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Schon fünf deutsche Pferde tot Aggressives Virus: Pferdesterben geht weiter

Schlüsseldurg3.3.

Sven Schlüsselburg Anfang September 2020 mit seinem Pferd Bud Spencer beim Springturnier in Aachen.

Köln – Alarm im internationalen Pferdesport! Das gefährliche Herpes-Virus EHV-1 zieht im deutschen Reitlager weiter seine Kreise. Mittlerweile sind fünf Pferde von deutschen Reitern verstorben, zwei von ihnen in Deutschland. Das bestätigte die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) am Donnerstag, 4. März. Weltweit verstarben sieben Vierbeiner an der gefährlichen Virusinfektion.

  • Deutsche Reiter in großer Sorge um Pferde
  • Aggressive Herpes-Variante sorgt für schlimme Krankheitsverläufe
  • Schon zahlreiche Pferde verstorben

Sie alle hatten mit über 700 weiteren Vierbeinern seit dem 1. Februar an einer Turnierserie in Valencia teilgenommen. Dort war das Virus ausgebrochen.

Reitsport: Internationale Turniere bis März abgesagt

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Wie der Weltverband FEI am Mittwoch mitteilte, würden insgesamt noch 83 Vierbeiner Symptome zeigen.

Nach dem Tod mehrerer Pferde in Valencia sagte der Weltverband FEI alle internationalen Turniere in Deutschland und in neun weiteren Ländern bis 28. März ab.

Der Ausbruch sei „wahrscheinlich der schlimmste in Europa seit vielen Jahrzehnten“, sagte FEI-Generalsekretärin Sabrina Ibanez. Auf Menschen überträgt das Virus keine Krankheiten.

Die aggressive Variante von Pferde-Herpes aus Valencia hat sich bis nach Doha verbreitet, wo ab dem 6. März 2021 die Global Champions Tour mit vielen Weltklasse-Reitern starten sollen.

In Valenica sind mehrere Pferde nach der Virus-Erkrankung gestorben, viele zeigen schwere Krankheitsverläufe und kämpfen noch mit dem Tod.

Weltmeisterin Simone Blum war zwar an der spanischen Atlantikküste in sicherer Entfernung, doch bei den Schreckensmeldungen aus Valencia wurde auch der besten deutschen Springreiterin ganz mulmig. Von einem „Alptraum, den niemand erleben sollte“, schrieb die 31-Jährige bei Instagram.

Das Deutsche Olympiade-Komitee für Reiterei (DOKR) reagierte umgehend und schloss aus Vorsicht zudem den Bundesstützpunkt in Warendorf für externe Pferde, alle im März anstehenden nationalen Turniere sind verschoben.

FEI-Generalsekretärin Sabrina Ibanez sagte: „Dieser EHV-1-Stamm ist besonders aggressiv und hat bereits Todesfälle bei Pferden und eine sehr große Anzahl von schweren klinischen Fällen verursacht.“

Herpes-Virus droht sich in Europa auszubreiten

Und das Virus ist auf dem Vormarsch: Ausgehend von Valencia sei es schon in mindestens drei weiteren europäischen Ländern nachgewiesen worden, teilte die FEI mit. Beim Weltverband herrscht große Sorge vor einer möglichen weiteren Verbreitung über den ganzen Kontinent.
„Wir wissen auch, dass eine große Anzahl von Pferden den Veranstaltungsort in Valencia ohne ein offizielles Gesundheitszertifikat verlassen hat, was bedeutet, dass sie einen unbekannten Gesundheitsstatus hatten“, sagte Ibanez: „Einige Pferde waren bereits krank, und das Risiko einer Übertragung durch diese Pferde ist ein großes Problem.“
Blum, die 2018 in Tryon auf der Wunderstute Alice den WM-Titel gewonnen hatte, nimmt derzeit mehrere Hundert Kilometer entfernt an einer Turnierserie im spanischen Vejer de la Frontera teil. Der Ausbruch in Valencia „macht natürlich auch uns Angst“, schrieb sie: „Aber wir fühlen uns hier in Vejer sicher.“

Um zu verhindern, dass nun auch Hunderte Pferde auf einmal die laufenden Turniere im Süden verlassen, dürfen die Veranstaltungen in Vejer de la Frontera, Vilamoura (Portugal) sowie San Giovanni und Gorla Minore (Italien) in sogenannten „Bubbles“ weiterlaufen, solange es keine EHV-1-Fälle gibt. Neue Pferde dürfen aber nicht anreisen, und ohne Genehmigung darf kein Tier den Turnierplatz verlassen.

(dpa/sid)

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