Formel-1-GerüchteRed Bulls Abschussliste: Tsolov setzt Lawson massiv unter Druck

Liam Lawson und Arvid Lindblad unterhalten sich in Spielberg.

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Liam Lawson und Arvid Lindblad in Spielberg.

Die Gerüchte um einen möglichen Fahrerwechsel bei den Racing Bulls reißen nicht ab. Vor allem Formel-2-Überflieger Nikola Tsolov macht mit starken Leistungen immer mehr Druck auf die Formel-1-Piloten.

Der Bulgare Nikola Tsolov zählt derzeit zu den größten Talenten im Red Bull-Juniorprogramm. Mit drei Rennsiegen in Folge, darunter ein Doppelsieg in Silverstone, und seiner Spitzenposition im Titelkampf hat sich der 19-Jährige nachhaltig für höhere Aufgaben empfohlen. 

Im Herbst soll Tsolov im Rahmen eines TPC-Programms erstmals einen Formel-1-Boliden umfangreich testen, bevor gegen Saisonende voraussichtlich ein Einsatz im ersten Freien Training folgt. Trotz anhaltender Gerüchte über einen Wechsel zu den Racing Bulls im Jahr 2027 bestreitet das Team bislang allerdings konkrete Pläne mit dem Youngster.

Red Bull hat ein Luxusproblem

Sollte Tsolov den Formel-2-Titel gewinnen, würde der Druck auf Red Bull weiter steigen, da das Fahrer-Talent anschließend in dieser Nachwuchsserie nicht mehr starten dürfte und Red Bull ihm zeitnah ein Formel-1-Cockpit ermöglichen müsste. Obwohl Lawson aktuell der stärkere und konstantere Fahrer ist, gilt Lindblad intern als langfristiges Zukunftsprojekt. Und damit jetzt schon als unantastbar.

Doch Liam Lawson macht den Verantwortlichen die Entscheidung alles andere als leicht. Der Neuseeländer fährt bislang seine stärkste Formel-1-Saison, sammelte bereits 39 WM-Punkte und überzeugte zuletzt mit fünf Punkteplatzierungen in Folge.

Diese sicherte sich der 24-Jährige nicht zuletzt durch seine kompromisslose Zweikampfhärte und seinen anpassungsfähigen Fahrstil, der an den aggressiven Fahrstil von Max Verstappen erinnert. Zudem spielt er eine entscheidende Rolle im Kampf der Racing Bulls um Rang fünf der Konstrukteurswertung. Und dennoch muss er um sein Cockpit bangen.

Doch trotz der Spekulationen um seine Zukunft bleibt Lawson gelassen. Er betont, dass Gerüchte zum Alltag in der Formel 1 gehören und er sich ausschließlich auf seine Leistungen fokussiert. Zwar gilt die bevorstehende Sommerpause traditionell als wichtiger Zeitpunkt für Personalentscheidungen, dennoch beschäftigt sich der Neuseeländer eigenen Angaben zufolge nicht mit möglichen Szenarien. Rückendeckung erhält Lawson zudem von VCARB-Geschäftsführer Peter Bayer, der dessen konstant starke Leistungen ausdrücklich lobt.

Der dritte Pilot im Bunde ist Formel-1-Rookie Arvid Lindblad. Der junge VCARB-Pilot erhält intern ebenfalls viel Lob und profitiert laut Bayer von Lawsons Erfahrung. Innerhalb des Red-Bull-Programms gilt Lindblad zudem als eines der am höchsten eingeschätzten Talente, weshalb ein direkter Austausch zwischen ihm und Tsolov derzeit eher unwahrscheinlich sein dürfte. Zwar gilt Tsolov derzeit als heißester Anwärter auf einen künftigen Stammplatz, doch auch Lindblad entwickelt sich kontinuierlich weiter und könnte sich langfristig als Führungspilot der Racing Bulls etablieren.

Damit steht Red Bull vor einem echten Luxusproblem. Lawson liefert Woche für Woche starke Ergebnisse ab. Gleichzeitig drängt mit Tsolov die nächste Nachwuchshoffnung in Richtung Formel 1. Sollte der Bulgare den Sprung in die Königsklasse tatsächlich schaffen, wäre eine Fahrerpaarung aus Lindblad und Tsolov das realistischste Szenario.

Für Lawson würde sich in diesem Fall die Frage nach einem Cockpit außerhalb des Red-Bull-Kosmos stellen. Da viele Teams ihre Fahrer bereits langfristig gebunden haben, ist offen, ob sich überhaupt eine passende Alternative ergeben würde. Spätestens mit Tsolovs ersten Formel-1-Tests dürfte die Diskussion um die Cockpitvergabe für die Saison 2027 weiter an Fahrt aufnehmen. 

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