Anti-Rassismus ist Menschlichkeit Kommentar: Ermittlungen gegen Profis sind falsch

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Gladbachs Marcus Thuram hat mit seinem Torjubel gegen Union Berlin seine Solidarität mit den Protestierenden in den Vereinigten Staaten ausgedrückt.

Köln – Am Wochenende schwappte die Welle des Protestes nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd durch einen Polizisten auch in die deutsche Sportwelt. Gladbachs Marcus Thuram (22), Dortmunds Jadon Sancho (20) und Schalkes Weston McKennie (21) äußerten ihre Solidaritätsbekundungen gegenüber den Zehntausenden Demonstranten, die in US-Metropolen gegen Rassismus protestieren.

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Auch viele Sportstars aus aller Welt haben sich mit den Menschen in den Vereinigten Staaten solidarisiert. Das ist richtig und wichtig, findet unser Autor. Ein Kommentar.

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Solidarität mit George Floyd ist richtig

In einer Welt, in der ein Rassist gewaltsam über das Leben oder Ableben von Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe entscheidet, müssen sich Menschen mit dem Opfer – sein Name ist George Floyd – solidarisieren. Das haben die drei Fußballspieler in der Bundesliga und viele weitere Stars der Sportwelt richtigerweise getan.

Ein Kontrollgremium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wird sich mit den Statements der Spieler auseinandersetzen. Im öffentlichen Diskurs heißt es, das müsse laut Statuten so sein, denn politische Botschaften sind nach Verbandssatzung untersagt. Auch wenn man zumindest hoffen kann, dass der DFB die Bekundungen stillschweigend hinnimmt und keinen Spieler sanktioniert – das ist grundlegend falsch!

In einer Welt, in der Rassismus ein strukturelles Problem darstellt, darf ein Statement gegen Rassismus kein politisches sein, sondern muss vielmehr ein menschliches sein. „Ich bin zutiefst traurig, wirklich gequält und einfach wütend. Wir haben genug.“ Michael Jordan, einer der größten Sportler aller Zeiten, hat recht.

Es muss auch für Bundesligaspieler erlaubt sein, für Menschlichkeit, für Liebe und gegen Hass einzustehen. Wir können nicht hinnehmen, dass Menschen nur aufgrund ihrer Hautfarbe, Herkunft oder Religion – wie George Floyd vergangene Woche in den Vereinigten Staaten oder Ferhat, Mercedes, Sedat, Gökhan, Hamza, Kalojan, Vili, Said und Fatih im Februar in Hanau – um ihr Leben fürchten müssen.

In dieser Welt, in der es viele Rassisten gibt, reicht es nicht, kein Rassist zu sein, man muss ein Anti-Rassist sein. Da haben Thuram, Sancho und McKennie ein wichtiges Zeichen gesetzt.

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