Auszeit in USA Olympia-Antreiber Mronz sortierte nach Westerwelles Tod sein Leben neu

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Sportmanager Michael Mronz hat in Zukunft viel vor. Er will die Olympischen Spiele ins Rheinland holen.

Köln/Aachen – Er ist einer der größten Macher im deutschen Sport, kein Lautsprecher sondern ein sogenannter „Qualitäter“. Was Michael Mronz (50) anpackt, gelingt.

In Aachen läuft in den kommenden Tagen das CHIO. Mronz hat das Pferde-Event zu Deutschlands höchstdotierter Sportveranstaltung geformt. Und der gebürtiger Kölner hat noch Größeres vor: Er ist der Antreiber hinter der Rhein Ruhr Olympic City-Initiative, die die Sommerspiele 2032  in die Region holen will. Wir erklären, wie unser Mister Olympia tickt.

Vater Architekt, Mutter Galeristin

Mronz wuchs in Köln-Junkersdorf auf, seine Eltern waren gut situiert, Vater Johannes Architekt,  Mutter Ute Galeristin.  Sport spielte immer eine große Rolle im Leben der Familie. Bruder Alexander schaffte es sogar zum Tennis-Profi.
Michael war eher der Gestalter, der Entwickler. Er erzählt: „Mein Vater hätte mich gerne als Architekten in der Firma gesehen. Er hat immer versucht, mir das schmackhaft zu machen. Aber er hat mich auch unterstützt bei dem, was ich so im Kopf hatte.“

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NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (l, CDU) und Michael Mronz, Begründer der Rhein Ruhr Olympic City-Initiative

Der junge Mronz liebte die Themen Sport und Kreativität. An große Gewinne hat er erstmal gar nicht gedacht. Er war einfach nur mutig.

500 Mark nach erstem Tennisturnier

„Mit 21 Jahren, ich hatte gerade mein Abitur geschafft, nachdem ich zweimal in der Schule sitzen geblieben war, habe ich mein erstes Tennis-Turnier organisiert. Mein Vater hat mich gefragt, wie ich mir das vorstelle. Als ich ihm mein Konzept erklärt habe, hat er gesagt: Junge, mach mal! Am Ende ging das Turnier gut über die Bühne, ich hatte 500 Mark in der Tasche, hatte aber die ganzen Stunden, die ich reingesteckt habe, gar nicht gegengerechnet.“

Im Jahr 1992 gründete Mronz seine erste Firma: MM-Promotion. Er arbeitete bei den Kölner Haien, bei den damaligen Basketballern der Cologne 99ers, organisierte Marathonläufe, Tennis-, Beachvolleyball-, und Hockey-Turniere.

2006 Sportmanager des Jahres

Seine Firma wuchs und er hatte immer neue Ideen.
1997 wurde er Geschäftsführer beim CHIO, er organisierte 2006 die Weltreiterspiele in Aachen, wurde zum Sportmanager des  Jahres gekürt und war 2009 verantwortlich für Marketing und Ticketing der Leichtathletik-WM in Berlin.

Die WM in Aachen war die erste mit einer schwarzen Null, in Berlin konnte man dem Land sogar  fünf Millionen Euro zurücküberweisen.

Im Jahr 2016 erlebte Mronz dann einen traurigen Schicksalsschlag: Sein Ehemann Guido Westerwelle, mit dem er seit 2003 zusammen war,  starb mit nur 54 Jahren an Leukämie.

Auszeit in den USA

Anfang 2017 ging Mronz für sechs Monate in die USA nach New York, um die Trauer zu verarbeiten und sein Leben neu zu ordnen: „Ich brauchte Zeit für mich, um meine Gedanken zu sortieren. Da muss jeder für sich seinen eigenen Weg finden.“

New York war für Mronz in dieser schwierigen Situation ein  Glücksfall. „Die Stadt hat mir einfach Raum gelassen für Inspiration. Alle großen Sportverbände sind dort, NBA, NFL, große Medienhäuser. Ich habe mich darauf fokussiert, welche Themen es für die Zukunft gibt und bin wieder neugierig auf kommende Aufgaben geworden. Zudem habe ich mich mit den Organisatoren der Olympischen Spiele in Los Angeles 2024 oder 2028 getroffen und habe Ideen gesammelt“, erzählt Mronz.

Jetzt ist er zurück im Rheinland und will die Spiele dorthin holen. Mister Olympia hat dafür Kraft getankt: „Ich komme mit viel Inspiration und Energie zurück und freue mich auf die Dinge, die kommen.“

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Dressurreiterin Isabell Werth

Zum Mitreden: Das müssen sie über den CHIO wissen 

Das Weltfest des Pferdesports steigt in Aachen. Man sagt übrigens „der CHIO“ (französisch: Concours Hippique International Officiel). Es ist das Offizielle Internationale Turnier der Bundesrepublik Deutschland  („Offiziell“ bedeutet, dass Aachen als einziges deutsches Turnier Nationenpreise ausrichten darf). Folgende Disziplinen finden statt:  Springreiten, Dressur, Vielseitigkeit, Vierspännerfahren, Voltigieren!
Das Turnier dauert bis zum  23. Juli, am heutigen „Soerser Sonntag“ ist freier Eintritt.
Rund 1200 Turniermitarbeiter sorgen dafür, dass über 330 Reiter, 1000 Pferde und 350 000 Besucher ein tolles Programm erleben.
Tickethotline: 0241-917 11 11
Aktuelle Karteninfos: www.chioaachen.de

30 Stunden im TV: CHIO bei ARD und WDR

Sonntag, 16. Juli
15.45 – 17.30 Uhr WDR
Voltigieren
Dienstag, 18. Juli
20.15 – 21.45 Uhr WDR
Eröffnungsfeier/ Springen
Mittwoch, 19. Juli
14.30 – 17.00 Uhr WDR
Springreiten „Turkish Airlines-Preis von Europa“
Donnerstag, 20. Juli
20.15 – 22.40 Uhr WDR
Springreiten „Mercedes-Benz Nationenpreis“
Freitag, 21. Juli
14.30 – 17.00 Uhr WDR
Springen „Preis von NRW“
Samstag, 22. Juli
11.00 – 13.00 Uhr WDR
Vielseitigkeit „DHL-Preis“
15.45 – 17.45 Uhr WDR
Springen
Sonntag, 23. Juli
11.00 – 15.00 Uhr WDR
Dressur  „Deutsche Bank P.“
Springen „Rolex Grand Prix“
15.15 – 16.30 Uhr ARD
Springen 2. Umlauf
19.30 – 20.00 Uhr WDR Abschied der Nationen

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