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Mehr als 200.000 Euro  Kölner schafft Ironman daheim und sammelt für Corona-Helfer

frodeno

Gewinner-Typ: Jan Frodeno jubelt bei seinem Zieleinlauf beim Triathlon Buschhütten im Mai 2019.

Girona – Einen Ironman absolvieren – allein das wäre für die meisten wohl ein aussichtsloses Unterfangen. Spätestens aber im eigenen Heim ist 3,8 Kilometer zu schwimmen, 180 Kilometer Rad zu fahren und 42,195 Kilometer zu laufen nahezu undenkbar. Nahezu – denn der Kölner Jan Frodeno (38) tat nämlich am Ostersamstag, 11. April 2020, genau das.

Diesmal schaltete Frodeno nach rund 8:33,40 Stunden das Laufband aus und feierte die Spendensumme von über 200 000 Euro, die bei seinem „Tri@home“ zunächst zusammenkam.

Geld, das den Helfern in der ersten Reihe im Kampf gegen den Coronavirus in seiner spanischen Wahlheimat Girona und der Organisation „Laureaus Sports for Good“ zugute kommen soll. „Manchmal braucht man verrückte Ideen“, betonte Frodeno.

An der Kondition scheiterte es nicht: Als dreifacher Sieger des Ironman in Hawaii sind die Distanzen für den Rheinländer ohnehin machbar. Seinen Sport nun auf heimischem Grund in seinem Haus im spanischen Girona auszuüben, war für Frodeno allerdings eine etwas andere Herausforderung.

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Jan Frodeno: „Ist das kalt”

Eine, auf die der „Eisenmann” allerdings bestens vorbereitet war: In seinem mit Gegenstrom-Anlage ausgestatteten Pool schwamm Frodeno zunächst für 47 Minuten bei 13 Grad Wassertemperatur und kommentierte anschließend fröstelnd „Ist das kalt!” in die mitlaufende Kamera. Er war um 8 Uhr gestartet.

Zur Seite stand dem einstigen Olympioniken zum Glück Ehefrau Emma, die selbst 2008 Gold in Peking gewann und die Anstrengungen ihres Gatten nur zu gut nachvollziehen konnte. Entsprechend großen Anteil hatte die Australierin daran, dass Frodeno den Ironman im eigenen Haus absolvieren konnte.

Jan Frodeno: Bananenbrot zur Aufmunterung

Nach dem Schwimmen bedeutete das einen frisch aufgebrühten Kaffee, später sorgte die Herzensdame des Olympiasiegers von 2008 mal für ein Tänzchen, mal für Bananenbrot zur Aufmunterung.

„Das ist der erste Ironman, bei dem ich mehr Kalorien zu mir nehme, als ich verbrenne“, scherzte der Triathlon-Superstar, für den es diesmal nicht um Sieg, Medaille oder Hawaiianischen Blumenkranz ging: Frodeno sammelte am Samstag vor allem Geld für die, die in der ersten Reihe im Kampf gegen das Coronavirus helfen.

Prominente Unterstützer für Jan Frodeno

Das „Tri@home” getaufte Unterfangen wollte Frodeno zudem nicht alleine hinter verschlossenen Türen absolvieren: Über die Plattform Zwift konnten andere Radfahrer virtuell dazustoßen und den Weltmeister unterstützen.

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2019 wurde Jan Frodeno (m.) zum dritten Mal Weltmeister über die Ironman-Distanz.

Tatsächlich nahm unter anderem der ehemalige Radstar Fabian Cancellara (39) aus der Schweiz auf seinem eigenen Sportgerät teil. Angestrengt lobte der zweifache Olympiasieger im Zeitfahren den Initiator: „Du gibst dem Sport Emotionen“.

Später meldete sich dann auch Frodenos Freund und Widersacher Sebastian Kienle (35) virtuell zu Wort: „Jan, warum machst du das? Ich bin mir sicher, du hattest leichtes Fieber vergangene Nacht.“

Jan Frodeno knackt die 200.000-Euro-Marke

Klar war dem Ironman aus dem Rheinland schon im Vorhinein gewesen, dass er nicht den Alleinunterhalter geben können würde: „Irgendwann wird auch mir die Puste ausgehen”, hatte der Profi zugegeben.

Und so ballte Frodeno die Faust, als nach der Hälfte des Triathlon die tolle Nachricht hereinflatterte: 100.000 Euro an Spenden waren zu diesem Zeitpunkt bereits zusammengekommen. Wenig später stieg die Summe auf über 200.000 Euro.

Der Athlet und sein Team hatten während der Übertragung für den guten Zweck auf einem virtuellen Marktplatz spezielle Dinge verkauft. Sponsoren stellten in Zusammenarbeit mit dem gebürtigen Kölner ein Rad, eine Uhr oder Tickets für besondere Veranstaltungen zur Verfügung.

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Nach absolvierter Radstrecke begab sich Frodeno zu guter Letzt für den Marathon auf sein Laufband -angepeilte Durchschnittsgeschwindigkeit: 14 Kilometer pro Stunde. Die Erlöse seines Tri@home will der Extremsportler „aufteilen zwischen Deutschland und – den größeren Teil – Girona, weil hier große Not herrscht, das Fußballstadion wird hier gerade als Notaufnahme vorbereitet.”

Spanien ist nach den USA weltweit das Land mit den zweitmeisten Coronafällen. Bereits mehr als 126.000 Menschen haben sich mit dem Virus infiziert, das Land beklagt knapp 12.000 Todesopfer. (sid/bl)

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