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„Dürfen uns nicht klein machen“ ZDF-Experte Balitsch erwartet starke deutsche EM

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Hanno Balitsch wird während der EM im ZDF als Co-Kommentator im Einsatz sein.

Bensheim  – Er spielte unter anderem für den 1. FC Köln, Bayer Leverkusen, Hannover 96 und den 1. FC Nürnberg. Einmal stand er auch im Trikot der Nationalmannschaft gegen Spanien auf dem Platz. Hanno Balitsch (40) ist viel rumgekommen in seiner Karriere. Bei der EM wird er als Co-Kommentator im ZDF arbeiten. Das EXPRESS-Interview.

  • Hanno Balitsch im Interview
  • Der Ex-Profi arbeitet bei der EM als Co-Kommentator des ZDF
  • Gerade hat er seine Fußballlehrer-Lizenz bestanden

Herzlichen Glückwunsch zum bestandenen Fußballlehrer. Sind Sie nun bereit für die großen Aufgaben?

Es war eine anstrengende aber auch spannende Zeit. Am Ende weiß du aber erst, wie es ist, vor 60.000 Fans zu spielen oder als Trainer zu agieren, wenn du im Kessel stehst und die Lautstärke wahrnimmst. Es gibt Dinge, die kann man nicht simulieren. Die Ausbildungsleiter waren aber sehr darum bemüht, den Lehrgang praxisnah zu gestalten.

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Was planen Sie denn nun mit Ihrem neuen Schein?

Ich bleibe erst mal beim DFB, dort bin ich seit vier Jahren Co-Trainer. Seit dem 1. Juni habe ich eine volle Stelle beim DFB im Juniorenbereich und werde als Co-Trainer unter Hannes Wolf die U19 trainieren.

Sehen Sie sich denn künftig auf jeden Fall als Trainer?

Ich kann mir auch einen Job als sportlicher Leiter vorstellen. Jörg Schmadtke ist da so ein bißchen mein Vorbild. Meine Intention war immer, mich möglichst breit aufzustellen. Dass ich den Fußballlehrer gemacht habe, bedeutet nicht, dass ich zwingend im Trainerjob bleiben will.

Im Sommer werden Sie wieder fürs ZDF arbeiten. Wie gefällt Ihnen der Job, Herr Kollege?

Ich war lange Kommentatoren-Assistent, habe mit Bela Rethy und Martin Schneider Champions League- und WM-Spiele übertragen. Jetzt werde ich erstmals als Co-Kommentator zu hören sein. Das ist in dieser Form neu für das ZDF. Das macht Spaß, das ist eine interessante Aufgabe und sehr vielfältig. Ich lerne die mediale Seite noch viel besser kennen. Außerdem ist es gut für die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit, weil ich nicht von der Bildfläche verschwinde.

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Hanno Balitsch arbeitet schon lange als Co-Trainer beim DFB. Unser Bild zeigt ihn 2017 bei der U20.

Werden Sie auch Kritik am deutschen Team üben?

Bei der deutschen Mannschaft werde ich nicht eingesetzt, weil da doch ein Interessenskonflikt besteht. Ich finde, wenn man als Experte authentisch sein will, muss man Dinge kritisch ansprechen können. Die meisten Spieler können auch mit Kritik umgehen, wenn es nicht persönlich wird. Aber steht es mir zu, als Co-Trainer der U19 den Cheftrainer der A-Nationalmannschaft wegen taktischer Dinge oder der Aufstellung zu kritisieren? Ich finde in dieser Konstellation steht es mir nicht zu über Jogi Löw sprechen.

Wie beurteilen Sie denn die deutschen EM-Chancen?

Das ist natürlich eine schwierige Gruppe. Aber wir dürfen uns als Deutschland nicht klein machen, weil mal ein Turnier in die Hose gegangen ist. Ich bin schon der Meinung, dass man in der Gruppe weiterkommen sollte. Hinter Portugal brauchen wir uns nicht verstecken, und ein Eröffnungsspiel gegen Frankreich ist für beide Nationen immer unangenehm. Wir werden ein gutes Turnier spielen, ob es zum ganz großen Wurf reicht, wird man dann sehen.

Hanno Balitsch: Mir steht es nicht zu, über Joachim Löw zu sprechen

Bei welchen Partien und in welchen Ländern werden Sie denn eingesetzt?

Auf meinem Plan steht Ungarn gegen Portugal in Budapest, Ukraine gegen Nordmazedonien in Bukarest und Kroatien gegen Tschechien in Glasgow. Alles Weitere entscheidet sich nach der Vorrunde und ist auch jeweils abhängig von der pandemischen Situation vor Ort.

Glauben Sie, dass das EM-Fieber entstehen wird?

Die Leute werden schon die EM konsumieren, alleine schon aus Mangel an Alternativen. Die ursprüngliche Intention, in ganz Europa eine gemeinsame Turnierstimmung zu erzeugen, das wird jedoch nicht gelingen.

Sie haben Ihr Praktikum für den Trainerschein bei Marco Rose in Mönchengladbach absolviert. Wie haben Sie ihn wahrgenommen?

Ich habe mit Marco früher zusammen in Mainz gespielt, daher kam der Kontakt zustande. Für mich war das eine überragende Zeit, weil ich super aufgenommen wurde. Nicht viele in unserem Trainerlehrgang durften im Praktikum so eng dabei sein. Ich habe Marco als sehr klaren, lockeren Trainer erlebt, der ein gutes Gespür für die Truppe und die einzelnen Spieler hat.

Rose war auch einer der Trainer, der seine Ausstiegsklausel genutzt hat und für den eine Ablösesumme gezahlt wurde. Wie denken Sie über diese Entwicklung?

Die Wertigkeit eines Trainers verändert sich derzeit. Es werden hohe Ablösesummen bezahlt, die öffentliche Wahrnehmung verändert sich. Die Diskussion um die Summen finde ich seltsam. Topspieler kosten 100 Millionen und mehr, aber wenn ein Trainer für fünf Millionen wechselt, gibt es einen Aufschrei. Ein Trainer ist am Ende die wichtigste Personalie einer Mannschaft. Warum sollten solche Klauseln oder Ablösen nicht gerechtfertigt sein? Bei Spielern macht sich darüber auch kaum einer Gedanken.

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