deutschland müsse wieder vom Kopf auf die Füße gestellt werden. Dazu brauche es die AfD als „Partei des gesunden Menschenverstands“. Die anderen Parteien sammelten lediglich die Stimmen des Wahlvolks ein, ohne deutsche Interessen zu vertreten.

Zahlreiche Menschen nehmen an einer Protestaktion gegen den Thüringer AfD-Chef Höcke teil.

Copyright: Federico Gambarini/dpa

Zahlreiche Menschen nehmen an einer Protestaktion gegen den Thüringer AfD-Chef Höcke teil.

Vor dem Veranstaltungsort wurde ein Anti-AfD-Wagen des Düsseldorfer Künstlers Jacques Tilly aufgefahren. Darauf zu sehen war ein großer bunter Fisch mit der Aufschrift „Wir sind mehr!“, der einen kleineren mit der Aufschrift „Wir sind das Volk!“ frisst.

Vor der Veranstaltungshalle machten Tausende AfD-Gegner ihrem Unmut Luft. „Gegen den Faschismus“, skandierten Demo-Teilnehmer lautstark. Auf Transparenten standen Slogans wie „Wir alle sind die wehrhafte Demokratie“, „Rote Karte für Nazis“ oder „Lebe so, dass die AfD etwas dagegen hat“.

Auf Schildern der Demonstranten war etwa „Widerstand gegen Nazis“ und „Gemeinsam gegen rechts“ zu lesen. Am Sonntag hatten bereits Tausende gegen einen Auftritt Höckes beim AfD-Neujahrsempfang im Dortmund demonstriert. Der Rechtsaußen-Politiker ist derzeit auf Tour durch das größte Bundesland.

Im März steht beim Landesparteitag der AfD eine Richtungsentscheidung bei den Vorstandswahlen an. Der 53-jährige Höcke ist zweimal wegen der Verwendung einer verbotenen Nazi-Parole rechtskräftig verurteilt worden. Die von ihm geführte Thüringer AfD wird vom dortigen Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft und beobachtet.

In Düsseldorf haben drei Bündnisse unter dem Motto „Kein Platz für Faschisten in Düsseldorf“ und „Garath ist bunt, nicht braun“ dazu aufgerufen, an Aufzügen durch die Stadt und anderen Protestaktionen teilzunehmen – darunter das Bündnis „Düsseldorf stellt sich quer“.

Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und zahlreiche weitere Unterstützer haben sich in den Protest eingereiht. Zuvor war ein gemeinsamer Antrag von SPD, Volt und Linke an den Düsseldorfer Rat gescheitert, Höcke Hausverbot in den städtischen Veranstaltungsräumen zu erteilen.

Die Ratsmehrheit hatte Bedenken, ob das rechtskonform wäre, will sich aber dafür einsetzen, eine rechtssichere Grundlage für künftige Fälle zu schaffen.

Auch in Dortmund war am Freitag ein kurzfristiger Anlauf der Stadt, den AfD-Neujahrsempfang mit Höcke im Rathaus zu untersagen, im Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht gescheitert – ähnliche Entscheidungen gab es kürzlich am Verwaltungsgerichtshof in München. (dpa)

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