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Tennis-Bundestrainerin kritisiert Sportstadt Köln „Außer FC kommt nicht viel“

Rittner

Barbara Rittner, Turnierdirektorin der beiden ATP-Turniere, bei einer Pressekonferenz am 17. September in Köln.

Köln – Barbara Rittner (47) gehörte von 1989 zu den besten deutschen Tennisspielerinnen und gewann in ihrer Karriere zwei WTA-Turniere und Preisgelder von 1,8 Millionen US-Dollar. Seit 2009 ist sie die erste Tennis-Bundestrainerin. Zudem ist sie Turnierdirektorin der beiden ATP-Veranstaltungen, die in der Kölner Lanxess-Arena steigen. Diese finden vom 12. bis 25. Oktober statt. Der WDR überträgt die erste Turnierwoche, Eurosport die zweite.

War es für Sie eine Überraschung, dass so kurzfristig Weltklasse-Tennis nach Köln kommt? Erst im September wurde der Vertrag abgeschlossen.

Ich war von Anfang an involviert in die Schritte, die dahin führten. Sehr früh wusste ich von Edwin Weindörfer, dem CEO des Veranstalters, der Firma Emotion, von diesen beiden Turnieren. Er ist sehr nah an der ATP-Tour dran, und es sind kurzfristig Lizenzen frei geworden von Turnieren, die in dieser Corona-Phase nicht stattfinden konnten. Er sagte mir: Wir wollen uns um die Turniere bemühen, und wir haben mit Bett1 auch einen Hauptsponsor. Denn ohne Hauptsponsor kann man so etwas nicht stemmen. Wir reden von einem Budget von drei bis vier Millionen Euro für die beiden Turniere.

Und wieso wurde Köln ausgewählt?

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Bett1 hat seinen Sitz in Berlin, und der Besitzer (Adam Szpyt, d. Red.) lebt dort. In Köln hat er sich in Sülz dieses Schloss gekauft, das Weißhaus. Er ist Köln-Liebhaber, deshalb war es sein Wunsch, etwas in Köln zu machen. Und dann sagte Edwin Weindörfer zu mir: Na ja, Barbara, wenn es Köln ist, dann musst du dabei sein. Ich lebe seit 30 Jahren hier, arbeite sehr eng mit Emotion zusammen und bin auch Turnierdirektorin beim WTA-Turnier in Berlin. Wir haben noch geprüft, es so zu organisieren, dass wir hintereinander ein Damen- und ein Herrenturnier in Köln veranstalten können. Wir haben Kontakt zur WTA-Tour aufgenommen, weil auch bei den Damen ganz viele Termine frei geworden sind. Aber sie hat leider zu träge reagiert. Wir wollten trotzdem zwei Wochen nacheinander machen, so wurden es zwei ATP-Turniere. Ich habe natürlich trotzdem zugesagt. Seit Jahren lebe ich in Köln Mülheim.

Sie können also die Arena von zu Hause aus sehen?

Von meiner Dachterrasse aus kann ich sie sehen, es sind Luftlinie nur vier Kilometer.

Glauben Sie, dass die ATP-Turniere sich langfristig in Köln ansiedeln könnten, wenn es bei der Premiere gut läuft?

Unser Ziel ist es, die Veranstaltungen bestmöglich zu organisieren. Erst einmal ist es eine einmalige Sache. Aber es wird sicherlich auch im nächsten Jahr Lücken im ATP-Kalender durch Turnierabsagen geben. Und die werden dann neu ausgeschrieben. Für uns ist das interessant, denn wir wollen langfristig eine Turnierlizenz bekommen. Ob es dann in Köln bleibt, werden wir sehen. Es hängt auch davon ab, wie sehr sich Unternehmen aus der Region mit engagieren.

Wie sieht es da aus?

Wir haben mit sehr vielen Unternehmen gesprochen. Es gab Enttäuschungen, aber auch schöne Zeichen. Die RheinEnergie ist zum Beispiel dabei. Und Lambertz aus Aachen. Viele Kölner Unternehmen haben uns aber leider abgesagt, meistens mit dem Argument, es sei zu kurzfristig. Ja, natürlich war es kurzfristig, aber in diesen Corona-Zeiten weiß jeder, wie die Lanxess-Arena zu kämpfen hat. Die Leute von der Arena hatten ja fast Tränen in den Augen, als wir über das Projekt gesprochen haben. Die Arena sehnt sich nach Veranstaltungen. Es heißt doch immer „Mer Kölner ston zesamme“. Da muss man manchmal auch Taten folgen lassen. Bett1 stemmt circa 80 Prozent der Kosten. Wenn es darum geht, ob es in Köln bleibt, müssten sich mehr Kölner Unternehmen engagieren. Köln nennt sich Sportstadt, außer beim FC sehe ich aber leider nicht viel Engagement.

Löcher

Geschäftsführer Stefan Löcher hofft auf möglichst viele Zuschauer in der Lanxess-Arena.

Alexander Zverev, Deutschlands Nummer eins im Tennis, will bei beiden Turnieren spielen. Wie sieht es da aus?

Es gab Irritationen, als er nach seinem Aus bei den French Open erzählte, er sei erkältet auf den Platz gegangen – was er angeblich nicht beim Turnierarzt gemeldet hatte, wie es Vorschrift ist. Das war wohl ein Missverständnis. Sein Physiotherapeut war beim Turnierarzt und hat für Sascha Medikamente, also Nasenspray, geholt. Sascha war einfach erkältet, danach ist er auch wieder negativ auf Corona getestet worden. Er ist auf dem Weg der Besserung und hat bereits öffentlich gesagt, dass er sich auf Köln freut.

Andy Murray ist in Köln dabei, Stan Wawrinka spielt beim zweiten Turnier, auch Marin Cilic schlägt in der Arena auf. Sind Sie stolz auf das illustre Teilnehmerfeld?

Struff, Altmaier, und viele mehr... Es ist eine absolute Topbesetzung, ein unglaubliches Teilnehmerfeld. Und es ist eine Neuheit in der Lanxess-Arena, es gibt ja einen Haupt- und einen Nebencourt. Ich freue mich riesig darauf und hätte mir gewünscht, dass viele Zuschauer in die Halle dürfen. Aber das ist leider nicht möglich. Wir sind dazu in Kontakt mit Frau Reker, die ja auch Schirmherrin des Turniers ist, und mit dem Kölner Gesundheitsamt. (red)

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