„Trump ist ein Verbrecher!“ So regiert der US-Sport auf die Eskalation am Kapitol

Neuer Inhalt (2)

Die Spieler der Golden State Warriors knien am Mittwochabend (Ortszeit) während der US-Hymne vor der Partie gegen die Los Angeles Clippers. Damit reagieren die Basketballer auf die Eskalation in Washington.

Washington D.C. – Im August 2016, während der Vorbereitung auf die Saison der National Football League (NFL), kniete sich Colin Kaepernik (33) während der US-Amerikanischen Nationalhymne hin.

Damit protestierte der Quarterback der San Francisco 49ers gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA. Das ist nun knapp viereinhalb Jahre her. Gestern stürmten Anhänger des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump (74) das Kapitol in Washington.

USA: Spieler und Trainer der NBA nach Sturm auf Kapitol entsetzt

US-Sportler haben entsetzt auf die Eskalationen reagiert und eine offensichtliche Ungleichbehandlung angeprangert. Kaum eine Liga im US-Sport hat sich seit dem Frühjahr so für einen Wandel in der Gesellschaft eingesetzt und Rassismus verurteilt wie die amerikanische Basketball-Liga NBA. Dementsprechend geschockt reagierten viele Profis nun auf den Sturm auf das Kapitol und waren besonders sauer über die Umstände.

Alles zum Thema USA
  • Er ist selbst noch ein Kind 18-Jähriger tötet 19 Kinder in USA: Seine Fotos zeigen unerträgliche Situation
  • Dramatische Engpässe US-Militärmaschinen fliegen wichtiges Nahrungsmittel aus Deutschland ein
  • „Die zwei Millionen sind da“ FC-Personalien: Baumgart plant fest mit Kilian – zwei Abgänge stehen fest
  • Trendsport wächst rasant Pickleball-Welle schwappt nach Köln: Was steckt dahinter?
  • Verbotene Liebe Justizbeamtin verhilft Mörder zur Freiheit und bezahlt mit dem Leben
  • Bei Bauarbeiten verschandelt Kult-Stadion wird für WM komplett umgekrempelt
  • Neuer Fund nach Schweineherz-Transplantation Ist ein Virus Schuld am Tod des Patienten?
  • Horror-Unfall bei US-„Supertalent“ Zaubertrick endet im Rollstuhl – prominente Verlobte äußert sich
  • „Wir hörten sie schreien“ Frau macht grauenhafte Entdeckung in ausgetrocknetem See
  • „Der weiße Blitz“ Leichtathletik-Sensation Matthew Boling wandelt auf den Spuren des großen Carl Lewis

„Der Mann, der Präsident war, hat dazu angestachelt. Der Mann ist ein Verbrecher“, sagte Basketballstar Kyle Lowry (34/Toronto Raptors) und machte den abgewählten Staatschef für die Stürmung des Kapitols in Washington verantwortlich. Mit seiner Forderung nach Konsequenzen wegen der Anstiftung des Mobs zur erschütternden Attacke auf die US-Demokratie sprach der Point Guard der Toronto Raptors vielen aus dem Herzen: „Er sollte vor Gericht gestellt werden.“

Neuer Inhalt (2)

NBA-Trainerlegende Doc Rivers bei der Partie seiner Philadelphia 76ers gegen die Washington Wizards. Er kritisierte den unterschiedlichen Umgang mit „Black-Lives-Matter“-Demonstranten und den Trump-Unterstützern.

Im Gegensatz zur Absicherung der Regierungsgebäude im Sommer wegen der Demonstrationen unter dem Motto „Black lives Matter“ habe er weder die Armee noch die Nationalgarde gesehen, sagte der Trainer der Philadelphia 76ers, Doc Rivers (59), vor dem Heimspiel gegen die Washington Wizards. „Das ist in vielerlei Hinsicht ein Beweis für ein privilegiertes Leben“, sagte Rivers am Mittwoch (Ortszeit).

Sturm auf Kapitol in Washington: NBA-Trainer entsetzt über Außendarstellung der USA

„Können Sie sich heute vorstellen, was passiert wäre, wenn das alles Schwarze gewesen wären, die das Kapitol gestürmt hätten?“, fragte Rivers. „Keine Polizeihunde, die gegen Menschen eingesetzt wurden, keine Schlagstöcke, die Menschen treffen. Leute, die friedlich aus dem Kapitol eskortiert werden. Also zeigt das, dass man eine Menge auch friedlich auflösen kann.“

Der Trainer der Orlando Magic, Steve Clifford (59), sagte: „Unser Land wird in der ganzen Welt ausgelacht. Angefangen damit, wie wir mit der Pandemie umgegangen sind, bis zu dem jetzt (...) es ist ein trauriger Tag für jeden.“

Nach Sturm auf Kapitol in USA: NBA-Spieler protestieren während Nationalhymne

Die Basketball-Profis der Boston Celtics um Nationalspieler Daniel Theis (28) und von Vizemeister Miami Heat knieten beim Abspielen der Nationalhymne vor der Partie. Zudem veröffentlichten die Spieler eine gemeinsame Stellungnahme.

„Der drastische Unterschied zwischen dem Weg, wie Demonstranten im vergangenen Frühjahr und Sommer behandelt wurden, und der Ermunterung für die Demonstranten heute, die illegal gehandelt haben, zeigt, wie viel mehr Arbeit wir zu erledigen haben“, hieß es.

Reaktion auf Eskalation in USA: NBA-Spieler knieten nach dem Sprungball

Die Spieler der Milwaukee Bucks und der Detroit Pistons gingen nach dem Sprungball auf ein Knie und wiederholten die Geste nach dem Wechsel des Ballbesitzes ein zweites Mal.

Die Phoenix Suns und die Toronto Raptors hakten sich bei der Hymne in einem großen Kreis unter, vor dem Duell der Golden State Warriors mit den Los Angeles Clippers gingen die Teams ebenfalls auf ein Knie.

Der Quarterback der Seattle Seahawks, Russell Wilson, appellierte, die USA „müssten als Nation zusammenkommen“.

USA: Megan Rapinoe bezeichnet Angreifer auf Kapitol in Washington als „Terroristen“

US-Fußballerin Megan Rapinoe (35) und die Turnerin Simone Biles (23) teilten mehrere Tweets, die das Verhalten der Sicherheitskräfte im Vergleich zu deren Umgang mit den Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt kritisierten.

Rapinoe bezeichnete die Menschen, die das Kapitol stürmten, als „inländische Terroristen“:

Turnerin Biles überraschen die Ausschreitungen nicht:

Der Angriff auf das Kapitol war erfolgt, nachdem der noch amtierende US-Präsident Donald Trump bei einem Auftritt vor seinen Anhängern dazu ermutigt hatte, zum Parlamentssitz zu marschieren – allerdings friedlich.

Dort sollte der Kongress die Ergebnisse der Präsidentenwahl zertifizieren, bei der Trump dem Demokraten Joe Biden unterlegen war. Trump behauptet, er sei durch massiven Wahlbetrug um den Sieg gebracht worden. Dafür gibt es keine Beweise. (eha/dpa)

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.