Kaum fahren RE5, RB26 und Co. wieder, sind bei Pendlerinnen und Pendlern erneut starke Nerven gefragt. Am Montag streiken die Beschäftigten der KVB, SWB und wupsi in Köln, Bonn und Leverkusen.
Mega-Streik-TagNichts ging mehr in Köln – Schulministerium mit Hinweis

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Eine Tafel im leeren U-Bahnhof Ebertplatz weist auf den Warnstreik hin: Verdi ruft bundesweit zu Warnstreiks im Nahverkehr auf, auch in Köln müssen sich Fahrgäste am Montag auf erhebliche Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr einstellen.
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Übler Tag für Pendler, Pendlerinnen und Bahn- und Busfahrgäste: Die Gewerkschaft Verdi hat für Montag (2. Februar) zu einem eintägigen Warnstreik aufgerufen.
Der betraf auch die KVB. Von Montag, 3 Uhr, bis Dienstag, voraussichtlich 3 Uhr, fuhren keine Stadtbahnen und Busse der KVB. Alles war zum Erliegen gekommen. „Alle Ein- und Ausgänge sind symbolisch blockiert“, sagte Frank-Michael Munkler von Verdi zur Situation bei den KVB. Im Busverkehr fanden jedoch vereinzelte Fahrten durch Subunternehmen statt. Seit Dienstagmorgen, 3 Uhr, ist der Streik beendet, Bahnen und Busse fahren wieder im Regeltakt.
KVB-Streik: Auch keine Fahrten auf den Stadtbahnlinien 16 und 18
Auch die Stadtbahnlinien 16 und 18, die gemeinsam mit den Stadtwerken Bonn (SWB) betrieben werden, waren Montag vom Streik betroffen.
Die KVB wies als Fahralternative auf das KVB-Rad hin. Dies könne von allen, die ein Deutschlandticket oder Abo auf der VRS-Chipkarte haben, 30 Minuten je Fahrt kostenlos genutzt werden. Alle anderen zahlten 1 Euro für 15 Minuten.
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Außerdem konnten Fahrgäste innerhalb des Gültigkeitsbereichs ihres Tickets die Züge der Deutschen Bahn, der Mittelrheinbahn und anderer Eisenbahnverkehrsunternehmen nutzen (S-Bahn, Regionalbahn und Regionalexpress). Diese waren nicht durch den Streik betroffen.
Weiterer Hinweis der KVB: Die am Montag stattfindenden Busfahrten einzelner Subunternehmen sind in der Fahrplanauskunft eingepflegt. Bei der Suche in der Fahrplanauskunft sei es besser statt der Abfahrtshaltestelle die eigene Adresse einzugeben, heißt es seitens der KVB. Dann würden einem auch andere stattfindende Fahrten in der Nähe angezeigt.
Das ist die aktuelle Staulage in Köln
Unsere Staukarte zeigt, wie der Verkehr in Köln und Umgebung läuft. Die Straßen sind je nach aktueller Verkehrslage eingefärbt: Rot bedeutet Stau, Grün heißt freie Fahrt:
Wie stark sich der Warnstreik im Nahverkehr auf die Verkehrslage auswirken wird, hängt laut ADAC entscheidend davon ab, wie viele Arbeitnehmende sich auf den Streik einstellen und gegebenenfalls auch im Homeoffice arbeiten können.
„Auf den Hauptstrecken wird es zur Rushhour noch voller werden“, sagt ADAC-Sprecher Thomas Müther. Wer mit dem Auto unterwegs sein müsse, sollte zumindest die Stoßzeiten zwischen 7 und 9 Uhr und 16 bis 18 Uhr meiden und sich vorab über die aktuelle Verkehrslage informieren. „Es lohnt sich, sehr früh loszufahren. Auch Fahrgemeinschaften können eine Option sein“, erklärt er.
NRW-Schulministerium: Schulpflicht trotz Streik
Die Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft (RSVG) ist vom Streik nicht betroffen. Da jedoch die SWB bestreikt wird, kommt es auf den Buslinien 117, 540, 550, 636 und 640 zu Fahrtausfällen. Alle Fahrten der Linie 552 finden planmäßig statt.
„Bei im Vorfeld angekündigten Ereignissen wie einem Streik des öffentlichen Nahverkehrs besteht die Verpflichtung zur Teilnahme am Unterricht auch weiterhin“, erklärte das NRW-Schulministerium auf der Plattform Facebook.
Eltern müssten deshalb dafür Sorge tragen, dass ihre Kinder zur Schule kommen. Sollte einer Schülerin oder einem Schüler der Schulweg im Einzelfall nicht zumutbar sein, handele es sich um entschuldigte Fehlzeiten, hieß es.
Diese NRW-Verkehrsunternehmen sind vom ÖPNV-Streik betroffen
- Bahnen der Stadt Monheim
- Beteiligungsgesellschaft des Kreis Düren
- Bogestra
- Dortmunder Stadtwerke AG
- Duisburger Verkehrsgesellschaft AG
- Hagener Straßenbahn AG
- Kölner Verkehrs-Betriebe AG
- moBiel GmbH
- MVG Märkische Verkehrsgesellschaft
- NEW mobil + aktiv MG GmbH
- NEW mobil + aktiv Viersen GmbH
- Niederrheinische Verkehrsbetriebe AG NIAG
- Rhein Erft Verkehrsgesellschaft
- Rheinbahn AG
- Ruhrbahn GmbH (früher EVAG)
- Stadtbus Gütersloh GmbH
- Stadtwerke Bonn Verkehrs-GmbH (einschließlich Fahrbetrieb Bonn GmbH)
- Stadtwerke Hamm Verkehrsbetrieb Hamm GmbH
- Stadtwerke Münster GmbH Nahverkehr
- STOAG Stadtwerke Oberhausen GmbH
- Straßenbahn Herne Castrop Rauxel
- SWK mobil GmbH
- Verkehrsbetriebe der Stadtwerke Remscheid GmbH
- Verkehrsbetriebe der Stadtwerke Solingen GmbH
- Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr
- Vestische Straßenbahnen GmbH
- WestVerkehr GmbH
- WSW mobil GmbH
- wupsi GmbH
Warnstreik: Verdi fordert Kürzung der wöchentlichen Arbeitszeit
Hintergrund des Warnstreiks sind die laufenden Tarifverhandlungen mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen (KAV NW), die am 21. Januar 2026 in erster Verhandlungsrunde in Köln ergebnislos verliefen. „Die Arbeitsbelastung ist in vielen Bereichen kaum noch zu bewältigen“, sagte Frank Michael Munkler, Verdi-Gewerkschaftssekretär. „Es braucht spürbare Verbesserungen, um einen zukunftsfesten ÖPNV zu bekommen.“
Unter anderem wird die Kürzung der wöchentlichen Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich und eine Ruhezeit zwischen zwei Schichten von mindestens elf Stunden gefordert.
Für Bahngäste heißt das jedoch, Zähne zusammenbeißen. Bei ihnen waren erst gerade mal wieder starke Nerven gefragt. Wegen Gleis- und Weichenerneuerungen war es vom 23. bis 30. Januar 2026 auf der Regio-Strecke zwischen Köln Hauptbahnhof und Remagen/Erftstadt zu einer Totalsperrung gekommen. Unter anderem fiel der RE5 zwischen Köln Süd und Remagen, der RB26 zwischen Köln Messe/Deutz/Köln-Bonn Flughafen und Remagen, der RB48 zwischen Köln Hauptbahnhof/Köln Süd und Bonn-Mehlem aus. (iri/dpa)

