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Brief an seinen Freund Schumi Willi Weber: Nach deinem Unfall brach eine Welt zusammen

Weber_Schumi_Ferrari

2006: Michael Schumacher gratuliert Manager Willi Weber zum Geburtstag.

  • Weber sah in Schumi einen grundehrlichen und gradlinigen Menschen.
  • Bei der Siegerehrung nach dem ersten Titel hat Weber geheult wie ein Schlosshund.
  • Weber sagt heute über Schumacher: „Dich als Freund zu haben, war großes Glück“

Michael Schumacher (49) und Willi Weber (76), sie waren über 20 Jahre lang ein unschlagbares Gespann. Der Stuttgarter Hotelier machte aus dem Kerpener Talent einen Formel-1-Star – und Schumi aus seinem Manager einen Multi-Millionär. Erst 2010, nach seinem Comeback bei Mercedes, trennten sich ihre Wege. Hier schreibt Willi Weber an seinen Freund.

Von Willi Weber

Michael, was schreibe ich dir zu deinem 50. Geburtstag, den du nach deinem tragischen Unfall so abgeschieden in der Schweiz verbringst? Mir bricht es das Herz, dich in diesem Zustand zu wissen. Aber ich möchte mich einfach an unsere schöne gemeinsame Zeit erinnern.  Im Grunde war die Zeit mit dir ein einziger Höhepunkt.

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Ich erinnere mich noch genau an den Tag, als wir uns kennenlernten. 28 Jahre ist das jetzt her. Es war in Salzburg. Du kamst zu mir ins Motorhome. Ich habe dir ein Angebot gemacht, für mein WTS-Formel-3-Team zu fahren.

Mein erster Eindruck von dir war: Da steht ein Junge, der genau weiß, was er will. Rennen gewinnen und schnell fahren. Ich war beeindruckt, wie präzise du den Rennwagen über die Piste manövrierst. Ich wusste: Du fährst das Auto – nicht umgekehrt. Du hast dich in den Wagen gesetzt und warst 1,5 Sekunden schneller als meine Stammpiloten. Faszinierend!

Ein besessener Rennfahrer und geradliniger Mensch

Aber du hast mich auch als Mensch beeindruckt. Ich schaute dir in die Augen. Da sah ich einen ehrgeizigen und besessenen Rennfahrer. Aber auch einen grundehrlichen und gradlinigen Menschen, auf den man sich immer verlassen konnte. So war es all die Jahre, die uns gemeinsam in die Formel 1 geführt haben.

Wir mussten gegen viele Widerstände kämpfen – du auf, ich neben der Strecke. Nach meiner Notlüge Eddie Jordan gegenüber, dass du die Strecke in Spa in- und auswendig kennst, hast du alle Skeptiker mit deinem Talent überzeugt.

Schumi_1995_Hockenheim-Sieg_Weber

Willi Weber umarmt Michael Schumacher nach dessen ersten Hockenheim-Sieg 1995. Links Flavio Briatore

Dann der erste Sieg auch in Spa, der erste Weltmeister-Titel in Adelaide nach der Kollision mit Damon Hill. Nach dieser verrückten Saison mit Strafen und Schwarzen Flaggen hattest du einen Punkt Vorsprung vor Hill, das war ein unmenschlicher Druck.

Nach dem ersten Titel wurde wild gefeiert

Der erste Titel war auch der wichtigste für uns, zumal du es als erster Deutscher werden konntest. Er war in den Anfangsjahren so weit weg und plötzlich greifbar. Später bei der Siegerehrung habe ich geheult wie ein Schlosshund.

Und danach wurde wild gefeiert. Mit Schampus und Foster-Bier. Du hast wie ein Irrer rumgespritzt, mein Hemd und die Hose waren komplett nass. Aber bei so 'nem Anlass stehe ich gerne zur Verfügung.

Weber_Schumi_Boxen

Best Buddies auch am Boxring: Willi Weber mit Michael Schumacher am 11. Juli 2009 beim WM-Kampf von Felix Sturm gegen Khoren Gevor am Nürburgring.

Ähnlich war die Situation nach dem Wechsel zu Ferrari. Geschenkt bekamst du nichts. Deine knappen WM-Niederlagen gegen Jacques Villeneuve und Mika Häkkinen haben dich nicht gebrochen, sondern noch stärker gemacht. Du hast an dein rotes Team um Jean Todt und Ross Brawn geglaubt und uns alle mit deinen fünf Titeln in Folge reich belohnt.

Weber: „Ich dachte: Fahr doch lieber wieder Formel 1“

Aber trotz aller Erfolge bliebst du der Mensch, der du immer warst. Nicht abgedreht, arrogant oder überheblich. Du warst immer noch der kleine liebe Bub, der du damals warst. Dich als Freund zu haben, war großes Glück.

Dann dein erster Rücktritt, als du dich leer fühltest – und deinem Freund Felipe Massa die Chance neben Kimi Räikkönen ermöglichen wolltest. Aber ich wusste, dass das Feuer noch in dir loderte. Du fuhrst Rennmotorrad und stürztest schwer. Da habe ich insgeheim gedacht: Fahr doch lieber wieder Formel 1.

Und das hast du getan, bist zu deiner alten Liebe Mercedes zurückgekehrt und hast das neue Werksteam so stark gemacht, dass Lewis Hamilton und Nico Rosberg im Silberpfeil Weltmeister wurden.

Nach deinem Unfall brach eine Welt zusammen

Dann die schlimme Nachricht von deinem Unfall. Für mich brach eine Welt zusammen. Doch ich  freute mich, als du aus dem Koma aufwachtest und deine Rehabilitation daheim beginnen konntest.

Jetzt freue ich mich vom Kardinal Gänswein zu hören, dass du in der Rehabilitation Begegnungen wahrnimmst. Mein Wunsch, dich zu besuchen und versuchen mit dir zu sprechen, ist da. Aber wir alle müssen weiter Geduld haben.

Ich glaube fest an deine Genesung, weil ich weiß, dass du eine Kämpfernatur bist. Wenn es eine Chance gibt, wirst du sie nutzen. Ich bete für dich und bin überzeugt, dass wir dich irgendwann wiedersehen.

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